Bewerbungstipps für mehr Erfolg - Hilfreiches Wissen von erfahrenen Experten

Ob Sie lediglich Ihr Bewerbungswissen ein wenig auffrischen möchten, um für den nächsten Schritt Ihrer Karriere vorbereitet zu sein oder die Bewerbung für den Jobwechsel unmittelbar bevorsteht: Unsere ausgezeichneten Bewerbungsexperten lassen Sie nicht im Stich! Mit den folgenden Bewerbungstipps sind Sie perfekt vorbereitet – ganz egal, wann Sie Ihre nächste Bewerbung schreiben.

Generelle Bewerbungstipps

Eine Bewerbung zu erstellen, ist für viele Menschen eine ganz besondere Herausforderung. Von der Strukturierung des Lebenslaufs über die inhaltliche Ausarbeitung des Anschreibens bis hin zur Optik und der Berücksichtigung besonderer Lebenssituationen - so manch ein Bewerber steht vor einem Haufen Fragen.

Wir möchten Ihnen Hilfestellung leisten und gehen zuerst auf eine Frage ein, die zwar sehr selten gestellt wird, aber nicht unerheblich für die Wirkung Ihrer Bewerbung ist: Wann ist eigentlich der beste Wochentag für Bewerbungen?

Vorteil für Bewerbungen am Anfang der Woche

Wenn Sie Ihre Bewerbung am Freitagnachmittag versenden, können Sie nicht damit rechnen, dass Ihre Bewerbung direkt gesichtet wird. Viele Personalabteilungen sind - wie andere Mitarbeiter auch - zu diesem Zeitpunkt mit den letzten Aufgaben beschäftigt, um die Woche zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen oder sie sind mit den Gedanken bereits beim Wochenende. In diesem Fall würde Ihre Bewerbung bis zum Montag im Postfach der Personaler liegen und dann unter zahlreichen E-Mails und weiteren Bewerbungen, die über das Wochenende eintreffen, begraben werden. Der Umstand, dass jemand ungelesene E-Mails zuerst von alt nach neu sortiert und bei der ältesten E-Mail beginnt, dürfte eher die absolute Ausnahme sein.

Der beste Wochentag für den Versand der Bewerbung ist der Dienstag. Damit umgehen Sie eventuelle Montagsmuffel, die Ihre Bewerbung unter Umständen kritischer als an anderen Wochentagen bewerten würden. Am Dienstag hingegen ist der erste Stress vom Wochenanfang bewältigt, man ist schon voll im Arbeitsmodus, aber immer noch frisch und aufnahmefähig.

Durch Individualität überzeugen

"Hiermit möchte ich mich bei Ihnen bewerben." Ein Satz, der wenig individuell ist und absolut nicht motiviert klingt. Sie bewerben sich doch aus einem guten Grund bei dem Unternehmen Ihrer Wahl. Sei es ein anderes Arbeitsumfeld, eine Veränderung des Lebensmittelpunkts, eine bessere Work-Life-Balance oder schlichtweg die moderne Ausstattung im neuen Unternehmen. Selbst die dort hergestellten Produkte, die Sie vielleicht schon seit Jahren privat bei sich zuhause nutzen, könnten Sie hier erwähnen.

All dies ist wesentlich individueller als zu wiederholen, was bereits durch den Namen der Datei mit Ihrer Bewerbung und spätestens durch die Betreffzeile Ihres Bewerbungsschreibens deutlich wird: Es handelt sich um eine Bewerbung.

Optik der Bewerbung muss ansprechend sein

Bewerbungstipps - Ansprechende Optik der Bewerbung

Sie brauchen kein Design, weil Sie sich online bewerben? Falsch gedacht! Die optische Ausgestaltung Ihrer Bewerbungsunterlagen trägt nicht nur dazu bei, dass Ihre Bewerbung im wörtlichen Sinne "gut ankommt", sondern erleichtert die Arbeit der Personaler.

Letzten Endes muss das Bewerbungsdesign natürlich vorrangig zu Ihrer Person passen. Sie müssen sich damit wohlfühlen. In einem weiteren Schritt sollten Sie sich überlegen, wie der Empfänger Ihrer Bewerbung auf ein Design reagieren wird.

Eine Werbe- oder Designagentur sieht in einer ausgefallenen Optik unter Umständen bereits eine kleine Kostprobe Ihrer Fähigkeiten. Bei einer Bank fahren Sie mit einem schlicht gehaltenen Design sicherlich besser.

Doch für diejenigen unter Ihnen, die gänzlich auf eine gehobene Optik verzichten wollen, gibt es hier einen einfachen Trick: Durch den gezielten Einsatz unterschiedlicher Schriftgrößen und -schnitte (fett, kursiv usw.) wirkt vor allem der Lebenslauf nochmal übersichtlicher. Wenn Sie dabei einer einheitlichen Gestaltung folgen, sieht der Personaler sofort, wo welche Inhalte stehen. Auf diese Weise kann Zeit eingespart werden, welche bekanntlich kostbar ist. Der Empfänger Ihrer Bewerbung wird es Ihnen danken!

Tipps für den Lebenslauf

Egal, ob Sie Ihren Lebenslauf bereits erstellt haben oder noch vor einem leeren Dokument sitzen: Der Lebenslauf muss übersichtlich sein und sollte aus unterschiedlichen Kategorien zusammengesetzt sein, damit die wichtigsten Informationen innerhalb weniger Sekunden erkennbar sind.

Sie beginnen mit einem kurzen Abschnitt zu Ihren persönlichen Daten (Geburtsdatum und -ort, Staatsangehörigkeit, Familienstand):

Bewerbungstipps - Struktur vereinfacht die Sichtung des Lebenslauf

Wenn Sie aktuell mit beiden Beinen im Berufsleben stehen, beginnen Sie die Kategorisierung mit der Praxiserfahrung aus Ihrer aktuellsten Position und gehen von da aus immer weiter in die Vergangenheit. Es ist nicht ratsam, Schul- und Berufsausbildung sowie die Berufserfahrung und eventuelle Weiterbildungen unter einer Überschrift á la „Werdegang“ zusammenzufassen.

Der Empfänger Ihrer Bewerbung wird abgeschreckt sein und zu viel Zeit benötigen, um an die relevanten Informationen zu gelangen. Bei akutem Platzmangel können Sie die einzelnen Stationen aus "Schulbildung", "Berufsausbildung" und "Studium" guten Gewissens unter einer gemeinsamen Kategorie „Ausbildung“ oder „Bildung“ zusammenfassen.

Bei der Auflistung Ihrer beruflichen Stationen sollten Sie sich nicht nur auf Ihren Arbeitgeber, Ihre Position und den Zeitraum Ihrer Anstellung beschränken. In der Grafik unten sehen Sie, wie Sie eine berufliche Station richtig darstellen. Mit einer stichpunktartigen Aufzählung Ihrer einzelnen Tätigkeiten liefern Sie wertvolle Zusatzinformationen, vorausgesetzt Sie berücksichtigen einen weiteren Bewerbungstipp: Qualität geht vor Quantität!

Bewerbungstipps - Berufliche Stationen richtig darstellen

Es ist nicht immer förderlich, jede einzelne Aufgabe zu nennen. Legen Sie den Fokus auf die wesentlichen und für die jeweilige Bewerbung relevanten Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Letzten Endes sind es genau diese Inhalte, die ein Personalentscheider möglichst schnell in einer Bewerbung wiederfinden möchte.

Tipps für das Anschreiben

Die Einleitung sollte die Anrede Ihres Ansprechpartners sowie eine kurze Vorstellung Ihrer Person enthalten und Interesse an der ausgeschriebenen Position bekunden. Soweit sollte noch alles bekannt sein. Allerdings sollten Sie sich nicht im wörtlichen Sinne mit Namen, Alter und vielleicht sogar noch Ihrer Größe, Haar- und Augenfarbe vorstellen.

Was machen Sie aktuell? Für welches Unternehmen sind Sie in welcher Position tätig? Festanstellung in Vollzeit oder Teilzeitbeschäftigung? Beantworten Sie diese Fragen in Ihrem Text, denn genau das möchte der Empfänger Ihrer Bewerbung an dieser Stelle von Ihnen wissen.

Wenn Sie in der Einleitung Ihres Bewerbungsschreibens ganz konkret auf den potenziell neuen Arbeitgeber eingehen, ist das ein gutes Signal dafür, dass Sie sich ganz bewusst für dieses Unternehmen entschieden haben. Hier lohnt es sich, die Aspekte der Unternehmensphilosophie aufzugreifen, die zu Ihrem Profil oder zu Ihrer Persönlichkeit passen. So könnte ein Unternehmen, das verstärkt auf Nachhaltigkeit setzt, einen derartigen Lebensstil als Einstellungskriterium voraussetzen.

Bewerbungstipps - Aufbau des Bewerbungsschreibens

Nachdem Sie die Einleitung gemeistert haben, geht es weiter mit dem Hauptteil, in dem Sie Ihre aktuellste Tätigkeit näher beschreiben und mit Ihren fachbezogenen, beruflichen Kompetenzen (Hard Skills) punkten. Idealerweise immer mit Bezug auf die Position, auf die Sie sich gerade bewerben.

Der Abschnitt zu Ihren Soft Skills (persönliche Stärken) sollte in der Regel kürzer ausfallen als der fachliche Teil und jene Eigenschaften Ihrer Person widerspiegeln, die für die angestrebte Position gefordert werden.

Im optionalen Teil trägt ein Sperrvermerk dazu bei, dass sich Ihr potenzieller neuer Arbeitgeber nicht bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber nach Ihnen erkundigt, sondern nur mit Ihnen in Kontakt tritt. Ein Sperrvermerk ist nicht ungewöhnlich und viele Unternehmen weisen ausdrücklich darauf hin, dass Bewerbungsanfragen vertraulich behandelt werden. Mit dem Sperrvermerk gehen Sie auf Nummer sicher.

Zum Schluss nennen Sie ein mögliches Eintrittsdatum bzw. verweisen auf Ihre Kündigungsfrist und geben eine Gehaltsvorstellung an. Wenn Ihr potenzieller neuer Arbeitgeber eine Gehaltsvorstellung in dem Stellenangebot einfordert, müssen Sie eine konkrete Gehaltsvorstellung angeben. Andernfalls kann Ihre Bewerbung im Härtefall aufgrund der fehlenden Information (Formfehler) aussortiert werden.


Ein weiterer Bewerbungstipp: Eine kleine Höflichkeitsform als letzter Satz der Bewerbung kann Wunder bewirken. Schreiben Sie nicht nur, dass Sie sich auf eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freuen. Bedanken Sie sich ebenfalls für die Berücksichtigung Ihrer Bewerbung!

Bewerbungstipps für Schüler

Schüler können in der Regel noch keine relevante Berufserfahrung vorweisen. Daher ist es besonders wichtig, dass der Schwerpunkt in der Bewerbung auf der Persönlichkeit und einem offenen Charakter liegt. Der Bewerber sollte von Anfang an deutlich machen, wie er auf das Schülerpraktikum bzw. den Ausbildungsberuf gekommen ist und wieso ihn der Bereich begeistert. Dabei können Gespräche mit Verwandten eine Rolle spielen, welche diesen Beruf ausüben.

Selbst ein Fernsehbericht, welcher die Berufsgruppe genauer erläutert hat, ist ein nachvollziehbares Argument und ein brauchbarer Einstieg für die Bewerbung. Wichtig ist hierbei nur, dass der Leser versteht, warum sich der Bewerber für den Beruf entschieden hat und was ihn antreibt.

Im Hauptteil des Anschreibens muss ein Schüler dennoch deutlich machen, warum er der ideale Bewerber ist. Dabei sind bereits gesammelte Arbeitserfahrungen durch Praktika Gold wert. Gleichzeitig sollte die Bewerbung immer auch Werbung für die eigene Person sein. Zum Beruf passende persönliche Stärken sollten ebenso hervorgehoben werden wie die Motivation, den Beruf zu erlernen.

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit stehen als Charaktereigenschaften wahrscheinlich in jedem zweiten Anschreiben und werden von den meisten Arbeitgebern als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Beim Anfertigen des Anschreibens sollten Schüler sich also ganz konkret an den grundsätzlichen Anforderungen des Berufs orientieren. Beispielsweise sind analytisches Denkvermögen und eine ausgeprägte Affinität für Zahlen für Bankkaufleute von Vorteil. Für den Beruf des Grafikers sind jedoch kreatives Denken und konzeptionelle Stärke besser geeignet.

Bewerbungstipps für Schüler

Für die Bewerbung eines Schülers sind außerordentliche Aktivitäten und Hobbys ebenfalls wichtig. Wer beispielsweise einen Mannschaftssport ausübt und dort vielleicht sogar als Kapitän aktiv ist, kann damit seine Teamfähigkeit unterstreichen. Als Klassensprecher zeigen Schüler bereits früh Verantwortungsbewusstsein. Auch besondere Kenntnisse im Umgang mit Computern sind erwähnenswert. Des Weiteren sollten Fremdsprachenkenntnisse immer angeführt werden.

Checkliste: Haben Sie an alles gedacht?

  • Wie bin ich auf die Stelle / die Ausbildung / das Praktikum / das Studium aufmerksam geworden?
  • Gehe ich im Anschreiben konkret auf das Unternehmen / die Hochschule und die eventuelle Ausschreibung ein?
  • Stelle ich meine Persönlichkeit und meinen Charakter nachvollziehbar dar?
  • Hat meine Bewerbung eine klare und übersichtliche Struktur?
  • Stimmen Briefkopf und Anrede des Empfängers?
  • Habe ich eventuelle Rechtschreib- und Grammatikfehler beseitigt?
  • Sind die von mir erstellten Bewerbungsunterlagen unterschrieben?
  • Habe ich meiner Bewerbungsmappe bzw. E-Mail alle erforderlichen Unterlagen beigefügt?

Weitere Tipps, Anleitungen und eine umfassende Beratung zu diesem Thema gibt es online auf diversen Seiten, beispielsweise www.schuelerkarriere.de.

Bewerbung aus der Selbstständigkeit

Bei der Bewerbung aus der Selbstständigkeit geht es darum, plausibel darzulegen, warum Sie Ihren Freiraum als eigener Chef gegen eine vermeintlich untergeordnete Position als Angestellter in einem Unternehmen eintauschen möchten. Wenn Sie auf selbstständiger Basis tätig sind, nun aber eine Festanstellung in einem Unternehmen anstreben, müssen Sie sich zwei Punkte bewusst machen:

  • Als Angestellter werden Sie zwangsläufig nicht mehr die Freiheit haben, zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten oder Projekten hin- und her zu wechseln. Das bedeutet für Sie, dass Sie sich darüber bewusst werden müssen, in welchem speziellen Bereich Ihre besondere Stärke liegt. Erst dann sollten Sie Ihr Bewerbungsschreiben gezielt für entsprechende Positionen anfertigen.
  • Im Gegensatz zu den USA, wo ein Wechsel zwischen Festanstellung und Selbstständigkeit häufiger vorkommt und teilweise eher als positiv wahrgenommen wird, sind die deutschen Personaler oftmals skeptisch. Wappnen Sie sich für eventuelle Vorurteile der Personaler (Flucht aus gescheiterter Existenz, Selbstständige lassen sich schwer integrieren, Angestelltendasein nur als Übergangslösung usw.). Bereiten Sie sich darauf vor, dass Ihre Motivation auf den Prüfstand gestellt wird und nehmen Sie etwaigen Vorurteilen durch eine schlüssige Argumentation bereits in der Bewerbung den Wind aus den Segeln.

In Ihrem Bewerbungsschreiben müssen Sie den Fokus auf Ihre beruflichen Stärken und Kompetenzen legen. Vermeiden Sie Sätze, die Sie als Einzelkämpfer darstellen, der wenig Interesse an Teamarbeit hat. Berufsrelevante Eigenschaften wie ziel- und ergebnisorientiertes Arbeiten, Eigeninitiative, Kommunikationsfähigkeit und Selbstorganisation sind ebenfalls gern gesehen.

Zudem müssen Sie natürlich darlegen, warum Sie sich für den neuen Job interessieren. Was reizt Sie speziell an diesem Unternehmen und den Aufgaben der angestrebten Position? Wenn Sie aus der Selbstständigkeit kommen, können Sie wahrscheinlich kein aktuelles Arbeitszeugnis vorlegen. Als Ersatz helfen Ihnen Empfehlungsschreiben von Ihren Auftraggebern oder Kunden dabei, die Argumente Ihrer Bewerbung zu untermauern.

Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit

Während einer Phase der Arbeitslosigkeit ist es wichtig, dass Sie den Kontakt zu Ihrer Branche halten. Besuchen Sie (Job-)Messen und lesen Sie Fachzeitschriften, die zu Ihrem Berufsfeld passen um thematisch am Ball zu bleiben. Das wirkt sich nicht nur positiv auf Ihr Selbstwertgefühl aus, sondern macht sich ebenfalls gut in Ihrer Bewerbung.

Machen Sie sich klar, dass Sie nicht arbeitslos, sondern arbeitssuchend sind. Sie engagieren sich und versuchen, das Beste aus Ihrer aktuellen Situation zu machen.

Im Lebenslauf wird dem Arbeitgeber auffallen, dass Sie zurzeit arbeitslos sind. Diesen potenziellen Minuspunkt können Sie jedoch positiv gestalten, wenn Sie (private) Weiterbildungen, Nebenjobs oder andere berufsrelevante Tätigkeiten auflisten, die Ihr Engagement beweisen.

Legen Sie in Ihrem Anschreiben den Fokus nicht auf Ihre Arbeitslosigkeit. Stellen Sie lieber Ihre bisherige Berufserfahrung sowie die daraus resultierenden Qualifikationen und Erfolge in den Mittelpunkt, an die Sie wieder anknüpfen möchten.

Werden Sie im Vorstellungsgespräch direkt auf Ihre Arbeitslosigkeit angesprochen, reagieren Sie offen und selbstbewusst. Machen Sie deutlich, dass Sie die Zeit der Arbeitslosigkeit aktiv genutzt haben, um wieder ins Berufsleben zurückzufinden.

Bewerbung mit Krankheit

Sie sind grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, Ihrem künftigen Arbeitgeber physische oder psychische Krankheiten offen darzulegen. Ausnahme: Sobald Ihre Krankheit Sie während der Ausübung Ihrer Tätigkeit durch einen erhöhten Arbeitsausfall beeinträchtigt oder die Gefahr einer Infektion anderer Mitarbeiter besteht, sind Sie dazu verpflichtet, dies dem Arbeitgeber mitzuteilen.

Wenn sich durch eine längere Krankheitsphase ein ansonsten undefinierter Zeitraum oder sogar eine Lücke in Ihrem Lebenslauf ergibt, empfehlen wir, offen und ehrlich mit dem Thema umzugehen. Je nachdem, ob Sie an einer chronischen Krankheit leiden oder soeben eine längere Krankheitsphase überstanden haben, ergeben sich unterschiedliche Herangehensweisen für Ihre Bewerbung.

Bei einer chronischen Erkrankung

  • Keine Beeinträchtigung der Arbeit: Eine chronische Krankheit, die Sie weder in der Vergangenheit bei Ihrer Arbeit beeinträchtigt hat, noch langfristig beeinträchtigen wird, müssen Sie nicht in Ihrer Bewerbung ausführen. Sie haben in diesem Fall sogar die Wahl, ob Sie Ihren Arbeitgeber darüber in Kenntnis setzen wollen oder nicht. Sobald sich Ihr gesundheitlicher Zustand verändert und dadurch Ihre Arbeit beeinträchtigt wird, muss Ihr Chef allerdings darüber informiert werden.
  • Beeinträchtigung der Arbeit: Sofern Sie durch Ihre chronische Erkrankung während Ihrer täglichen Arbeit beeinträchtigt werden, müssen Sie diese Information an Ihren Arbeitgeber weitergeben. Sollte erst zu einem späteren Zeitraum festgestellt werden, dass Sie den jeweiligen Beruf aufgrund Ihrer Krankheit nicht ausüben können, kann Ihr Arbeitgeber den bestehenden Vertrag anfechten und Sie kündigen.

Nach einer längeren Krankheitsphase

Sie mussten Ihr Arbeitsverhältnis aufgrund einer akuten Erkrankung niederlegen. Nun gilt es, dass Sie sich dem neuen Arbeitgeber als kurierter Arbeitnehmer präsentieren, während Sie gleichzeitig die vermeintliche Lücke im beruflichen Werdegang erklären.

Wichtig ist: Geben Sie den Zeitraum Ihrer Erkrankung, wie Sie es auch bei Ihrer Berufserfahrung machen, mit Monaten und Jahren an. Es bringt Ihnen nichts, wenn Sie in Ihrem Lebenslauf lediglich mit Jahreszahlen arbeiten, um dadurch vermeintliche Lücken zu kaschieren. Eben diese Strategie wird von jedem Personaler schnell durchschaut, sodass Sie damit die Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch minimieren. Von Falschaussagen wie "Persönliche Weiterbildung", wenn der Zeitraum tatsächlich für die Rehabilitation nach einer Krankheit genutzt wurde, ist selbstverständlich dringend abzuraten.

Bewerbung mit Schwerbehinderung

In Deutschland sind Arbeitgeber ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl laut Sozialgesetzbuch dazu verpflichtet, schwer behinderte Menschen einzustellen – sei es nun eine körperliche oder geistige Behinderung. Ab einer Größe von 20 Mitarbeitern müssen beispielsweise private Unternehmen 5 % und öffentliche Unternehmen 6 % der Positionen mit Schwerbehinderten besetzen. Dennoch stehen viele Bewerber vor der Problematik, wie Sie mit Ihrer Behinderung innerhalb des Bewerbungsprozesses umgehen.

Bewerben mit Schwerbehinderung
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Entweder es besteht die Angst, dass die eigene Behinderung – sei diese nun im Anschreiben oder im Lebenslauf genannt – in erster Linie ein Gefühl von Mitleid beim Personaler erzeugt und dieses Mitleidsgefühl maßgeblich in den Entscheidungsprozess eingreift.

Schließlich möchte niemand aus Mitleid, sondern aufgrund seiner Qualifikation eingestellt werden.

Oder es wird befürchtet, dass die spezifische Behinderung aufgrund der eventuell notwendigen Anpassung des Arbeitsplatzes eine zu große Herausforderung für den Arbeitgeber darstellt. Ein weiterer Grund sind mögliche Komplikationen im Team: Schließlich gelten für Arbeitnehmer mit einer Behinderung ein gesonderter Urlaubsanspruch und Kündigungsschutz.

Müssen Sie Ihre Behinderung in der Bewerbung angeben?

Ein pauschales "Ja" oder "Nein" kann diesbezüglich nicht gegeben werden. Es kommt letzten Endes darauf an, welchen Beruf Sie ausüben möchten und wie sich Ihre Behinderung auswirkt.

  • Keinerlei Einschränkung für den Beruf: Sollten Sie bei der Ausführung Ihrer Tätigkeit nicht durch Ihre Behinderung eingeschränkt sein, müssen Sie Ihre Behinderung nicht in der Bewerbung angeben. Nichtsdestotrotz ist es empfehlenswert, den künftigen Arbeitgeber zu informieren, da das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Vertrauen und Ehrlichkeit basieren sollte.
  • Bestehende Beeinträchtigung für den Beruf: Wenn Ihre Behinderung Sie bei der Ausübung Ihrer Tätigkeit einschränkt, ist es ratsam, den Arbeitgeber im Vorfeld darüber zu informieren. So kann Ihr Arbeitsplatz, falls notwendig, entsprechend angepasst und eingerichtet werden.
  • Bewerbung mit Behinderung im öffentlichen Dienst: Unternehmen im öffentlichen Dienst sind dazu verpflichtet, Menschen mit einer Behinderung zumindest zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Dementsprechend empfiehlt es sich, die eigene Behinderung in der Bewerbung anzugeben. Sofern Sie dann trotz einer korrekten Angabe Ihrer Behinderung nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, haben Sie die Möglichkeit, gerichtlich dagegen vorzugehen.

Mögliche Formulierungen zur Erwähnung einer Behinderung

  • "Der Vollständigkeit halber möchte ich Sie darüber in Kenntnis setzen, dass bei mir ein GdB von 60 % vorliegt, dieser sich aber in keiner Weise negativ auf meine Arbeitsfähigkeit oder -leistung auswirkt."
  • "Obwohl ich auf einen Rollstuhl angewiesen bin, werde ich dadurch nicht in der Ausübung meiner beruflichen Tätigkeit eingeschränkt."
  • "Aufgrund einer ärztlich attestierten Erkrankung kann ich meiner Tätigkeit lediglich unter bestimmten, leicht zu erfüllenden Bedingungen nachgehen. Dies beeinträchtigt jedoch weder die Qualität noch die Effizienz meiner Arbeit für Ihr Unternehmen."

Wie Sie an diesen drei Beispielen erkennen können, sind die Formulierungen immer in eine positive Richtung gelenkt. Sie gehen offen mit Ihrem Handicap um und zeigen einem potenziellen Arbeitgeber gleichzeitig, dass dieser hinsichtlich Ihres Einsatzes und Ihrer Leistung keine Bedenken haben muss.


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