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Lebenslauf für Arbeitssuchende - Trotz Arbeitslosigkeit überzeugen

Grundsätzlich sollten Sie bei der Erstellung Ihres Lebenslaufs Ihren Werdegang vollständig und lückenlos schildern. Wenn Sie zu einem Zeitpunkt arbeitslos waren, sollten Sie dies nicht verheimlichen. Dennoch sollten Sie auf die Formulierung „arbeitslos“ verzichten und diese Phase aktiv als „arbeitssuchend“ bezeichnen, um potenziellen Arbeitgebern Ihr Engagement und Ihre Motivation zu verdeutlichen.

Muss ich meine Arbeitslosigkeit im Lebenslauf angeben?

Ob Sie Ihre Arbeitslosigkeit im Lebenslauf angeben oder nicht, hängt von der Dauer Ihrer Arbeitslosigkeit ab. Bei einer Phase der Arbeitslosigkeit, die nicht länger andauert, als ein bis zwei Monate, können Sie darauf verzichten, diese im Lebenslauf anzugeben. Bis zu einer Länge von zwei Monaten zählt dies auch nicht als Lücke im Lebenslauf.


Eine Arbeitslosigkeit, die länger als zwei Monate andauert, sollten Sie auf jeden Fall aufführen. Zusätzlich sollten Sie bei längeren beruflichen Auszeiten angeben, womit Sie diese Zeit sinnvoll verbracht haben. Dazu zählen beispielsweise absolvierte Seminare, Weiterbildungen oder Online-Kurse. Achten Sie jedoch bei der Wahl einer geeigneten Weiterbildungsform darauf, dass Sie bei professionellen Angeboten ein Zertifikat oder eine Bescheinigung über das absolvierte Programm erhalten, um dies bei potenziellen Arbeitgeber*innen belegen zu können.


Beispiele für die Angabe von Weiterbildungen und Seminaren im Lebenslauf:

  • „Weiterbildung zur Handelsfachwirtin (IHK)“

  • „Fortbildung zum Pflegeberater“
  • „Ehrenamtliche Tätigkeit bei Verein XY“
  • „Teilnahme an Kurs zum Beispielthema“

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Wie formuliere ich meine Arbeitslosigkeit im Lebenslauf?

Wenn Sie Ihre Arbeitslosigkeit im Lebenslauf angeben, sollten Sie in jedem Fall auf die Verwendung der Formulierung „arbeitslos“ verzichten. Sie sollten sich selbst nie passiv, sondern immer aktiv als „arbeitssuchend“ bezeichnen. Das betont Ihr Engagement und Ihre Motivation, etwas an Ihrer aktuellen Situation zu ändern.


Bei der Schreibweise sind sowohl „Arbeitsuchend“ als auch „Arbeitssuchend“ zulässig. Die Schreibweise „Arbeitssuchend“ mit zwei „s“ hat sich jedoch durchgesetzt und sollte zusammengeschrieben werden. Es existiert auch die Option „Arbeit suchend“ zu schreiben, die gängigere und dem Duden entsprechende Empfehlung ist jedoch die zusammengeschriebene Variante „Arbeitssuchend“. Da die Bezeichnung immer am Anfang einer Zeile steht, wird das Adjektiv hier großgeschrieben.


Wenn Sie arbeitssuchend sind, kann es generell eine Herausforderung sein, Ihren Lebenslauf so zu gestalten, dass er potenzielle Arbeitgeber anspricht und Sie trotz Ihrer Arbeitslosigkeit positiv von anderen Bewerber*innen abhebt. Eine Möglichkeit dies zu tun, besteht darin, Ihre bisherige Berufserfahrung geschickt umzuschreiben und Ihre Fähigkeiten und Qualifikationen in den Vordergrund zu stellen.


Zum Beispiel können Sie statt der Berufsbezeichnung den Fokus auf Ihre Tätigkeiten und erreichten Erfolge legen. Verwenden Sie vor allem aktive Verben und quantifizierbare Ergebnisse, um Ihre Erfolge zu unterstreichen. Durch das geschickte Umschreiben können Sie Ihre Berufserfahrung und Fähigkeiten auf eine Weise präsentieren, die Arbeitgeber anspricht und Ihre Eignung für die Stelle verdeutlicht.

Alexander Moritz - Bewerbungsexperte

Wenn Sie Ihre Phase der Arbeitssuche besonders proaktiv und engagiert formulieren möchten, können Sie die Formulierung „Aktive Beschäftigungssuche“ verwenden. Dadurch betonen Sie, dass Sie motiviert sind, etwas an Ihrer aktuellen Situation zu ändern.    

Alexander Moritz - Bewerbungsexperte

Beispiele für die Angabe der Arbeitssuche im Lebenslauf

Wenn Sie beispielsweise aufgrund einer Insolvenz, einer Standortschließung oder eines massiven Personalabbaus entlassen wurden, sollten Sie dies an geeigneter Stelle im Lebenslauf erwähnen, beispielsweise so:

Beispiel für die Angabe eines Kündigungsgrundes im Lebenslauf

Aber auch wenn Sie selbstständig gekündigt haben und sich in einer anderen Branche bewerben, können Sie die Phase ihrer Arbeitslosigkeit als „berufliche Neuorientierung“ bezeichnen. Suchen Sie weiterhin nach Jobs in derselben Branche, sollten Sie auf die Formulierung „Aktiv arbeitssuchend“ zurückgreifen, wie im folgenden Beispiel gezeigt:

Beispiel für die Angabe der Arbeitslosigkeit im Lebenslauf

Außerdem haben Sie die Chance, Ihre Arbeitslosigkeit auch positiv formuliert zu Ihrem Vorteil nutzen. Bewerben Sie sich beispielsweise auf eine ausgeschriebene Stelle, welche ab sofort zu besetzen ist, haben Sie den Bewerber*innen, die sich aktuell in einem Anstellungsverhältnis befinden, etwas voraus.


Dadurch, dass Sie nicht an eine gesetzliche Kündigungsfrist gebunden sind, stehen Sie dem Unternehmen im Idealfall ab dem Zeitpunkt der Bewerbung zur Verfügung, während bei anderen Bewerber*innen durchaus einige Monate zwischen Bewerbung und frühestmöglichen Eintrittsdatum liegen können.


Unverschuldete Arbeitslosigkeit können Sie folgendermaßen angeben:

  • „Arbeitssuchend durch Insolvenz der Firma XY“

  • „Entlassung aufgrund eines coronabedingten Stellenabbaus“
  • „Kündigung aufgrund betrieblicher Gründe“
  • „Entlassung aufgrund massiven Personalabbaus“
  • „Aktive Bewerbungsphase nach Wohnortwechsel“

Viele weitere Beispiele und dazu passende Vorlagen für Ihren Lebenslauf finden Sie in unserem Beitrag „Lebenslauf Beispiele“.


Vorlage für Ihren Lebenslauf - Kostenloses Muster

Um Ihren Lebenslauf für Ihre Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit optimal zu gestalten, können Sie auf unsere professionelle Vorlage im Microsoft Word-Format (.docx) zurückgreifen. Wenn Sie diese mit Ihren persönlichen Daten und Ihrem Werdegang füllen, überzeugen Sie mit einer strukturierten Gestaltung. Laden Sie sich unsere Vorlage einfach durch einen Klick auf den untenstehenden Knopf herunter:


Soll ich meine Arbeitslosigkeit im Anschreiben erklären?

Wenn der Grund für Ihre Arbeitslosigkeit betriebsbedingt ist, sollten Sie diesen ausschließlich Ihrem Lebenslauf angeben. Dadurch sehen Personalverantwortliche auf einen Blick, wie es zu Ihrer aktuellen Arbeitslosigkeit kam.


Da der Platz im Anschreiben begrenzt ist und Sie diesen nutzen sollten, um die Personaler*innen von Ihren Kompetenzen und Qualifikationen zu überzeugen, sollten Sie davon absehen, darin auf Ihre Arbeitslosigkeit einzugehen. Es mag vielleicht naheliegend erscheinen, das Bewerbungsschreiben zu nutzen, um sich für die Phase der Arbeitslosigkeit zu rechtfertigen, dies ist jedoch das Letzte, was Personaler*innen von Ihnen lesen möchten. Stattdessen sollten Sie den Fokus auf Ihre Motivation und Ihre Eignung für die Stelle legen.


Sollten Sie während Ihrer Arbeitslosigkeit besondere zusätzliche Fähigkeiten erlangt haben, können Sie im Anschreiben darauf eingehen und einen Bezug zur anvisierten Stelle herstellen, um den Mehrwert, den Sie für das Unternehmen bieten können, zu belegen.


Im Anschreiben könnten Sie beispielsweise folgendermaßen Bezug nehmen:

  • „Während meiner beruflichen Neuorientierung habe ich meine Zeit genutzt, um mich gezielt im Bereich des Webdesigns weiterzubilden und meine Fähigkeiten zu erweitern. Besonders intensiv habe ich mich dabei mit den neuesten Technologien und Trends auseinandergesetzt und konnte praktische Erfahrungen in der Gestaltung und Umsetzung von ansprechenden und benutzerfreundlichen Websites sammeln. Als begeisterter Webdesigner bin ich überzeugt, dass ich mit meiner Zusatzqualifikation einen entscheidenden Beitrag für Ihr Unternehmen leisten kann, um gemeinsam mit Ihrem Team innovative und erfolgreiche Projekte zu realisieren.“

  • „Während meiner beruflichen Auszeit konnte ich meine Fähigkeiten im Vertrieb gezielt erweitern. Ich habe dabei insbesondere meine Kenntnisse im Bereich der Kundenakquise, Verhandlungsführung und Kundenbetreuung vertieft und konnte durch praktische Erfahrungen wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse und Erwartungen von Kund*innen gewinnen. Ich bin überzeugt, dass ich diese Fähigkeiten auch in der von Ihnen ausgeschriebenen Stelle als Sales Manager erfolgreich einbringen kann. Mein Ziel ist es, durch eine erfolgsorientierte Vertriebsstrategie das Wachstum Ihres Unternehmens nachhaltig voranzutreiben.“

Wie erkläre ich meine Lücke im Vorstellungsgespräch?

Wenn Sie trotz der Arbeitslosigkeit in Ihrem Lebenslauf zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, ist das erst mal ein gutes Zeichen, da Ihre Kompetenzen und Qualifikationen überzeugt haben. In zweiten Schritt geht es darum, Sie in einem Gespräch persönlich kennenzulernen. Hier ist es umso wichtiger, dass sie Optimismus und Engagement ausstrahlen.


Sie sollten den Fokus im Vorstellungsgespräch so wenig wie möglich auf Ihre Arbeitslosigkeit, sondern stattdessen auf Ihre Eignung für die Stelle und Ihre Motivation lenken. Wenn Sie aktiv auf Ihre Arbeitslosigkeit angesprochen werden, sollten Sie bei einer unverschuldeten Kündigung die Gründe nennen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass Sie nicht negativ über Ihren ehemaligen Arbeitgeber sprechen. Stattdessen sollten Sie kurz die Gründe nennen und den Fokus dann wieder darauf lenken, welche Schlüsse Sie daraus für die Zukunft ziehen konnten. 

Häufig gestellte Fragen zur Arbeitslosigkeit im Lebenslauf 

Ist meine Arbeitslosigkeit im Lebenslauf ein Hindernis bei der Jobsuche?

Es lässt sich nicht abstreiten, dass Arbeitslosigkeit im Lebenslauf bei der Jobsuche eher negativ konnotiert ist. Oftmals landen Angestellte jedoch unverschuldet in der Arbeitslosigkeit, weshalb es sinnvoll sein kann, den Grund für die Arbeitslosigkeit, vor allem im Fall einer betriebsbedingten Kündigung, im Lebenslauf zu erwähnen.

Was ist der Unterschied zwischen arbeitslos und arbeitssuchend?
Arbeitslos sind Sie, wenn Sie vorübergehend ohne sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind, sich persönlich oder online bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben, aktiv bemüht sind, eine Beschäftigung mit mindestens 15 Stunden pro Woche zu finden und den Vermittlungsbemühungen der Arbeitsagentur zur Verfügung stehen. Wenn Sie bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend registriert sind und aktiv nach einer Beschäftigung als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer suchen, gelten Sie als arbeitssuchend.
Welche Gründe können für Lücken im Lebenslauf genannt werden?
Eine Lücke im Lebenslauf kann durch verschiedene Umstände entstehen. Wichtig ist, dass Sie eine plausible Begründung nennen. Folgende Gründe können unter anderem für Lücken im Lebenslauf genannt werden: Auslandsaufenthalt, Studienwechsel, Gap Year, berufliche Neuorientierung, Elternzeit, Krankheit, Pflege einer angehörigen Person, ehrenamtliche Tätigkeiten oder eine fremdverschuldete Kündigung durch beispielsweise Personalabbau oder Insolvenz.
Kann ich Arbeitslosigkeit im Lebenslauf verschweigen?
Nein, davon ist abzuraten, sobald die Arbeitslosigkeit länger als ein bis zwei Monate andauerte. Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie transparent mit Ihrer Arbeitslosigkeit umgehen. Eine längere Phase der Arbeitslosigkeit im Lebenslauf zu verschweigen, gefährdet Ihre Glaubwürdigkeit und Ihre Chancen auf die Stelle, da eine Lücke im Lebenslauf spätestens im Vorstellungsgespräch von Personalverantwortlichen angesprochen wird.
Wie kann ich meine Chancen auf eine Stelle, trotz Arbeitslosigkeit im Lebenslauf erhöhen?
Um Ihre Arbeitslosigkeit positiv darzustellen und Ihre Chancen auf eine Stelle zu erhöhen, ist es wichtig, dass Sie die Zeit, in der Sie keine Anstellung haben, aktiv nutzen, um beispielsweise Seminare oder Fortbildungen zu absolvieren und sich nützliche zusätzliche Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen. Dieses Engagement und das Knowhow können Sie dann zu Ihrem Vorteil in Ihrer Bewerbung nutzen, um die Phase der Arbeitssuche in einem positiveren Licht erscheinen zu lassen.
Was passiert, wenn ich lüge, um meine Lücke im Lebenslauf zu rechtfertigen?
Von Lügen im Lebenslauf ist grundsätzlich abzuraten. Wenn Ihre Lügen auffliegen, kann das schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen, wie zum Beispiel eine fristlose Kündigung, Vertragsstrafen oder einen schlechten Ruf in Ihrer Branche. Statt zu lügen, sollten Sie den Fokus eher auf eine ehrliche Selbstreflexion legen und Ihre Kompetenzen und Berufserfahrung betonen, die für die angestrebte Position relevant sind. In der Regel gibt es auch keinen Grund, zu lügen. Personalverantwortliche wünschen sich lediglich eine plausible Begründung für Ihre berufliche Auszeit.
Wie decken Personaler*innen Lücken im Lebenslauf auf?
Bewerber*innen versuchen immer wieder mit verschiedenen Tricks, ihre Lücken im Lebenslauf zu verstecken. Sie verzichten zum Beispiel auf Monatsangaben bei der Auflistung Ihrer Anstellungen oder nennen Ihre Auszeit ein Sabbatical, ohne tatsächlich ein Sabbatical gemacht zu haben. Bei solchen Methoden werden Personaler*innen jedoch schnell skeptisch und werden spätestens im Vorstellungsgespräch Rückfragen dazu stellen. Es kann sogar sein, dass Ihr Lebenslauf bereits im ersten Schritt aussortiert wird, weil er ohne die Monatsangaben nicht den formalen Vorgaben eines tabellarischen Lebenslaufs entspricht oder von sogenannten CV-Parsern nicht korrekt ausgelesen wird.