Berufswechsel – so bewerben Sie sich richtig für einen neuen Beruf

Berufswechsel

Manchmal wird es einfach Zeit für eine Veränderung. Bei anhaltender Unzufriedenheit im Job kann der Berufswechsel ein sinnvoller Schritt sein. Selbst berufliche Neuorientierungen sind keine Seltenheit mehr. Wie sie Ihren Berufswechsel in der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch vernünftig begründen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Vorbereitung der Bewerbung bei Berufswechsel

Bevor Sie überhaupt mit dem Schreiben der Bewerbung beginnen, sollten Sie sich über einige Dinge im Klaren sein:

  • Warum wollen Sie wechseln?
  • Was wollen Sie beruflich erreichen?
  • Wissen Sie, in welchen Job Sie wechseln wollen? Wenn ja, warum wollen Sie genau in diesen Beruf?
  • An welche Rahmenbedingungen müssen Sie sich bei der Bewerbung für den neuen Beruf halten?
  • Wie können Sie am besten vorgehen?

Wenn Sie diese Fragen klar beantworten können, sind Sie gut auf Ihre Bewerbung vorbereitet und können dem Vorstellungsgespräch beruhigt entgegensehen. Denn einige dieser Fragen werden Personaler Ihnen sicher stellen.

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Stellen Sie sich vor dem Versand Ihrer Bewerbungsunterlagen folgende wichtige Fragen:

Habe ich überhaupt einen plausiblen Grund, den ich für meinen Berufswechsel nennen kann? Wenn ja, stelle ich den Grund für meinen Berufswechsel in meiner Bewerbung nachvollziehbar dar?


Wichtige Formulierungen für die Berufswechsel Bewerbung

Wenn Sie wissen, für welchen neuen Beruf Sie sich bewerben möchten und bereits ein Unternehmen oder eine Stelle gefunden haben, für die Sie sich bewerben möchten, steht das Erstellen von Bewerbungsschreiben und Lebenslauf an. Aber wie bringen Sie Ihre Wechselmotivation im Bewerbungsschreiben unter?

Fachliche / persönliche Weiterbildung - neue Erfahrungen und Herausforderungen

Folgende Gründe sind als Motivation für einen Jobwechsel seitens der meisten Personaler vollkommen akzeptabel. Dadurch wirken Sie aufgeschlossen, motiviert und hinterlassen einen positiven ersten Eindruck:

  • „[…] befinde ich mich auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung.“
  • „[…] möchte ich mich beruflich sowie persönlich weiterentwickeln und die dazugewonnenen Kenntnisse gewinnbringend für Ihr Unternehmen einsetzen.“

Trauen Sie sich!

Vor allem Arbeitnehmer ab 40 schrecken häufig vor beruflichen Veränderungen zurück. Auch im zunehmenden Alter ist es vollkommen legitim, sich nochmal eine Veränderung im Berufsleben zu wünschen. Immerhin haben Sie immer noch einige Jahre Arbeit vor sich. Einen Vorteil haben Sie jungen Bewerbern gegenüber außerdem definitiv: Sie haben bereits einiges an Berufserfahrung vorzuweisen!

Der Wunsch, eine neue Branche kennenzulernen

Sofern Sie sich auf die gleiche Tätigkeit wie Ihre aktuelle, jedoch in einer anderen Branche bewerben möchten, ist diese Wechselmotivation vollkommen legitim. Beispielsweise kann ein Vertriebsmitarbeiter, der ausgezeichnete Kenntnisse von den Produkten aus der IT-Branche hat, sich um eine Vertriebstätigkeit in der IT-Branche bewerben, selbst wenn diese Person zuvor Sportartikel vertrieben hat.

Auf diese Weise können Sie Ihre Wechselmotivation begründen:

  • „Meinem verstärkten Interesse an einer Tätigkeit in der IT-Branche folgend, möchte ich mich Ihnen als idealen Kandidaten für die ausgeschriebene Position als Vertriebsmitarbeiter im Außendienst vorstellen.“
  • „[…] sehe ich es als eine spannende Herausforderung, meine Erfahrungen und Fertigkeiten künftig für Ihr Unternehmen der IT-Branche einzusetzen.“

Dabei ist zu beachten, dass Sie Ihr Interesse bzw. Ihre Erfahrungen und Fertigkeiten weiter spezifizieren und mit der angestrebten Tätigkeit in Relation setzen müssen, damit letztendlich ein schlüssiges Bewerbungsschreiben mit einer plausiblen Wechselmotivation entsteht.

In einer anderen Arbeitsumgebung arbeiten

Ein Wechsel in eine neue Fachabteilung bei unternehmensinternen Bewerbungen bedeutet automatisch, dass Sie ebenfalls ein neues Arbeitsumfeld kennenlernen möchten. Gleiches gilt, wenn Sie sich bei einem anderen Unternehmen, insbesondere einer anderen Unternehmensform bewerben.

Wenn Sie zum Beispiel von einem Startup in den Mittelstand, in einen Konzern oder anders herum wechseln möchten: Dass Sie sich in Ihrem derzeitigen Arbeitsumfeld (beispielsweise durch interne Umstrukturierungen) einfach nicht mehr wohlfühlen, ist zwar nachvollziehbar, für das Bewerbungsschreiben jedoch ungeeignet.

Ihre Motivation können Sie wie folgt begründen:

  • „Für eine effiziente Zusammenarbeit ist mir ein kollegiales und produktives Betriebsklima, für welches Ihr Unternehmen bekannt ist, äußerst wichtig.“
  • „Nach meiner mehrjährigen Tätigkeit in einem Großkonzern sehe ich es als spannende Aufgabe, meine Fähigkeiten und Kenntnisse für das weitere Wachstum eines Startups wie Ihrem einzusetzen.“

Wenn Sie sich unternehmensintern umorientieren möchten und ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef oder anderen Kollegen aus der Führungsebene haben, können Sie direkten Kontakt zu diesen Personen suchen. Häufig unterstützen Unternehmen Umschulungen oder Weiterbildungen, wenn der jeweilige Mitarbeiter dem Unternehmen erhalten bleibt.

Im internationalen Kontext arbeiten

Berufswechsel Bewerbung

In der Bewerbung den Wunsch zu äußern, Erfahrungen auf dem internationalen Parkett zu sammeln, ist vollkommen legitim. Es ist sogar ein für Sie vorteilhaftes Argument und zeigt Sie als weltoffene Person.

Bewerben können Sie sich dabei mit den folgenden Beispielsätzen:

  • „[…] möchte ich meine ausgeprägten Fremdsprachenkenntnisse erfolgreich in einem internationalen Betrieb wie der Überall-auf-der-Welt GmbH einsetzen.“
  • „[…] und möchte meine Affinität zu neuen Sprachen sowie meinen sicheren Umgang mit bereits erlernten Fremdsprachen für Ihr international agierendes Unternehmen einsetzen.“

Mehr Zeit mit der Familie verbringen

Diese Motivation kann verschiedenste Hintergründe haben. Angefangen beim eigenen Nachwuchs über einen Umzug bis hin zu einem plötzlich eingetretenen Pflegefall in der Familie. Natürlich sind diese Gründe allesamt privater Natur und müssen nicht haarklein vor einem potenziell neuen Arbeitgeber ausgebreitet werden.

Im Bewerbungsschreiben können Sie dies folgendermaßen darlegen:

  • „Gerne bin ich bereit, mich für eine Anstellung in Ihrem Unternehmen räumlich zu verändern.“ (sofern die Familie umzieht)
  • „Aufgrund familiärer Veränderungen möchte ich mich auch beruflich verändern und aus diesem Grund von meiner derzeitigen Festanstellung in Vollzeit in eine Anstellung in Teilzeit wechseln.“

Welche Wechselbegründungen sollte ich vermeiden?

Neben den oben genannten Beispielen für plausible Wechselgründe, gibt es einige Formulierungen, die Sie sowohl im Bewerbungsschreiben als auch im Vorstellungsgespräch dringlichst meiden sollten. Dazu gehören alle Aussagen, die die folgenden Themen betreffen:

  • Sie haben gehört, das neue Unternehmen zahlt überdurchschnittliche Gehälter
  • Schlechtes Reden über Ihre Kollegen/Vorgesetzten
  • Sie haben sich auf einer Betriebsfeier nicht korrekt verhalten und sind nun Gesprächsthema der Kollegen? Das sollten Sie Ihrem neuen Arbeitgeber so besser nicht sagen.

Wie und in welchem Umfang Sie Ihren Berufswechsel begründen müssen, ist immer situationsabhängig. Ein einfacher Arbeitgeberwechsel bedarf deutlich weniger Erklärung als eine Bewerbung als Quereinsteiger. In vielen Fällen kann eine zusätzliche Ausbildung oder Fortbildung zur Ausübung des neuen Berufs nötig sein. Häufig überschneiden sich jedoch vor allem in kaufmännischen Berufen die Aufgabenbereiche, sodass ein Berufswechsel ohne eine zusätzliche Ausbildung zu bewerkstelligen ist.

Diese Beispiele sollen Ihnen als Inspiration für Ihre eigene Bewerbung dienen und sind sicherlich nicht als allgemeingültige Lösung zu verstehen. Wenn Sie Ihren beruflichen Hintergrund, Ihre eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten sowie ggf. Ihre persönliche Situation mit einfließen lassen, erreichen Sie mehr Individualität in Ihrem Bewerbungsschreiben. Damit dürfte Ihrer Bewerbung bei einem Jobwechsel sowie Ihrer Karriere in einem neuen Unternehmen nichts weiter im Wege stehen!


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