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Die anonymisierte Bewerbung

3 Männer in Anzügen mit Guy Fawkes Masken

© pressmaster - Fotolia.com

Die Persönlichkeit in einer Bewerbung ist für viele Arbeitgeber das ausschlaggebende Kriterium. Sie wollen den Bewerber einstellen, der in das Firmenprofil passt und die richtige Philosophie und Moral vertritt. Doch genau diese sehr persönliche Betrachtung gilt heutzutage immer öfter als unfair oder sogar Diskriminierung. Die Probleme reichen von Geschlechts- bis hin zu Hautfarbenvorurteilen oder beziehen sich auf das Alter des Bewerbers. Viele Unternehmen wollen lieber junge Mitarbeiter, die belastbar sind und nicht in 5-10 Jahren schon in Rente gehen – doch jeder Mensch hat im Bewerbungsprozess nun einmal die gleiche Chance verdient.

Eine neue Form der Bewerbung

Und genau hier soll die anonymisierte Bewerbung Abhilfe schaffen. Hierbei fällt das Foto als Haupterkennungsmerkmal weg. Auch der Name, das Alter, die Herkunft und die persönlichen Interessen werden entfernt. Übrig soll eine Bewerbung bleiben, die sich ausschließlich auf die Qualifikationen und die Fähigkeiten des Bewerbers bezieht und die grundlegenden Ansprüche eines Bewerbungschreibens erfüllt. Da in Deutschland, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, die anonyme Bewerbung meistens nicht erwünscht ist, haben sich 8 Unternehmen (u.a. Deutsche Telekom, L’Oréal und Deutsche Post) für ein Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle zur Verfügung gestellt, in dem diese Arbeitgeber ein Jahr lang nur anonyme Bewerbungen angenommen haben. Dabei wurden 8550 Bewerbungen ausgewertet und letztendlich wurden 246 Personen eingestellt.

Auswertung und Fazit

Nach Ablauf des Jahres wurde ein Fazit der beteiligten Unternehmen gezogen, welches durchaus positiv war. Die Personaler beurteilten besonders die fehlende Ablenkung durch subjektive Eindrücke als positiv. Allerdings wollen nur 4 der 8 Unternehmen dieses Verfahren weiterhin in ihrem Betrieb einsetzen. Darunter sind allerdings nicht die oben genannten Wirtschaftsgrößen. Zu viele Kritikpunkte am Verfahren ließen die Entscheidung zu, das alte Bewerbungsverfahren wieder zur Anwendung zu bringen. Hauptkritikpunkt war mitunter, dass zu viele Angaben im Lebenslauf unkenntlich gemacht werden müssen oder gar nicht eingefügt werden können.

gluehbirne

Tipps für das Vorstellungsgespräch: Anonyme Bewerbungen werden aktuell in Deutschland diskutiert. Sie sollen die Chancen der Bewerber auf eine faire Auswahl auch hier steigern. Hat ein Bewerber es jedoch ins Gespräch geschafft, wird seine Identität aufgedeckt und er muss seine Qualität bzw. Qualifikation zu verkaufen wissen. Unter folgenden Links finden Sie ausgiebige Tipps zum Thema Vorstellungsgespräch: Körpersprache, unerlaubte Fragen und Praktikum.

 

Der Grundwehrdienst wäre z.B. ein sicherer Hinweis auf das Geschlecht. Lässt man diesen jedoch aus, entsteht eine unschöne Lücke im Lebenslauf. Ebenso ausschlaggebend war die Problematik mit der Vielfältigkeit der Neueinstellungen. Besonders in Zeiten, in denen nach einer Frauenquote verlangt wird, würde es den Unternehmen schwierig fallen, diese auch einzuhalten, da nicht gezielt Frauen ausgewählt werden können. Auch ausländisches Know-How wäre schwieriger zu beschaffen, da die Herkunft nicht angegeben wird.

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So entgeht dem Arbeitgeber möglicherweise eine Gelegenheit auf Bewerber, die das Unternehmen bereichern würden. Allein aufgrund der Tatsache, dass mehrere Großunternehmen die anonyme Bewerbung getestet und wieder verworfen haben zeigt, dass sie sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt in naher Zukunft nicht durchsetzen wird. Denn, wenn schon die großen, gesichtslosen Konzerne lieber mehr Wert auf Charakter und Persönlichkeit legen, dann werden kleine und mittelständische Unternehmen, die viel mehr Wert auf das Menschliche legen, die anonyme Bewerbung erst recht verwerfen. Anonyme Bewerbungen warten also weiterhin auf Ihre Chancen als Trend bei deutschen Großkonzernen.

Eine gute und aussagekräftige Bewerbung ist immer noch die beste Methode, um einen Arbeitsplatz zu bekommen. Auch wenn viele jetzt wahrscheinlich denken, dass einer 45 jährige Mutter durch die anonyme Bewerbung mehr Chancen hat, so wird spätestens beim Bewerbungsgespräch klar, wie die persönliche Lage aussieht. Und wenn ein Unternehmen im Normalfall die Bewerbung aufgrund von Vorurteilen ablehnt, so wird dieses auch keinen Skrupel haben, den Bewerber nach dem Vorstellungsgespräch abzulehnen.

Abschließend sollte also die Persönlichkeit und Individualität immer im Vordergrund der eigenen Bewerbung stehen. Eine solch professionelle Bewerbung ist und bleibt das beste Mittel für eine erfolgreiche Jobsuche. Schließlich sind Unternehmen auf der Suche nach menschlichen Arbeitskräften und nicht nach charakterlosen Maschinen!