Berufliche Neuorientierung – Alle Infos zum Berufswechsel

Wer in Vollzeit beschäftigt ist, verbringt täglich acht Stunden oder mehr auf der Arbeit. Bei dieser Menge an Zeit ist es nicht verwunderlich, dass Kollegen schnell zu einer zweiten Familie werden können und der Beruf einen Teil der eigenen Identität darstellt. Allerdings gibt es auch einige Arbeitnehmer, die mit Ihrem Job unzufrieden sind, sich unwohl fühlen und am liebsten alles hinschmeißen würden. Noch mal ganz von vorne anfangen – ein beruflicher Neuanfang – darüber denkt jeder Arbeitnehmer im Laufe seines Lebens einmal nach.

Aber wann macht ein Jobwechsel wirklich Sinn? Oft liegen die Ursachen der Frustrationen über die Arbeit viel tiefer und werden bei einem Berufswechsel nur von einer Stelle zur nächsten übernommen. Deshalb sollten Sie einige Aspekte bedenken, wenn Sie einen Jobwechsel oder sogar eine berufliche Neuorientierung anstreben.

Ursachen für die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz

Bevor Sie das Kündigungsschreiben für Ihre aktuelle Position verfassen, sollten Sie sich zunächst Gedanken darüber machen, was genau Sie an Ihrer Tätigkeit stört. Stellt sich hierbei heraus, dass die Gründe für Ihre Unzufriedenheit nicht Ihr Beruf an sich, sondern Ihre eigenen Erwartungen sind, stehen Sie im neuen Job schnell vor demselben Problem.

Wenn Sie mit den materiellen Faktoren Ihres Jobs unzufrieden sind, kann ein Arbeitgeberwechsel bereits viel bewirken:

  • Länge des Arbeitsweges
  • Gehaltshöhe
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Berufliche Aufstiegsmöglichkeiten
  • Arbeitsatmosphäre und Betriebsklima

Wenn allerdings andere, immaterielle Faktoren die Ursache der Unzufriedenheit darstellen, sollten Sie über eine berufliche Neuorientierung nachdenken:

  • Selbstverwirklichung
  • Work-Life-Balance
  • Anerkennung
  • Sinnhaftigkeit der Tätigkeit

Selbsttest: Ist es Zeit für eine Neuorientierung?

Stellen Sie sich selbst die folgenden 10 Fragen und überlegen Sie sich danach genau, ob eine berufliche Neuorientierung Ihre aktuelle Situation wirklich verbessern kann. Außerdem sollten Sie sich fragen, welche Erwartungen Sie an Ihren Beruf haben und aus welchen Gründen Sie Ihre aktuelle Stelle angetreten haben.

  • Wie lange bin ich schon unzufrieden?
  • Was genau stört mich?
  • Gibt es persönliche Hintergründe, die einen Einfluss auf mein Arbeitsleben haben?
  • Gibt es ein Problem mit meinen Kollegen / Vorgesetzten oder der Arbeit an sich?
  • Kann ich selbst etwas an meiner Situation verändern?
  • Was möchte ich in meinem Beruf erreichen?
  • Kann ich mein volles Potenzial in meinem aktuellen Beruf ausnutzen?
  • Wieso habe ich mich für meine aktuelle Stelle entschieden?
  • Bin ich in der Lage, das Risiko eines Berufswechsels einzugehen?
  • Gibt es Alternativen zu einem Jobwechsel?

Was Sie vor einem beruflichen Neuanfang beachten sollten

Um Ihre Entscheidung nicht zu überstürzen, warten Sie zunächst etwas ab und versuchen Sie, kleine Veränderungen an Ihrem aktuellen Arbeitsplatz zu bewirken.

  • Abwarten – Manchmal hat man einfach eine schlechte Phase, die wieder vergeht. Warten Sie einige Wochen oder sogar Monate ab, ob sich Ihre Lage wieder verbessert.
  • Problem erkennen – Es ist Zeit verstrichen und Ihre Situation hat sich nicht verbessert oder gar verschlechtert? Neben Ihrem mentalen Unwohlsein sind nun auch körperliche Beschwerden hinzugekommen? Dann sollten Sie jetzt handeln.
  • Ursachen ausfindig machen – Was genau ist der Grund für Ihre Unzufriedenheit? Liegt es tatsächlich an ihrem beruflichen Umfeld? Übertragen Sie vielleicht Ihre privaten Probleme auf die Arbeit oder liegt es womöglich an Ihrer persönlichen Einstellung?
  • Lösungswege finden – Überlegen Sie sich, wie Sie Ihre Situation am ehesten verbessern können. Brauchen Sie neue Herausforderungen oder nur eine Gehaltserhöhung? 
  • Gespräch suchen – Als nächstes sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten suchen und Ihre Unzufriedenheit ansprechen. Eventuell können Sie zusammen Maßnahmen ergreifen, sodass Sie wieder glücklicher mit Ihrer aktuellen Tätigkeit sind.
  • Berufliche Neuorientierung oder Arbeitgeberwechsel? – Konnten Sie mit Ihrem aktuellen Arbeitgeber keine Lösung finden oder sind sich sicher, dass Sie einen Neuanfang wollen? Dann ergreifen Sie jetzt Ihre Chance auf Verbesserung!

Sie haben Probleme bei der Erstellung Ihrer Bewerbung

Kein Problem, wir helfen Ihnen gerne! Lassen Sie sich Ihre Bewerbungsunterlagen von einem unserer Bewerbungsexperten erstellen und profitieren Sie von unserer Erfahrung aus über 25.000 erstellten Bewerbungen!

Vorteile und Nachteile des Berufswechsels

Vorteile

  • Ein frischer Start in einem neuen Umfeld kann Sie wieder aufblühen lassen.
  • Neue Erfahrungen sammeln in einem anderen Unternehmen.
  • Bessere Arbeitsbedingungen.
  • Höhere Zufriedenheit mit dem neuen Job, wenn Sie es richtig angehen.

Nachteile

  • Zu häufige Wechsel im Werdegang wirken unstrukturiert und werfen Fragen im Vorstellungsgespräch auf.
  • Falls Sie sich zu viel von dem Berufswechsel versprechen oder aus den falschen Gründen gekündigt haben, werden Sie im neuen Job schnell wieder frustriert sein.
  • Einen neuen Arbeitsplatz zu finden, ist nicht immer einfach. Ein Wechsel muss deshalb gut überlegt sein.

Checkliste für die berufliche Neuorientierung

Sie haben gekündigt oder sich für die Kündigung entschieden und sind nun auf der Suche nach einer neuen Stelle – dem beruflichen Neuanfang steht nichts mehr im Weg! Doch auch hier gibt es einige Punkte zu beachten. Insbesondere, wenn Sie eine komplette Neuorientierung anstreben.

Sollten sie innerhalb Ihrer Branche lediglich den Arbeitgeber wechseln, empfiehlt es sich, diesen zunächst genau unter die Lupe zu nehmen. So können Sie verhindern, dass Sie nach kurzer Zeit wieder mit den alten Ärgernissen konfrontiert werden.

Lesen Sie mehr zu den Besonderheiten der Bewerbung bei einem Jobwechsel – Unter anderem, wie man den Jobwechsel im Anschreiben begründen oder einen Mangel an Erfahrung ausgleichen kann.

Wenn Sie jedoch eine gänzlich neue Tätigkeit aufnehmen wollen, sollten Sie nach den folgenden Schritten verfahren:

  • Informationen sammeln – Wahrscheinlich haben Sie bereits einen bestimmten Beruf im Auge, der Sie schon lange reizt. Erkundigen Sie sich nach verschiedenen Tätigkeiten, sei es durch Freunde oder Familienmitglieder, das Internet oder verschiedene Agenturen.
  • Realistische Erwartungen – Viele Berufe hören sich erstmal spannend und abwechslungsreich an, entsprechen in der Realität jedoch nicht den Erwartungen. Informieren Sie sich deshalb gut über die angestrebte Tätigkeit und absolvieren Sie gegebenenfalls ein Praktikum, um den passenden Beruf zu finden.
  • Planen – Welche Ziele möchten Sie langfristig in Ihrem Job erreichen und was ist Ihnen im Leben wichtig? Wählen Sie einen Beruf aus, den Sie auch im Alter noch ausüben können und der Sie für die Zukunft absichert.
  • Traumjob finden – Sie haben sich genügend informiert, Praktika absolviert und sind sich sicher: das ist Ihr Traumjob. Der nächste Schritt ist die Bewerbung.
  • Bewerbung als Quereinsteiger – Hier gibt es einige Punkte zu beachten, um den erfolgreichen Einstieg in den neuen Beruf zu meistern.

Alternativen zur beruflichen Neuorientierung

Falls Sie den Arbeitgeber nicht wechseln wollen, bietet sich die sogenannte Karriereflexibilität an. Hierbei bleiben Sie im Unternehmen, führen jedoch eine andere Tätigkeit aus. Dadurch erhalten Sie neue Blickwinkel auf die Prozesse innerhalb des Unternehmens. Dieses Mittel kommt dann infrage, wenn die aktuellen Aufgaben Sie langweilen oder Sie das Gefühl haben, beruflich nicht voranzukommen. Suchen Sie hierfür das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten oder der Geschäftsführung.

Meistens möchten Vorgesetzte langjährige Mitarbeiter nicht verlieren und wissen, dass die neuen Aufgaben und Eindrücke für frischen Wind und somit für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen können. 

Bewerben im Alter - Berufliche Neuorientierung ab 50

Unzufriedenheit im Beruf ist unabhängig vom Alter. Ein Berufseinsteiger kann, genau wie eine berufserfahrene Person, von Frustration und Desinteresse am eigenen Beruf betroffen sein. Die Jobsuche wird jedoch ab dem 50. Lebensjahr nicht unbedingt einfacher.

Viele ältere Bewerber denken, dass Sie ab einem bestimmten Alter keine Chancen mehr auf einen Berufswechsel haben. Das stimmt aber nicht! Welche Vorteile Sie als erfahrener Arbeitnehmer mitbringen und was Sie bei der Bewerbung im Alter beachten sollten, erfahren Sie in unserem Beitrag über die Bewerbung mit 50+.