Ein Vorstellungsgespräch beginnt oft mit einer scheinbar einfachen, aber entscheidenden Frage: „Erzählen Sie doch einmal etwas über sich.“ Genau hier kommt der sogenannte Elevator Pitch ins Spiel. Vielleicht ist Ihnen der Begriff eher aus dem unternehmerischen Kontext bekannt. Während Gründer damit ihre Geschäftsidee präsentieren, dient der Elevator Pitch im Vorstellungsgespräch als prägnante, überzeugende Selbstvorstellung.
Elevator Pitch im Vorstellungsgespräch
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Elevator Pitch?
- Unterschiede: Business Pitch vs. Bewerbungs-Pitch
- Die perfekte Struktur für Ihren Elevator Pitch
- Beispiel für einen gelungenen Elevator Pitch
- Die besten Tipps für einen überzeugenden Elevator Pitch
- So bereiten Sie Ihren Elevator Pitch optimal vor
- Warum der Elevator Pitch so wichtig ist
Was ist ein Elevator Pitch im Vorstellungsgespräch?
Der Elevator Pitch im Vorstellungsgespräch ist eine kurze, strukturierte Selbstpräsentation, die in etwa 90 Sekunden vermittelt, wer Sie sind, was Sie können und warum Sie zur Stelle passen. Er ist also kein auswendig gelernter Monolog, sondern eine strategisch aufgebaute Kurzvorstellung, die Interesse weckt und Gesprächsanlässe schafft.
Die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch umfasst die Darstellung Ihrer wichtigsten beruflichen Stationen und relevanten Kompetenzen, Ihrer Motivation im Hinblick auf die Stelle. Den Elevator Pitch können Sie sich als eine Art komprimierter Einstieg vorstellen, also quasi die „Kurzversion“, die den roten Faden vorgibt, Interesse erzeugt und die Richtung des Gesprächs vorgibt.
Angst vor Vorstellungsgesprächen? Nicht mit uns!
In unserem Vorstellungsgespräch Coaching zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Gesprächspartner überzeugen können. Von Antworten auf die wichtigsten Fragen bis hin zur Übung einer konkreten Situation oder verfeinern einer Bewerbungsstrategie. Unsere Experten stehen Ihnen gern unterstützend zur Seite.
Elevator Pitch Unterschiede: Business Pitch vs. Bewerbungs-Pitch
Ob Business oder Bewerbung, der Grundgedanke und die Zielsetzung des Elevator Pitch bleiben gleich. Es geht darum, das Interesse seines Gegenübers zu wecken. Damit dies gelingen kann, braucht es eine klare und prägnante Kommunikation und einen strukturierten Aufbau, bei dem der inhaltliche Fokus auf dem Mehrwert liegen muss. Welcher Mehrwert das ist, ist abhängig vom entsprechenden Kontext.
Obwohl die grundlegende Ausrichtung gleich ist, gibt es dennoch ein paar deutliche Unterschiede zwischen dem Elevator Pitch im Business-Kontext und dem Elevator Pitch im Bewerbungs-Kontext:
Unterschiede zwischen Elevator Pitch für Business-Kontext und Bewerbungs-Kontext
Die perfekte Struktur für Ihren Elevator Pitch
Sie wissen bereits, dass der Elevator Pitch strategisch aufgebaut und sinnvoll strukturiert werden muss, um Interesse zu wecken und Ankerpunkte für weitere Gesprächsinhalte zu setzen. Nun befassen wir uns etwas näher mit einer beispielhaften Struktur für den Elevator Pitch:
1. Einstieg: Wer sind Sie?
Beginnen Sie mit einer kurzen Einordnung. Stellen Sie Ihre aktuelle Position und/oder Ihren fachlichen Hintergrund dar.
Ein Beispiel für den Einstieg:
„Ich bin Marketingmanager mit Schwerpunkt digitales Kampagnenmanagement und habe in den letzten fünf Jahren vor allem im B2B-Bereich gearbeitet.“
2. Kern: Was können Sie?
Nun legen Sie den Fokus gezielt auf Ihre relevanten Stärken. Nennen Sie jobspezifische Erfahrungen, Erfolge oder Spezialisierungen und implizieren Sie dabei idealerweise direkt einen konkreten Mehrwert für den potenziell neuen Arbeitgeber.
Hier könnte der Satz lauten:
„In meiner aktuellen Position habe ich unter anderem die Performance unserer Online-Kampagnen um 35 % gesteigert und neue Lead-Strategien entwickelt.“
3. Ziel: Warum passen Sie?
Im Anschluss daran schlagen Sie eine direkte Brücke zur anvisierten Stelle. Bringen Sie Ihre Motivation zum Ausdruck, stellen Sie einen Bezug zum Unternehmen her und geben Sie einen ersten Zukunftsausblick, um das Gesamtbild zur Person hinter der Bewerbung weiter auzufüllen.
Hierfür ist ein Beispiel wie folgt denkbar:
„An der ausgeschriebenen Position reizt mich insbesondere die Möglichkeit, datengetriebenes Marketing zielgerichtet weiter auszubauen. Genau in diesem Bereich sehe ich meine größte Stärke.“
4. Abschluss / Überleitung zur Selbstpräsentation oder Gesprächseröffnung
Den Elevator Pitch sollten Sie nicht abrupt beenden, sondern besser dazu einladen, mehr über die von Ihnen genannten Erfahrungen, Projekte, Erfolge usw. zu erfahren. Je nach Situation fahren Sie zunächst mit Ihrer Selbstpräsentation fort oder Ihre Gesprächspartner stellen erste Fragen bzw. nennen Ihnen die Punkte, zu denen Sie mehr erfahren möchten.
Als Überleitung reicht ein kurzer Satz wie:
„Gerne erzähle ich Ihnen mehr zu den Projekten, die ich in diesem Bereich umgesetzt habe.“
Wissen live erleben!
Erhalten Sie Einladungen zu unseren Webinaren und Live-Talks zu wechselnden Theman sowie praxiserprobte Bewerbungstipps aus erster Hand. Das alles und vielleicht noch etwas mehr gibt es über unseren kostenlosen Newsletter. Jetzt abonnieren und Teil unserer Newsletter-Community werden!
Beispiel für einen gelungenen Elevator Pitch
In Anlehnung an die zuvor dargestellte Struktur folgt hier ein weiteres Beispiel für einen gelungenen Elevator Pitch:
Ich bin Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Supply Chain Management und habe in den letzten vier Jahren in einem internationalen Produktionsunternehmen gearbeitet. Dort war ich maßgeblich an der Optimierung logistischer Prozesse beteiligt und konnte unter anderem die Durchlaufzeiten um 20 % reduzieren. Besonders liegt mir die Verbindung von analytischem Denken und praktischer Umsetzung. Die ausgeschriebene Position reizt mich, weil ich meine Erfahrung in einem innovativen Umfeld einbringen und weiterentwickeln kann. Gerne gebe ich Ihnen einen tieferen Einblick in meine bisherigen Projekte.
Die besten Tipps für einen überzeugenden Elevator Pitch
Die Beispiele aus den vorherigen Abschnitten sollen Ihnen zur Inspiration dienen. Wenn Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten und dabei den Elevator Pitch konzipieren, sollte dies idealerweise nach der Ausarbeitung Ihrer Selbstpräsentation erfolgen.
Auf diese Weise haben Sie bereits einen Überblick über alle wichtigen Inhalte und können besser entscheiden, welche Inhalte und Themen Sie direkt in den Elevator Pitch aufnehmen wollen und was Sie sich davon für die etwas ausführlichere Selbstpräsentation aufsparen möchten.
Unsere Top 10 der besten Tipps für Ihren gelungenen Elevator Pitch:
1. Klarheit statt Komplexität
Vermeiden Sie zu starken Fachjargon und verschachtelte Sätze. Ihr Pitch sollte sofort verständlich sein.
2. Fokus auf Relevanz
Fragen Sie sich bei allen Inhalten: „Was ist für diese Stelle wirklich wichtig?“ Alles andere kann weg.
3. Konkrete Beispiele verwenden
Zahlen und Ergebnisse wirken stärker als allgemeine Aussagen.
4. Authentisch bleiben
Ein guter Pitch wirkt nicht wie auswendig gelernt, sondern natürlich.
5. Struktur einhalten
Eine klare Gliederung gibt Ihnen Sicherheit und Orientierung.
6. Zeit einhalten
Ein optimales Zeitfenster für den Elevator Pitch sind in etwa 60 bis 90 Sekunden.
7. Individuell anpassen
Jeder Pitch muss auf die infragekommende Stelle und den potenziellen Arbeitgeber zugeschnitten sein. Allgemeine Pitches wirken austauschbar und überzeugen nicht.
8. Körpersprache beachten
Beim Elevator Pitch ist es wichtig, dass Sie mit unaufgeregt wirken, auf eine offene Haltung achten und Ihre Gesprächspartner durch Blickkontakt immer wieder aktiv einbinden. Da das nicht allen Menschen leicht fällt, hilft nur Tipp 9.
9. Üben, aber richtig
Lesen Sie Ihren Pitch nicht in sich hinein, um sich vorzustellen, wie er klingen und wirken könnte. Üben Sie laut. Vor dem Spiegel, vor der (Handy-)Kamera oder einem geneigtem Testpublikum aus Familie oder Freunden.
10. Selbstbewusst zeigen
Auch wenn beruflich vielleicht nicht immer alles so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben, denken Sie daran: Im Elevator Pitch geht es darum, Ihren Wert zu präsentieren, nicht Ihre Zweifel.
So bereiten Sie Ihren Elevator Pitch optimal vor
Die gute Nachricht: Für eine gute inhaltliche Vorbereitung auf Ihren Elevator Pitch braucht es gar nicht viel. Eine Stellenausschreibung und/oder Informationen zum Unternehmen, bei denen Schnittstellen zu Ihrem beruflichen Profil existieren, reichen in den allermeisten Fällen bereits aus.
Ein gut ausgearbeiteter Lebenslauf hilft hierbei ganz besonders als Gedankenstütze, um nichts Wichtiges zu vergessen.
Die nachstehende Grafik verdeutlicht die Vorbereitung auf den Elevator Pitch in 3 simplen Schritten:
Vorbereitung auf den Elevator Pitch in 3 Schritten
Warum der Elevator Pitch so wichtig ist
Sie kennen vermutlich den Satz „für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance." Beim Elevator Pitch geht es um nicht mehr als den ersten Eindruck, aber eben definitiv auch nicht um weniger. Da für uns Menschen meist schon wenige Sekunden ausreichen, um einen ersten Eindruck von einer Sachlage oder einer Person zu bekommen, sollte klar sein, wie wichtig der Elevator Pitch im Vorstellungsgespräch ist.
Ihr gelungener Elevator Pitch setzt den Ton für das gesamte Gespräch, positioniert Sie strategisch und hebt Sie von anderen Bewerbenden ab. Wer es schafft, in kurzer Zeit klar, strukturiert und überzeugend zu kommunizieren, hat einen entscheidenden Vorteil im Bewerbungsprozess.
Nutzen Sie die Prinzipien aus dem klassischen Business-Pitch: Klarheit, Relevanz und Mehrwert und übertragen Sie sie auf Ihre persönliche Geschichte. So wird aus der einfachen Aufforderung, etwas über sich selbst zu erzählen, ein überzeugender Einstieg in ein erfolgreiches Gespräch.
Häufige Fragen (FAQ) zum Elevator Pitch im Bewerbungsgespräch
Wie lang sollte ein Elevator Pitch sein?
Idealerweise zwischen 60 und 120 Sekunden. Kürzer ist oft besser als zu lang.