Zum Inhalt springen

„Sehr geehrte Damen und Herren“ - Auf die richtige Verwendung achten

Beim Verfassen einer Bewerbung oder eines formellen Briefes starten Sie mit einer passenden Anrede. Als gängige Anrede ist den Meisten die Formulierung „Sehr geehrte Damen und Herren“ bekannt. Es wird allerdings immer häufiger diskutiert, ob diese Anrede noch zeitgemäß ist. In welchen Fällen Sie diese Formulierung dennoch verwenden können und wann Sie besser auf eine Alternative zurückgreifen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wann verwende ich „Sehr geehrte Damen und Herren“?

Wenn Sie eine Bewerbung oder einen Brief verfassen, folgt nach dem Briefkopf und der Betreffzeile eine passende Anrede. Wichtig dabei ist, dass Sie auf „Sehr geehrte Damen und Herren“ nur zurückgreifen, wenn Sie keine konkrete Ansprechperson ausfindig machen können. Bei der Verwendung von „Sehr geehrte Damen und Herren“ besteht immer die Gefahr, dass Personalverantwortliche das Gefühl haben, dass Sie sich im Vorhinein nicht über das Unternehmen und die Personalabteilung informiert haben.


Sie sollten daher immer versuchen, eine konkrete Ansprechperson ausfindig zu machen und Ihr Anschreiben an diese Person zu richten. In den meisten Fällen wird die zuständige Person namentlich in der Stellenausschreibung erwähnt. Sollte dies nicht gegeben sein, können Sie versuchen, über Karrierenetzwerke wie XING oder LinkedIn herauszufinden, wer für die Bearbeitung eingehender Bewerbungen zuständig ist. 


Die korrekte Anrede sieht dann wie folgt aus:

  • „Sehr geehrte Frau Muster,“

  • „Sehr geehrter Herr Beispiel,“

Marcel Zwonarz - Bewerbungsexperte

Bei der Verwendung der Formulierung „Sehr geehrte Damen und Herren“ wird ebenso wie bei einer individuellen Anpassung wie „Sehr geehrte Frau Personalerin“ ein Komma gesetzt. Nach dem Komma wird dann klein weitergeschrieben. Ausnahmen bilden wie auch in jedem anderen Satz Substantive, Namen und die direkte Ansprache durch „Sie“ / „Ihre“ / etc. Zwischen der Anrede und dem darauffolgenden Satz wird immer eine Leerzeile eingefügt.

Marcel Zwonarz - Bewerbungsexperte

„Sehr geehrte Damen und Herren“ in der E-Mail nutzen?

Häufig werden Bewerbungsunterlagen als Anhang einer E-Mail an das Unternehmen beziehungsweise die Personalabteilung versendet. In der E-Mail selbst wird dann nur ein kurzer Text verfasst, welcher auf die Bewerbungsunterlagen im Anhang verweist. Dabei sollten Sie eine förmliche Anrede verwenden. Genau wie im Anschreiben ist es empfehlenswert, statt „Sehr geehrte Damen und Herren“ auch hier eine konkrete Ansprechperson zu adressieren, sollte diese in der Stellenausschreibung oder auf der Unternehmenswebseite vermerkt sein.


In manchen Fällen kommt es vor, dass Personalverantwortliche Ihnen bereits per E-Mail das „Du“ anbieten. Dann sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie beim „Du“ bleiben und nicht versehentlich wieder zum „Sie“ wechseln, um keinen unaufmerksamen Eindruck zu hinterlassen. Das Duzen beim ersten Kontakt kann helfen, die Distanz zu minimieren und zu einem angenehmen Gesprächsklima beizutragen. Dann sollten Sie selbstverständlich ebenfalls auf die Verwendung der Formulierung „Sehr geehrte/r ...“ verzichten und eine weniger förmliche Anrede wie zum Beispiel „Guten Tag ...“ oder „Hallo ...“  wählen.


Wenn Sie eine E-Mail mit einem anderen Zweck als einer Bewerbung versenden, ist nicht zwingend eine förmliche Anrede notwendig. Dabei kommt es immer darauf an, was der Anlass für Ihre E-Mail ist und in welchem Verhältnis Sie zur adressierten Person stehen. In vielen Fällen können Sie auch eine Anrede wie beispielsweise „Hallo Frau Muster / Herr Beispiel“ oder „Liebe Frau Beispiel / Lieber Herr Muster“ verwenden.


Wenn Sie eine solche Anrede verwenden, sollten Sie sicher sein, dass die adressierte Person keinen Wert auf eine förmliche Anrede legt. Wenn Sie diesbezüglich Zweifel haben, sollten Sie sichergehen und die Formulierung „Sehr geehrte Frau Muster / Sehr geehrter Herr Beispiel“ nutzen. 

Weitere hilfreiche Tipps zur korrekten Gestaltung der E-Mail bei einer Bewerbung erhalten Sie in unserem Artikel „In 5 einfachen Schritten zur optimalen Bewerbung per E-Mail

Genderneutrale Alternativen für die allgemeine Anrede

Die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ gilt häufig als veraltet, da sie unpersönlich ist und Personalverantwortliche heutzutage viel Wert darauflegen, dass sie direkt angesprochen beziehungsweise adressiert werden. In Ausnahmefällen, wenn auch durch gründliche Recherche keine Ansprechperson ausfindig gemacht werden kann, ist „Sehr geehrte Damen und Herren“ jedoch immer noch der gängige Standard.


Früher war es ebenso geläufig, statt der Anrede „Sehr geehrte“ die Form „Sehr verehrte“ zu verwenden. Davon ist jedoch unbedingt abzusehen, da diese Formulierung nicht mehr zeitgemäß ist und sehr verstaubt wirkt. Statt der Verwendung der förmlichen Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ wird heute häufig durch die Nutzung moderner Alternativen versucht, die Anrede lockerer zu gestalten. 


Neben dem Zweck, die Ansprache moderner zu gestalten, wird häufig auch eine genderneutrale Anrede verwendet und auf die explizite Formulierung „Damen und Herren“ verzichtet, um möglichst alle Personen mit einzuschließen.


Beispiele für genderneutrale und moderne Alternativen von „Sehr geehrte Damen und Herren“:

  • „Sehr geehrtes Team der Beispiel GmbH,“

  • „Sehr geehrte Beschäftigte,“
  • „Sehr geehrtes Kollegium,“
  • „Sehr geehrte Anwesende,“
  • „Sehr geehrte Teilnehmende,“
  • „Sehr geehrtes Publikum,“

Dass die Formulierung Sehr geehrte Damen und Herren“ in verschiedensten Situationen von einer moderneren und genderneutralen Anrede abgelöst wird, zeigt sich beispielsweise durch die Anpassung bei der Fluggesellschaft Lufthansa, welche bei der Begrüßung der Reisenden auf Formulierungen wie „Guten Abend“, „Guten Tag“ oder auch „Herzlich willkommen an Board“ zurückgreift, um für mehr Gleichberechtigung zu sorgen.

„Sehr geehrte Damen und Herren“ in Fremdsprachen

Gerade bei einer Bewerbung im Ausland oder bei einem Geschäftsbrief im internationalen Kontext kann es vorkommen, dass Sie Ihr Schreiben in einer anderen Sprache als Deutsch verfassen müssen. Dazu müssen Sie selbstverständlich auch die korrekte Ansprache verwenden. Im Folgenden finden Sie eine Liste mit der Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ in verschiedenen Sprachen: 

  • Englisch: Dear Sir or Madam“

  • Französisch: „Mesdames et Messieurs“

  • Polnisch: Szanowni Państwo“

  • Türkisch: „Sayin bayanlar ve baylar“

  • Spanisch: Estimados señores míos

  • Niederländisch: „Geachte dames en heren“

  • Italienisch: „Gentili signore e signori“

  • Russisch: „Уважаемые дамы и господа“

Konkrete Ansprechperson bekannt - Wie gehe ich vor?

Wenn Ihnen eine konkrete Ansprechperson bekannt ist, gibt es einige Formalia, die Sie bei der Anrede beachten sollten. Oftmals sind formale Fehler nämlich die erste Hürde, an der viele Bewerber*innen scheitern.

Die korrekte Angabe eines Titels 

Vor allem im Rahmen von Geschäftsbriefen oder Bewerbungen kann es vorkommen, dass Sie Personen kontaktieren, die akademische Titel tragen. Da stellt sich die Frage, an welcher Stelle dieser den formalen Vorgaben entsprechend genannt werden muss und welche Titel eventuell wegfallen. Dabei kommt es auf den akademischen Grad an. Die Titel „Doktor / Doktorin“ (abgekürzt „Dr.“) und „Professor / Professorin“ (wird immer ausgeschrieben und nicht als „Prof.“ abgekürzt) werden immer in der Anrede angegeben.


Niedrigere akademische Titel hingegen werden nicht in der Anrede erwähnt. Dazu zählen beispielsweise Bachelor- und Mastertitel. Sollte die adressierte Person mehrere akademische Grade besitzen, nennen Sie in der Anrede immer nur den höchsten


Die korrekte Verwendung sieht demnach folgendermaßen aus:

  • „Sehr geehrter Herr Dr. Muster,“

  • „Sehr geehrte Frau Dr. Beispiel,“

  • „Sehr geehrte Frau Professorin Beispiel,“

  • „Sehr geehrter Herr Professor Muster,“

Mehrere Personen adressieren

Beim Adressieren mehrerer Personen mit der Formulierung „Sehr geehrte Damen und Herren“ gibt es verschiedene Aspekte, die sie beachten müssen, um keinen negativen Eindruck bei den Personalverantwortlichen oder Geschäftspartner*innen zu hinterlassen.


Grundsätzlich gilt eine Auflistung der adressierten Personen anhand ihrer hierarchischen Positionen im Unternehmen. Dabei spielt das Geschlecht keine Rolle. Wenn Sie zwei Personen der gleichen Hierarchiestufe kontaktieren, sortieren Sie die Namen in alphabetischer Reihenfolge. Sollte sich unter den Personen jedoch eine Frau befinden, wird diese wie gewohnt zuerst genannt. Bei bis zu zwei adressierten Personen können Sie diese in einer Zeile hintereinander nennen. Ab drei Personen ist die Darstellung untereinander besser geeignet.


Wenn Sie also beispielsweise zwei Geschäftsführer und eine Geschäftsführerin kontaktieren möchten, sieht das wie folgt aus:

  • „Sehr geehrte Frau Muster,
    sehr geehrter Herr Beispiel,
    sehr geehrter Herr Example,“

Manuela Groß - Bewerbungsexpertin

Vermeiden Sie in Ihrer Bewerbung unbedingt die Formulierung „Hiermit bewerbe ich mich …“. Die Stelle, auf die Sie sich bewerben, geben Sie für gewöhnlich bereits in der Betreffzeile an. Wenn Sie nach der Anrede mit dem Einleitungssatz „hiermit bewerbe ich mich um die Stelle XY ...“ fortfahren, wiederholen Sie sich unnötig und gehen das Risiko ein, dass Personalverantwortliche bereits dort das Interesse verlieren und Ihre Bewerbung aussortieren.

Manuela Groß - Bewerbungsexpertin

Die passende Grußformel zum Schluss

Neben der Anrede spielt auch die Grußformel am Ende Ihrer Bewerbung oder Ihres Geschäftsbriefs eine bedeutende Rolle. Hier kommt es ebenso auf den richtigen Ton an. Wenn es sich um ein Schreiben in einem formellen Kontext handelt, sollte die abschließende Grußformel ebenso viel Professionalität vermitteln wie die passende Anrede. 

Geeignete Grußformeln in diesem Kontext sind:

  • „Mit freundlichen Grüßen“

  • „Mit freundlichem Gruß“

  • „Freundliche Grüße“

  • „Mit besten Grüßen“

Beispiele für informelle Grußformeln, auf die Sie verzichten sollten, sind:

  • „Liebe Grüße“

  • „Herzliche Grüße“

  • „Viele Grüße“

  • „Beste Grüße“

Im Kontext einer Bewerbung sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie die Formulierung „Mit freundlichen Grüßen“ verwenden, da diese den sehr formellen Charakter der Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ teilt und sich vor allem auch für konservative Branchen eignet. Diese Grußformel ist respektvoll und distanzwahrend, was sich vor allem dann anbietet, wenn Sie die adressierte Person nicht persönlich kennen.  


Bewerbungsfrust? Jetzt unverbindlich anfragen und professionelle Bewerbungsunterlagen erstellen lassen!

Nach dem Absenden des Formulars nehmen wir gerne per E-Mail oder per Telefon Kontakt zu Ihnen auf. Der Versand unseres Angebots erfolgt per E-Mail. Ihre Angaben werden verschlüsselt übertragen.