Bewerber fordern Revolution von Bewerbungsprozessen

Im Zuge einer neuen Studie wollten die HR Spezialisten von Talents Connect wissen, welche Einstellung Bewerber zu Bewerbungsprozessen haben. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Koblenz wurden dabei 455 Berufsstarter in Deutschland befragt. Das Ergebnis der Umfrage in aller Kürze: Bewerber wollen Tempo aufnehmen.

Dass Bewerbungsprozesse nach Meinung von Bewerbern oftmals unnötig kompliziert und langwierig sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Laut der Umfrage wünschen sich Bewerber vor allem schnellere Reaktionszeiten auf versendete Bewerbungen.

Beispielsweise erwarten 40% nach Versand der Online-Bewerbung am Folgetag die Eingangsbestätigung seitens der Unternehmen. Stolze 61% wünschen sich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch nach spätestens 10 Tagen. Für 71% der Befragten sollte bereits nach vier Wochen ein unterschriftsreifer Arbeitsvertrag vorliegen.

Bewerbungsprozesse brauchen Innovationen

Bewerbungsprozesse sind zu kompliziert

Insgesamt betrachtet seien Bewerbungsprozesse zu sehr hinter dem aktuellen Stand der Technik. Das wird nachvollziehbar, wenn wir es einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Wer zum Beispiel innerhalb der letzten Jahre eine Bestellung über ein Online-Versandhaus getätigt hat, konnte den Luxus moderner Technik hautnah erleben: nach dem Eingang der Bestellung wird quasi jeder Schritt genau dokumentiert. Es wird aufgezeigt, in welchem Status sich die Bestellung befindet, wann sie versendet wurde und wann sie eintreffen wird.

Nach einem derartigen Luxus sehnen sich Bewerber und wollen eine Möglichkeit, ihre Bewerbung „tracken“ zu können – nicht weniger als 78% der Befragten wollen wissen, in welchem Schritt des Bewerbungsprozesses sich ihre Unterlagen zum gegebenen Zeitpunkt befinden, wer die Unterlagen bereits eingesehen hat und wie lange es bis zu einer Entscheidung dauert.

Hinsichtlich der mobilen Bewerbung über das Smartphone erwarten drei Viertel der befragten Berufsstarter in Deutschland, dass diese Bewerbungsart schon bald Standard sein wird. 13% der Befragten sind der Auffassung, dass die mobile Bewerbung bereits heute etabliert ist, wohingegen 43% davon ausgehen, dass sich der mobile Prozess erst innerhalb der nächsten beiden Jahre durchsetzen wird.

Darüber hinaus gibt eine große Mehrheit von 78% an, dass sie sich sogar öfter bewerben würden, wenn der mobile Bewerbungsprozess der Standard wäre. Allerdings haben bereits jetzt einige Unternehmen ihre Schwierigkeiten damit, die Massen eingehender Bewerbungen zu bewältigen. Dass in derartigen Fällen in der Regel schlichtweg die Zeit für eine gründliche Sichtung der Unterlagen fehlt und persönliche Rückmeldungen auf der Strecke bleiben, schlägt sich sowohl auf Seiten der Personaler als auch der Bewerber in Unzufriedenheit nieder. Daher ist es fraglich, ob das Vorantreiben des mobilen Trends im Sinne der Personalverantwortlichen wäre.

Mobile Bewerbungen und agile Prozesse für eine digitale Welt

Smartphones sind aus unserem heutigen Alltag kaum noch wegzudenken. Zu groß sind die Vorzüge der mobilen Unabhängigkeit, welche die kleinen Helfer uns im Alltag bescheren. Das Erstaunliche: die größten Vorzüge liegen abseits der ursprünglichen Funktion dieser Geräte. So ziemlich jeder Smartphone Besitzer dürfte seine Lieblingsapps haben, die er täglich nutzt. Mitunter ist ein hohes mobiles Datenvolumen bedeutend wichtiger, als ein preisgünstiger Tarif zum Telefonieren.

Kein Wunder also, dass das Thema Bewerbung dort ebenfalls einen Platz finden muss. Immer mehr Unternehmen bieten Online-Bewerbungstools auf speziell für Smartphones optimierten Seiten an, vereinfachen den Zugang zur im Vergleich zu Angry Birds eher angestaubten Karrierethematik insbesondere für eine jüngere Generation mit dem Aspekt Gamification.

Junge Menschen sollen spielerisch an die Materie herangeführt werden und das Interesse für Karrierethemen geweckt werden. Die Unternehmen, welche sich dabei besonders gut präsentieren können, werden als modern wahrgenommen und sind auf der Zielgeraden zur Gewinnerseite.

Die kleinen Assistenten für die Hosentasche erleichtern unseren Alltag. Dementsprechend ist die Erwartungshaltung unter den Berufsstarten, dass mit dem Voranschreiten mobiler bzw. smarter Bewerbungsprozesse auch der Zeitaufwand für die Erstellung von Bewerbungsunterlagen sinkt.

Smartphones - Bewerber fordern einfache Prozesse

Immerhin 61% geben an, dass sie den Zeitaufwand sehr gerne deutlich reduzieren möchten, mehr als ein Drittel möchte den Aufwand am liebsten halbieren.

Zusammenfassend sagt Prof. Christoph Beck von der Fachhochschule Koblenz:

„Der konventionelle Bewerbungsprozess wie wir ihn derzeit kennen, ist aus Sicht vieler in das Berufsleben startender Bewerber ganz offenbar nicht mehr zeitgemäß. Sie erwarten, dass er künftig an ihr dynamisches Mediennutzungsverhalten sowie an ihren Umgang mit Zeit angepasst wird.“

Arbeitgeber seien gut beraten, diesem Anforderungsprofil nachzukommen, so Beck weiter.

Bearbeitungszeit für Bewerbungen sinkt nach der ersten Bewerbung rapide

Aktuell investieren 40% der Berufsstarter pro Bewerbung zwischen einer und zwei Stunden ihrer Zeit. Etwas mehr als ein Viertel nimmt sich drei bis vier Stunden, so die Umfrageergebnisse. Ist allerdings die erste Bewerbung fertig, sinkt die Bearbeitungszeit rapide ab. Fast jeder zweite Bewerber (48%) nimmt sich dann gerade einmal die Hälfte der Zeit, die in die erste Bewerbung investiert wurde.

Lars Wolfram, einer der Gründer von Talents Connect, sieht darin ein Problem. Seiner Meinung nach ist die Ursache dafür allerdings nicht ausschließlich auf der Seite der Bewerber zu verorten:

„Dieses Ergebnis zeigt, dass Bewerber ab der zweiten Bewerbung dazu neigen, viele Inhalte aus der ersten Bewerbung auch an die Arbeitgeber zu schicken, bei denen sie sich anschließend bewerben. Das macht sie natürlich letztlich austauschbar. Dieser Trend ist auf Arbeitgeberseite beispielsweise in Stellenanzeigen ebenfalls erkennbar, wo Floskeln und indifferente Aussagen dominieren. Das bedeutet, dass wir es hier mit einem Prozess zu tun haben, in dem zwei Parteien zusammenfinden möchten, die nur austauschbare Inhalte von sich preisgeben. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.“

Die abnehmende und zum Teil mangelhafte Qualität von Bewerbungsunterlagen beklagen Personalverantwortliche bereits seit Längerem. Es ist daher enorm wichtig, sich mit einer individuellen Bewerbung zu positionieren, die genau auf den Arbeitgeber und die ausgeschriebene Stelle passt.

Das bedeutet natürlich einen höheren zeitlichen Aufwand, als er in den Umfrageergebnissen zu erkennen ist. Die Bereitschaft, mehr Zeit und Mühe in die Anfertigung von Lebenslauf und Bewerbungsschreiben zu stecken, fehlt allerdings bei vielen Bewerbern.

Allgemeingehaltene Stellenausschreibungen mit austauschbaren Floskeln könnten hier ein Erklärungsansatz für die mangelnde Bereitschaft sein, jede einzelne Bewerbung für jeden einzelnen potenziellen Arbeitgeber immer wieder maßzuschneidern.

Qualität von Bewerbungen sinkt weiter – sind Arbeitgeber schuld?

Bekanntermaßen gehören immer mindestens zwei Parteien zu einem Streit. Wobei ein sich anbahnendes Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wohl kaum als Streit zu bezeichnen ist. Schließlich wollen beide Seiten auf einen gemeinsamen Nenner kommen und voneinander profitieren. Der Arbeitgeber sucht eine qualifizierte Fachkraft, der Arbeitnehmer sucht einen Job, über den er sich sowohl berufliche als auch – durch eine angemessene Entlohnung – private Ziele erfüllen kann.

Bereits in der Vergangenheit wurden immer wieder Stimmen auf Seiten der Arbeitgeber laut: es herrsche Fachkräftemangel, die Qualität der Bewerbungen sei schlecht und überhaupt würde es immer schwieriger, gutes Personal zu finden und dieses dann auch längerfristig im Unternehmen zu halten.

Von der anderen Seite meldeten sich immer wieder Arbeitnehmer zu Wort: Bewerbungsprozesse seien zu kompliziert, der erste Kontakt zu unpersönlich und darüber hinaus zeigten sich Arbeitgeber nach dem Stellenantritt mitunter doch anders, als sie sich in der Stellenanzeige präsentierten.

Fazit

Die Ergebnisse der aktuell vorliegenden Umfrage zeigen nun erneut vorherrschende Missstände in Bewerbungsprozessen auf. Die Umfrageergebnisse sind dabei sowohl für die Bewerber als auch für die Verantwortlichen auf Arbeitgeberseite relevant. Es besteht also Handlungsbedarf auf beiden Seiten.

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