Bewerbungskosten absetzen - Bei der Bewerbung Geld sparen

Die Jobsuche ist mit viel Aufwand verbunden, kostet Geld und vor allem viel Zeit. So fallen bei der klassischen Papierbewerbung Kosten für das Porto, den Druck oder etwa die Bewerbungsmappe an. Der Trend zur Online-Bewerbung senkt zwar die Durchschnittskosten pro Bewerbung, allerdings fallen Kosten für die Fahrt zum Vorstellungsgespräch, das Bewerbungsfoto oder auch das Bewerbung schreiben lassen weiterhin an.


Die gute Nachricht ist, dass sowohl der Staat als auch die Unternehmen ein Interesse daran haben, geeignete Bewerber zu finden. Deswegen existieren verschiedene Möglichkeiten zum Sparen und Ersetzen von Bewerbungskosten. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, welche Bewerbungskosten Sie steuerlich absetzen können und wie Sie dabei richtig vorgehen.

Was sind Bewerbungskosten?

Bewerbungskosten fallen in die Kategorie der Werbungskosten und sind somit beim Finanzamt steuerlich absetzbar. Laut §9 des EStG sind Werbungskosten Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen – Kosten, die im Rahmen Ihrer Jobsuche entstehen sind also mit inbegriffen. Der Erfolg Ihrer Bewerbungsbemühungen ist dabei unerheblich.


Sollten Sie dazu verpflichtet sein, eine Steuererklärung abzugeben, haben Sie bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit, diese beim Finanzamt einzureichen. Sofern Sie Hilfe von einem Steuerberater bekommen, der die Steuererklärung für Sie übernimmt, verlängert sich die Abgabefrist auf den letzten Februartag des übernächsten Jahres.

Checkliste - Welche Kosten sind steuerlich absetzbar?

Neben klassischen Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsschreiben, Lebenslauf etc.) und Bewerbungsdesigns können Sie auch Kosten für Bewerbungsvideos sowie Bewerbungshomepages steuerlich absetzen.


Die folgenden Tabellen zeigen, welche weiteren Kosten Sie sich vom Finanzamt erstatten lassen können:

Bewerbungskosten absetzen - Büromaterialien
Bewerbungskosten absetzen - Reisekosten
Bewerbungskosten absetzen - Dienstleistungen
Bewerbungskosten absetzen - Print

Wo und wie gebe ich Bewerbungskosten an?

Insbesondere Berufsanfänger sind sich oft unsicher, wo und wie Sie ihre Bewerbungskosten eintragen können. Es existieren zwei verschiedene Möglichkeiten: Sie weisen entweder die tatsächlich angefallenen Kosten mithilfe von Belegen nach oder geben Pauschalbeträge für die jeweiligen Bewerbungskosten an.


Unabhängig davon, für welche Variante Sie sich entscheiden, müssen Sie die Aufstellung Ihrer Bewerbungskosten in die Anlage N Ihrer Steuererklärung eintragen. In der Elster-Software ist das Formular unter dem Reiter „weitere Vordrucke“ zu finden. Das Formular lässt sich bearbeiten, indem Sie auf das Feld Anlage N klicken und „Anlage N zu meiner Steuererklärung hinzufügen“ auswählen.


Alternativ bieten wir Ihnen die aktuelle Anlage N zum kostenlosen Download an:

Belege einreichen - Bewerbungskosten mit Nachweis absetzen

Falls Sie alle für die Bewerbung relevanten Belege oder Kopien dieser aufbewahrt haben, können Sie sie in Ihrer Steuererklärung angeben. Tragen Sie die angefallenen Bewerbungskosten in Anlage N, Seite 2, Zeilen 46 bis 48 (Weitere Werbungskosten) ein. Die Belege sollten Sie Ihrer Steuererklärung als Nachweis im Anhang beifügen. Sofern viele verschiedene Bewerbungskosten bei Ihnen angefallen sind, können Sie diese separat in einer Liste aufführen (z. B. in einer Excel-Tabelle) und ebenfalls im Anhang Ihrer Steuererklärung unterbringen. Fügen Sie dann unter „Weitere Bewerbungskosten“ den Vermerk „Siehe Anlage“ ein.


Unser professioneller Bewerbungsservice ist ebenfalls von der Steuer absetzbar. Die von uns erstellten Rechnungen sollten Sie zu diesem Zweck als Belege aufbewahren. Auch diejenigen, die ein ganzes Jahr arbeitslos waren, haben einen Anspruch auf Kostenerstattung.


Achten Sie darauf, Ihre Quittungen und Bons an einem trockenen und dunklen Ort aufzubewahren und ggf. Kopien anzufertigen. Bei Thermobelegen ist die Gefahr groß, dass die Tinte rasch verblasst und der Beleg somit nicht mehr leserlich ist.

Bewerbungskosten absetzen - Belege

Beispiel: So können Sie Ihre Bewerbungskosten mit Belegen bei der Steuererklärung in Anlage N angeben

Pauschalen - Bewerbungskosten ohne Nachweis absetzen

Sie haben keine Quittungen aufbewahrt? Das ist kein Problem! Laut Absatz 234 eines Urteils des Finanzgerichts Köln werden für eine Bewerbung mit Bewerbungsmappe 8,50€ und für eine Bewerbung ohne Bewerbungsmappe (z. B. Online-, Kurz- oder Initiativbewerbung) 2,50€ vom Finanzamt anerkannt. Bei aufwendig und umfangreich gestalteten Bewerbungsmappen können Sie auch 10 bis 15 Euro ansetzen.


Beachten Sie jedoch, dass bei Bewerbungskosten kein Anspruch auf eine pauschale Rückerstattung vorliegt. Hier entscheidet der zuständige Sachbearbeiter, ob die angesetzte Pauschale angemessen ist. Das Finanzamt akzeptiert eine Pauschale von bis zu 1000 Euro. Sind die Kosten höher als 1000 Euro, müssen Sie alle Bewerbungskosten ab dem ersten Euro durch Belege nachweisen.

Bewerbungskosten absetzen - Pauschale

Beispiel: So können Sie Ihre Bewerbungskosten in der Steuererklärung mit Pauschalen angeben

Sollten Sie sich in der Bewerbungsphase befinden, ist es ratsam, von Beginn an alle Belege zu sammeln. Mit diesen können Sie im Zweifelsfall die Bewerbungskosten immer nachweisen. Die Anzahl der versendeten Bewerbungen lässt sich mit Kopien Ihrer Anschreiben und der Antwortschreiben (Zusage bzw. Absage) der Unternehmen dokumentieren. Weisen Sie Fahrten zu Vorstellungsgesprächen am besten anhand des Einladungsschreibens der Firma nach.

Wer erstattet mir Bewerbungskosten?

Es gibt drei Anlaufstellen, die für die Erstattung von Bewerbungskosten infrage kommen:

Erstattung über das Finanzamt

Für Arbeitnehmer erfolgt die Erstattung der Bewerbungskosten in der Regel über die Steuererklärung, die Sie beim Finanzamt einreichen. Die Bewerbungskosten werden hierbei wie oben beschrieben als Werbungskosten in der Anlage N eingetragen. Es dürfen allerdings nur Bewerbungskosten angegeben werden, die noch nicht von anderer Stelle erstattet wurden (z. B. Arbeitgeber).


Wichtig: Über die Steuerersparnis können die Kosten lediglich in Höhe des persönlichen Steuersatzes erstattet werden.

Kostenübernahme durch den Arbeitgeber

Da auch Unternehmen ein großes Interesse daran haben, gute Bewerber zu finden, lohnt es sich auch hier, sich zu erkundigen. Fragen Sie im Falle einer Einladung zum Bewerbungsgespräch ruhig nach. In manchen Fällen erklärt sich der potenzielle Arbeitgeber dazu bereit, einen Teil der entstehenden Kosten zu übernehmen. Einige Unternehmen kommen nicht nur für die Fahrtkosten, sondern auch für Unterkunft und Verpflegung auf.


Ob Sie im Vorstellungsgespräch überzeugen konnten oder abgelehnt wurden, spielt bei der Kostenrückerstattung keine Rolle. Das Unternehmen darf die Zahlung nur verweigern, wenn es entweder bereits bei der Einladung zum Vorstellungsgespräch darauf hingewiesen hat, dass keine Erstattung der Aufwendungen vorgenommen werden kann oder wenn Sie sich ohne vorherige Ankündigung bei diesem vorgestellt haben.


Lassen Sie sich am besten schriftlich in einer E-Mail oder einem Brief Auskunft über die Kostenübernahme zukommen. Darüber hinaus kann der Arbeitgeber die zurückzulegende Entfernung noch einmal bestätigen, sodass Sie bei Nichterstattung einen zusätzlichen Nachweis in Bezug auf Ihre Reisekosten erhalten. 

Kostenerstattung durch die Bundesagentur für Arbeit

Bei der Bundesagentur für Arbeit kann ebenfalls eine Erstattung der Bewerbungskosten beantragt werden. Voraussetzung dafür ist es, sich als ausbildungs- oder arbeitssuchend zu melden, einen entsprechenden Antrag auf Bewerbungskostenrückerstattung auszufüllen und bei der zuständigen Behörde (Jobcenter oder Arbeitsamt) einzureichen.


In der Regel wird ein Pauschalbetrag von 5€ pro ausgedruckter und per Post verschickter Bewerbung festgelegt. Der maximale Betrag für erstattete Bewerbungskosten beträgt 260€ im Jahr. Bei der Kostenerstattung für professionelle Bewerbungsservices gibt es regionale Unterschiede. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Sachbearbeiter, ob eine Möglichkeit der Kostenübernahme dafür besteht oder beantragt werden kann.


Bitte beachten Sie auch hier, dass kein Rechtsanspruch auf die Erstattung Ihrer Bewerbungskosten vorliegt. Genauere Details sollten Sie immer mit Ihrem zuständigen Sachbearbeiter klären. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.

Bewerbungskosten sind eine lohnende Investition in Ihre Zukunft. Überlegen Sie sich, was Sie bereit sind, für Ihren Traumjob auszugeben. Und denken Sie daran, dass Sie dabei auch viel Geld sparen können. 

Häufig gestellte Fragen zur Absetzung der Kosten

Wie hoch ist die Pauschale für Fahrtkosten und Verpflegung?

Für Fahrtkosten zu einem Vorstellungsgespräch oder Seminar ist eine Fahrtkostenpauschale von 0,30 € pro gefahrenem Kilometer für den Hin- und Rückweg vorgesehen. Im Idealfall lassen Sie sich die zurückgelegte Distanz vom Unternehmen schriftlich bestätigen. Neben Spritkosten fallen unter Fahrtkosten Bus- und Zugtickets sowie Parkgebühren.


Die Höhe der Verpflegungspauschale liegt seit 2020 bei 14 €, wenn Sie zwischen acht und 24 Stunden von zu Hause abwesend sind. Übersteigt der Zeitraum der Abwesenheit 24 Stunden, beträgt die Pauschale 28 €

Kann ich die Bewerbungskosten meiner Kinder absetzen?

Es ist nicht möglich, anfallende Bewerbungskosten Ihrer Kinder abzusetzen. Steuerlich werden die Ausgaben für das Kind bereits durch das Kindergeld sowie durch den Kinderfreibetrag oder Ausbildungsfreibetrag berücksichtigt.

Kann ich Werbungskosten für das Studium / die Ausbildung absetzen?

Werbungskosten können Sie nur für ein Zweitstudium absetzen, da dieses als Fortbildung angesehen wird. Hierzu zählt neben einem Masterstudium auch ein Studium, das nach einer vorherigen Ausbildung oder einem anderen Studium aufgenommen wurde. Die studienbedingten Kosten (Bewerbungskosten, Studiengebühren, Fahrtkosten etc.) können dann in Ihrer Steuererklärung als Verlust vorgetragen werden. Sobald Sie ins Berufsleben einsteigen, werden die Verluste der Vorjahre mit Ihrem Einkommen verrechnet. Im Prinzip werden Ihnen dann als Arbeitnehmer die Studienkosten im Rahmen einer Steuerrückzahlung erstattet.


Um eine Verlustfeststellung zu beantragen, müssen Sie in der Kopfzeile des Mantelbogens ein Häkchen bei „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ setzen. Außerdem müssen Sie in der Anlage N unter den Fortbildungskosten auf Seite 2 Ihre Ausgaben für das Studium eintragen. Der Antrag auf Verlustfeststellung kann bis zu sieben Jahre rückwirkend gestellt werden.


Bei einem Erststudium oder der ersten Ausbildung können die anfallenden Kosten stattdessen als Sonderausgaben bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 € angesetzt werden. Der Sonderausgabenabzug kann allerdings im Gegensatz zum Verlustvortrag nicht in nachfolgende Jahre übertragen werden, sondern muss im selben Jahr der Steuererklärung erfolgen. Sonderausgaben wirken sich lediglich dann steuerlich aus, wenn im selben Jahr steuerpflichtige Einkünfte bezogen wurden. 

Kann ich Bewerbungskosten ohne Einkünfte absetzen?

Grundsätzlich ist die steuerliche Absetzung der Bewerbungskosten an den Bezug von Einkünften gekoppelt: Wenn Sie ganzjährig kein Einkommen erhalten und keine Lohnsteuer abgeführt haben, weil Sie arbeitslos oder geringfügig beschäftigt waren, können Ihnen auch keine Bewerbungskosten erstattet werden.


Allerdings besteht die Möglichkeit, Ihre Bewerbungskosten als vorweggenommene Werbungskosten geltend zu machen. Das bedeutet, dass Ihre Werbungskosten mit bevorstehenden Einkünften verrechnet werden. Sofern die Werbungskosten inklusive der Bewerbungskosten die steuerpflichtigen Einkünfte überschreiten, kann der entstehende Verlust in den nachfolgenden Jahren von der Steuer abgesetzt werden.


Alternativ können Sie beim Arbeitsamt anfragen, ob es die Bewerbungskosten trägt (z. B. Fahrtkosten). Der Sachbearbeiter ist jedoch nicht rechtlich dazu verpflichtet, Ihnen die Kosten zu erstatten.


Sie benötigen Hilfe bei der Bewerbung? Stellen Sie eine unverbindliche Anfrage und lassen Sie sich kostenlos ein Angebot erstellen!

Nach dem Absenden des Formulars nehmen wir gerne per E-Mail oder per Telefon Kontakt zu Ihnen auf. Der Versand unseres Angebots erfolgt per E-Mail. Ihre Angaben werden verschlüsselt übertragen.