Motivationsschreiben Ausbildung

Motivationsschreiben Ausbildung

So könnte Ihr Motivationsschreiben aussehen

Sie haben den Schulabschluss in der Tasche, den perfekten Ausbildungsplatz gefunden und jetzt fehlt nur noch die passende Bewerbung?


Neben einem Anschreiben, dem Lebenslauf und Ihren Zeugnissen als Anlage verlangen manche Betriebe zusätzlich ein Motivationsschreiben für die Ausbildung.


Doch was genau ist damit gemeint und wie unterscheidet es sich vom normalen Anschreiben? Diese Fragen beantworten wir Ihnen im folgenden Fachartikel.


Außerdem geben wir Ihnen Tipps und Tricks zum Erstellen eines optimalen Motivationsschreibens für eine Ausbildung, liefern Beispielformulierungen und stellen Ihnen am Ende der Seite ein kostenloses Muster für ein Motivationsschreiben zum Download zur Verfügung.

Wozu dient ein Motivationsschreiben in der Bewerbung?

Ein Motivationsschreiben ergänzt Ihr Anschreiben und betont dabei, wie der Name schon verrät, Ihre Motivation für die Ausbildung in genau diesem Betrieb. Außerdem haben Sie hier die Möglichkeit, ergänzende Qualifikationen hervorzuheben. Es wird häufig auch als „Dritte Seite“ bezeichnet, da es an dritter Stelle in der Bewerbungsmappe platziert wird: nach dem Anschreiben und dem Lebenslauf inklusive Deckblatt. 


Ein fehlerfreies Anschreiben bildet die erste Seite Ihrer Bewerbungsunterlagen. Hierin machen Sie deutlich, wieso Sie sich genau für diesen Ausbildungsplatz entschieden haben und was Sie für die Ausbildung qualifiziert. Anschließend folgt der Lebenslauf, der Ihre bisherigen Praxiserfahrungen, beispielsweise durch Praktika, sowie Ihren Bildungsweg strukturiert und übersichtlich darstellt. Es empfiehlt sich, dem Lebenslauf ein Deckblatt mit einem professionellen Bewerbungsfoto und der Nennung Ihres Abschlusses voranzustellen.

Laura Brändle - Bewerbungsexpertin

Achtung: Manche Arbeitgeber*innen verwenden die Begriffe Anschreiben und Motivationsschreiben synonym. Während das Anschreiben immer ein Teil einer Bewerbung ist, ist das Motivationsschreiben optional und wird in der Regel explizit gefordert. Sollten Sie unsicher sein, ob der Betrieb tatsächlich ein Motivationsschreiben von Ihnen wünscht oder lediglich das Anschreiben meint, fragen Sie am besten direkt telefonisch nach. Hierdurch machen Sie deutlich, dass Sie sich mit den Anforderungen für die Ausbildung auseinandergesetzt haben und betonen Ihre Motivation.

Laura Brändle - Bewerbungsexpertin

Wir schreiben Ihre Bewerbung - professionell & individuell

Wie sollte mein Motivationsschreiben aussehen?

Bevor Sie sich an Ihr Motivationsschreiben setzen, informieren Sie sich über den Betrieb, bei dem Sie sich bewerben möchten. Dabei ist es egal, ob es um eine Lehrstelle in der Pflege, im IT-Bereich oder in der Kosmetik geht. Schauen Sie sich an, was die Werte des Unternehmens oder der Einrichtung sind. Welche Projekte werden für die Zukunft verfolgt, welche Erfolge wurden in den letzten Jahren erzielt? Hierauf können Sie sowohl in Ihrem Anschreiben als auch in Ihrem Motivationsschreiben Bezug nehmen.


Vor dem Hintergrund der Werte, Erfolge und geplanten Projekte sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Was bringen Sie zusätzlich an fachlichen Kenntnissen und Kompetenzen mit?

  • Welchen Mehrwert stellen Sie für den Betrieb dar?
  • Wieso eignen genau Sie sich für die Ausbildung?
  • Was hebt Sie von anderen Bewerber*innen ab?
  • Was sind Ihre Ziele für die Ausbildung und wie möchten Sie diese bei und mit Ihrem Arbeitgeber verwirklichen?

Gleiches gilt für ein Motivationsschreiben für die Berufsschule. Beschreiben Sie, wieso Sie sich für genau diese Lehrstelle interessieren und gehen Sie dabei auf die praktischen sowie theoretischen Inhalte der Ausbildung ein. Auf welches Fach freuen Sie sich besonders und wieso? Welche Vorkenntnisse bringen Sie eventuell schon mit?


Formal sollte Ihr Motivationsschreiben folgende Punkte in jedem Falle enthalten:

  • Ihre Kontaktdaten: Vorname, Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer

  • Überschriften, die Neugierde wecken
  • Ihre Motivation für den Ausbildungsplatz in genau diesem Betrieb: Warum haben Sie sich für genau diesen Ausbildungsberuf entschieden? Was begeistert Sie an diesem Betrieb? Welche fachlichen Kenntnisse bringen Sie mit?
  • Ergänzende Angaben zu Ihrer Person: Was sind Ihre persönlichen Qualifikationen für die Ausbildung? Was unterscheidet Sie von anderen Bewerber*innen? Welche relevanten Punkte aus Ihrem Lebenslauf lassen sich hier ausführen?
  • Ihre beruflichen Ziele: Was möchten Sie mit und bei dem Arbeitgeber erreichen? Was qualifiziert Sie dazu, Ihre Ziele zu realisieren?
  • Ort, Datum und Ihre Unterschrift

Während das Anschreiben bei einer Bewerbung bestimmten Mustern folgt und kurz und präzise Ihre Qualifikation und Motivation auf den Punkt bringt, darf das Motivationsschreiben gerne etwas kreativer und persönlicher sein. Hier bieten Sie den Personaler*innen die Möglichkeit, Sie als Bewerber*in besser kennenzulernen und zu zeigen, was Sie von anderen Bewerber*innen unterscheidet.


Dennoch sollte das Motivationsschreiben optisch nicht aus der Reihe fallen, sondern weiterhin als Teil der Bewerbungsmappe erkennbar sein. Zudem ist es sinnvoll, das Motivationsschreiben in Abschnitte zu gliedern, sodass jeder Abschnitt sich einem der oben genannten Themen widmet. Eine Länge von einer DIN-A4-Seite sollte dabei nicht überschritten werden.

Die Überschrift des Motivationsschreibens

Sowohl Ihr gesamtes Motivationsschreiben als auch die einzelnen Abschnitte sollten Sie mit Überschriften versehen. Gern gesehen sind dabei Überschriften, die weiter gehen als das standardisierte „Motivationsschreiben“.


Alternative Überschriften könnten zum Beispiel sein:

  • Warum ich mich bei Ihnen bewerbe

  • Was mich motiviert
  • Meine Motivation
  • Zu meiner Person

Die Einleitung des Motivationsschreibens

Aller Anfang kann schwer sein – muss er aber nicht! Mit der richtigen Herangehensweise und ein bisschen Zeit klappt das Schreiben schneller, als Sie denken. Dabei kann es zum Beispiel helfen, sich selbst oder einer anderen Person mündlich zu erläutern, wieso Sie sich genau auf diese Stelle bewerben möchten. Bei welchen Gründen, die Sie nennen, fangen Ihre Augen an zu leuchten? An welchem Punkt kommen Sie ins Reden? Hier steckt Ihre Motivation für die Stelle!


Wie auch beim Anschreiben sollte der Einleitungssatz des Motivationsschreibens Neugierde wecken. Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich um die Ausbildung zum XY“ sind dabei wenig originell und zu vermeiden. Wählen Sie stattdessen einen Anfang, der ausdrückt, warum Sie motiviert sind, genau diese Ausbildung zu machen. Was hat Sie bis an diesen Punkt geführt? Es wird Gründe geben, weshalb Sie jetzt vor diesem Motivationsschreiben sitzen und nicht vor einem für einen ganz anderen Beruf.


Mögliche Einleitungssätze könnten zum Beispiel sein:

  • „Im Team zu arbeiten und gemeinsam Ziele zu erreichen, sind für mich die besten Voraussetzungen für gute Arbeit. Das habe ich bereits bei meinem Praktikum bei der Beispiel AG gemerkt.“

  • „Bei meiner Arbeit ist es mir wichtig, mich vollkommen mit den Werten des Betriebs und meinen Aufgaben zu identifizieren. Aus diesem Grund begeistert mich die Ausbildung zum Sozialassistenten bei Ihnen!“

Beliebt ist auch, den Einstieg in das Motivationsschreiben mit einem Zitat zu beginnen. Dieses sollte allerdings bewusst ausgewählt sein. Statt verstaubte Standard-Zitate zu verwenden, empfehlen wir, eine Person aus der Branche, für die Sie sich bewerben, zu zitieren, beispielsweise so:

  • „Am Anfang schaute ich mich um, konnte aber den Wagen, von dem ich träumte, nicht finden. Also beschloss ich, ihn mir selbst zu bauen.“ – Ferdinand Porsche

Der Hauptteil des Motivationsschreibens

Der Hauptteil Ihres Motivationsschreibens sollte folgende Punkte enthalten:

  • Fachliche Kompetenzen (Hard Skills)

  • Persönliche Stärken (Soft Skills)
  • Identifikation mit dem Ausbildungsbetrieb
  • Berufliche und private Ziele
  • Relevante Erfahrungen und Fähigkeiten
  • Soziales Engagement
  • Zusätzliche Qualifikationen, die Sie von anderen Bewerber*innen abheben

Mögliche Formulierungen für den Hauptteil könnten sein:

1. Abschnitt: Warum haben Sie sich für genau diesen Ausbildungsberuf entschieden? (Identifikation, Hard Skills und Soft Skills)

  • „Mit den Werten Ihres Unternehmens kann ich mich vollkommen identifizieren. Auch mir sind Teamwork und Zukunftsorientiertheit besonders wichtig. Deshalb bin ich hoch motiviert, meine innovative Denkweise sowie meine Kenntnisse in der technischen Montage bei Ihnen im Team gewinnbringend einzusetzen.“

  • „Die Offenheit, die unter den Mitarbeiter*innen und den Vorgesetzten in Ihrem Betrieb herrscht, begeistert mich und ich freue mich auf eine Arbeitsatmosphäre, in der ich meine kreativen Ideen umsetzen kann.“

2. Abschnitt: Was unterscheidet Sie von anderen Bewerber*innen? (Hard Skills und Soft Skills)

  • „Mein Interesse für das Thema Mobilität hat mich schon früh dazu motiviert, in das schulinterne Racingteam einzusteigen. Dort hatte ich Gelegenheit, mein technisches Verständnis und meine hohe Einsatzbereitschaft unter Beweis zu stellen. Gemeinsam mit den anderen Team-Mitgliedern haben wir an Rennen in ganz Deutschland teilgenommen und uns mit den anderen Teilnehmer*innen über die Entstehungsprozesse unserer Wagen ausgetauscht.“

  • „Durch meine aufgeschlossene und empathische Art gelingt es mir, auch in stressigen Situationen Ruhe zu bewahren. So konnte ich während eines Praktikums in einem Jugendtreff den Jugendlichen zur Seite stehen und sie dabei unterstützen, sachlich und ruhig über Konflikte zu sprechen. Im vergangenen Jahr habe ich außerdem einen Workshop in gewaltfreier Kommunikation besucht, um meine Fähigkeiten im Bereich Konfliktberatung weiter auszubauen.“

3. Abschnitt: Ihre beruflichen Ziele

  • „Voller Tatendrang möchte ich meine Erfahrungen im Bereich Mobilität gewinnbringend in Ihrem Unternehmen einsetzen. Gemeinsam schon heute an morgen zu denken und den Weg für neue Innovationen zu ebnen, ist der Anspruch an meine Zeit als Auszubildende zur Automechanikerin.“

  • „Meine Motivation für die Ausbildung zum Sozialassistenten ziehe ich zum einen aus meiner beruflichen Erfahrung im Jugendtreff und zum anderen aus meiner eigenen Jugend. Auch ich bin während meiner frühen Schulzeit regelmäßig in einem Jugendtreff gewesen und die Sozialassistenten vor Ort waren für mich sehr wichtige Bezugspersonen. Auch ich möchte zukünftig diese Rolle für Jugendliche einnehmen.“

Der Schlussteil des Motivationsschreibens

Der Schlusssatz Ihres Motivationsschreibens sollte noch einmal deutlich machen, dass Sie sich auf eine Rückmeldung des Betriebs sehr freuen. Sie können außerdem betonen, dass Sie auch bereit sind, vor Beginn der Ausbildung ein freiwilliges Praktikum im Betrieb zu absolvieren. Hierdurch unterstreichen Sie Ihre Motivation und können auf diesem Wege einen ersten Einblick in den Betrieb erhalten.


Mögliche Sätze für den Schlussteil könnten sein:

  • „Gerne überzeuge ich Sie im Rahmen des Auswahlverfahrens oder in einem freiwilligen Praktikum vor Ausbildungsbeginn von meiner Motivation und meinen Fähigkeiten.“

  • „Vielen Dank für die Sichtung meiner Bewerbungsunterlagen. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören oder zu lesen.“

Wichtig: Das Motivationsschreiben ist eine Ergänzung zum Anschreiben. Es ist deswegen wichtig, dass es nicht den Inhalt des Anschreibens wiederholt, sondern vertieft und spezifiziert.

Muster für ein Motivationsschreiben für eine Ausbildung

Wir haben Ihnen eine kostenlose Vorlage für ein Motivationsschreiben erstellt, welches Sie als Inspiration für Ihre Bewerbung verwenden können. Bedenken Sie, dass es beim Motivationsschreiben darum geht, Sie persönlich besser kennenzulernen. Es ist deswegen nicht ratsam, Formulierungen aus dem Internet zu übernehmen. Überlegen Sie stattdessen, was Sie persönlich ausmacht und motiviert. Gerne helfen Ihnen unsere Bewerbungsexpert*innen weiter.


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