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Der Bewerbungsprozess – Ein Reisebericht auf Abwegen

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen“ – mit diesem Satz beginnt das Gedicht Urians Reise um die Welt, welches der deutsche Dichter und Journalist Matthias Claudius im Jahr 1786 schrieb. Kurze zweihundertdreißig Jahre später haben die einleitenden Worte nichts an Charme und Bedeutung verloren. Was das Ganze mit dem Thema Bewerbungsprozess zu tun hat, erfahren Sie im Artikel.

Die beliebtesten Arbeitgeber sind nach wie vor die großen Automobilkonzerne wie die BMW Group, Audi, Porsche oder Daimler und Technologiekonzerne á la Google oder Apple. Gerade deshalb flattern bei diesen Unternehmen tagtäglich Bewerbungen ins Haus – ob nun in digitaler Form oder auf dem Papier. Bei der Masse an eingehenden Bewerbungsunterlagen ist es kaum verwunderlich, dass die großen Unternehmen insbesondere für die erste Phase des Bewerbungsprozesses verstärkt auf Online-Tools und Web-Formulare setzen. Klarer Vorteil für die Personalabteilung: Zeitersparnis. Klarer Nachteil für Bewerber: Wer in seinem Lebenslauf keinen überdurchschnittlich guten Abschluss an einer renommierten Hochschule nachweisen kann, ist raus.

Die Reisevorbereitung

Bewerbungsprozess - Vorbereitung ist alles

© Ravil Sayfullin (fotolia)

Okay, ganz so hart und drastisch mag es wohl (noch) nicht überall zugehen. Aber Hand aufs Herz: Wenn die Zeit knapp ist und einzelne Stationen des Lebenslaufs als Entscheidungsgrundlage herhalten müssen, werden Fehltritte während der Ausbildung schnell zum K.O.-Kriterium und die geplante berufliche Reise ist vorbei, bevor es Gelegenheit gab, sich die Sehenswürdigkeiten zumindest kurz im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs anzuschauen.

Neben sehr guten Abschlussnoten im Bachelor bzw. Master möchten die Personalentscheider gerne etwas Auslandserfahrung sowie Praktika bei anderen namhaften Unternehmen in den Lebensläufen der Bewerber sehen. Wer ein duales Studium absolviert, sucht sich bestenfalls direkt einen starken Praxispartner.

Das Stellenangebot

Die Vorbereitungen sind getroffen, der Reisestart ins Berufsleben steht bevor. Der Lebenslauf verläuft geradlinig, enthält alle wichtigen Stationen und sämtliche relevanten Informationen, um die Personalabteilung von der eigenen Qualifikation zu überzeugen. Was fehlt noch? Richtig, die persönliche Note. Diese entsteht durch das Verfassen eines individuellen Bewerbungsschreibens. Doch damit es dazu kommen kann, muss zunächst ein Stellenangebot her. Interessant muss es klingen, sympathisch muss es wirken, abwechslungsreiche Aufgaben sollten beschrieben werden und es sollte idealerweise genug Verknüpfungspunkte zu den eigenen Interessen und Neigungen bieten.

Erster Reisetag … erste Hürde?

Bewerbungsprozess - Stellenangebot

Unsere Reise beginnt mit der Suche nach einem auf die eben genannten Kriterien passenden Stellenangebot. Bei der großen Auswahl an Stellenbörsen und Jobsuchmaschinen findet sich schnell etwas Passendes. Gleichzeitig müssen wir jedoch feststellen, dass etwas fehlt: Informationen.

Informationen darüber, was der Arbeitstag genau beinhaltet und wie dieser ablaufen wird. Welche Entwicklungsmöglichkeiten werden geboten? Existiert ein Dresscode? Arbeiten wir für uns allein, zu zweit oder in einem Großraumbüro? Und wo wir gerade dabei sind: Wer arbeitet mit mir zusammen und wie sind die anderen Mitarbeiter und Vorgesetzten drauf? Ist man dort per Du oder wird gesiezt? Ist das Arbeitsklima eher ungezwungen und locker oder herrschen klar definierte Strukturen und Hierarchien?

Bewerbungsprozess - Passt alles zusammen?

Fragen dieser Art haben inzwischen einen höheren Stellenwert als die Gehaltszahlung. Das wird nicht zuletzt durch die StepStone Trendstudie 2016 deutlich: Für 71% der Bewerber sind die Arbeitskollegen und das Arbeitsklima wichtiger als die Aufgaben. Mehr als die Hälfte (56%) lehnen ansonsten inhaltlich passende Jobs ab, weil ihnen die Stellenanzeige oder Website des Unternehmens nicht gefallen. Noch deutlicher wird es, wenn wir uns anschauen, dass 79% ihre Bewerbungsunterlagen lieber für sich behalten, wenn die Identifikation mit dem potenziellen Arbeitgeber fehlt oder schlichtweg nicht möglich ist.

Ergebnisse wie diese zeigen auf, dass Unternehmen reagieren müssen, um sich als Arbeitgeber attraktiv zu machen oder künftig nichts an Attraktivität einzubüßen. Insbesondere große Konzerne müssen mehr Persönlichkeit zeigen und Bewerbern gegenüber mehr Transparenz anbieten, damit das Employer Branding und vor allem die für die Personalsuche nach außen kommunizierten Inhalte authentisch wirken.

Einige Unternehmen verstärken bereits Ihre Bemühungen, dem Wunsch nach mehr Persönlichkeit gerecht zu werden. In der Regel passiert dies durch detailliertere Informationen in den Stellenanzeigen oder auf der eigenen Website, beispielsweise in Rubriken wie „Über uns“ und den unternehmensinternen Karriereseiten. Dem Besucher der Internetseite ist jedoch bewusst, dass diese Inhalte aus der Feder leitender PR-Mitarbeiter des Unternehmens stammen oder eine externe Agentur mit der textlichen Ausarbeitung beauftragt wurde.

Was fehlt, ist eine unabhängige Begutachtung, damit die beschriebenen Aspekte validiert werden und die Authentizität gewährleistet ist. Im deutschsprachigen Raum gab es bis vor Kurzem kein Angebot für Unternehmen, um zu zeigen, dass die Aspekte des Employer Branding und die Attraktivität der Arbeitgebermarke in Realität auch so gelebt werden, wie es geschrieben steht.

Kehrtwendung oder mit Vollgas voraus?

Zwar gibt es transparente Bewertungsportale wie kununu, wo sich Erfahrungsberichte finden lassen. Hier können Mitarbeiter, Bewerber und Auszubildende Punkte an Arbeitgeber vergeben, woraus sich der „kununu score“ ermittelt. Dieser soll Aufschluss über die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber geben. Allerdings bemängeln einige Unternehmen sowie auch Besucher von kununu, dass es dort nicht immer sachlich zugeht. Jedem Leser einer schallenden Negativbewertung mit dem Titel „Geht gar nicht!“ sollte klar sein, dass immer zwei Seiten zu einem Disput gehören – die Bewertung mag zwar authentisch sein, aber auch hier fehlt die Unabhängigkeit.

Bewerbungsprozess - Unternehmen stellen sich auf meetyournext.com vor

Mit dem neuen Portal Meet Your Next Company ist im November ein Service gestartet, der sich an Unternehmen richtet, welche sich mit einem authentischen Unternehmensportrait präsentieren möchten, das von einer Person verfasst wurde, die keinerlei Verbindungen zum Unternehmen hat. Ein unabhängiger Redakteur, der für einen Tag im Unternehmen ist, sich dort mit dem Team und der Geschäftsführung unterhält und im Anschluss aufzeigt, was das Unternehmen und die Menschen, die dort arbeiten, einzigartig macht.

Bewerbungsprozess - Traumjob in Sicht

Das auf diese Weise entstandene Unternehmensportrait kann im Anschluss an die Veröffentlichung direkt in Stellenangebote integriert werden, damit Bewerber an eben jene Informationen gelangen, die ihnen bisweilen noch fehlen. So können Unternehmen Persönlichkeit zeigen und aktiv wie passiv Jobsuchende einen authentischen Eindruck von eben jenen Persönlichkeiten erhalten, die ein Unternehmen ausmachen.

Haben wir alle benötigten Informationen zusammengetragen und einen aus unserer Sichtweise attraktiven Arbeitgeber gefunden, sammeln wir uns, blicken auf die bisher zurückgelegte Strecke und sehen dem nächsten Reisetag entgegen. Für die folgenden Reiseabschnitte benötigen wir jedoch ein Ticket. Eine Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch, zum Telefoninterview oder für ein Assessment Center – den nächsten Schritt im Recruiting. Damit wir an diesem Abschnitt der Reise teilnehmen können, brauchen wir eine aussagekräftige Bewerbung, damit wir unser Ticket erhalten.

Die Bewerbung

Ob junger Absolvent oder berufserfahrener Professional – wir alle stehen vor derselben Hürde. Einige von uns haben vielleicht noch nie eine Bewerbung geschrieben, andere stehen seit Langem im Beruf und sind sich der aktuellen Anforderungen an Bewerbungsunterlagen nicht bewusst. Doch es gibt noch eine weitere Sache, die wir gemeinsam haben: Wir alle wünschen uns einen Job, der uns erfüllt und nicht nur Mittel zum Zweck ist.

Wenn ein solcher Job in greifbarer Nähe scheint, setzen wir alle Hebel in Bewegung, um uns gegen eine Vielzahl anderer Bewerber durchzusetzen. Auf diese Weise wird dieser Abschnitt unserer Reise zu einem Sprint, bei dem Fitness eine unglaublich große Rolle spielt. Nicht unbedingt (nur) die körperliche und mentale Fitness. Vielmehr ist hier mit dem Adjektiv „fit“ der Aspekt gemeint, wie gut Bewerber und das jeweilige Unternehmen zusammenpassen.

Bewerbungsprozess - Gesunde_eigenwerbung schadet nicht

Mit unserer Bewerbung stellen wir uns ins richtige Licht und beschreiben unsere fachliche Qualifikation sowie unsere persönlichen Kompetenzen in ansprechenden Worten. Dafür lassen wir uns zuvor Bewerbungstipps geben oder suchen uns direkt tatkräftige Unterstützung. Mit unserer Bewerbung transportieren wir, inwiefern wir davon ausgehen, dass wir tatsächlich der beste Kandidat für die vakante Position im Unternehmen sind. Und dann warten wir auf unser Ticket, das uns den nächsten Abschnitt unserer Reise ermöglicht.

Wir schicken unsere Bewerbungsunterlagen auf die Reise – der ein oder andere zelebriert eventuell noch ein Ritual, um ein positives Resultat herbeizubeschwören – und dann beginnt das Warten. Wir wissen, dass es nun nicht mehr in unserer Hand ist und wir abwarten müssen. Nichtsdestotrotz geht der erste Blick an jedem Morgen nach dem Versand unserer Bewerbung in Richtung Postfach: Siegessicher abwartend … hoffnungsvoll in Geduld übend … ungeduldig ausharrend.

Der Bewerbungsprozess

Ein neuer Tag bricht an und beginnt mit angenehmer Post – soll es ja tatsächlich geben. In unserem E-Mail Eingang finden wir die Benachrichtigung, dass unsere Bewerbungsunterlagen sowohl die Mitarbeiter der Personalabteilung als auch die zukünftigen Vorgesetzten aus der Fachabteilung überzeugt haben. Das ist unser Ticket, wir sind eine Runde weiter und setzen unsere Reise mit dem nächsten Schritt des Recruiting fort.

Bewerbungsprozess - Perfekte Bewerbung, perfekter Eindruck

Wir sind als berufserfahrener Mensch auf der Jobsuche und entdeckten zu unserem Profil passende Einstiegsmöglichkeiten im Stellenangebot sowie perspektivreiche Entwicklungsmöglichkeiten bei unserer weiterführenden Recherche auf den Karriereseiten des Unternehmens. Da wir kein frisch gebackener Absolvent und auch kein Berufseinsteiger mehr sind, ist unser nächstes Ziel innerhalb des Bewerbungsprozesses kein vorgeschaltetes Auswahlverfahren wie ein Assessment Center. Aufgrund der geografischen Nähe wird auch auf das Telefoninterview verzichtet und so werden wir ohne Umwege direkt zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen.

Der Einstieg in das Vorstellungsgespräch gelingt gut, wir zeigen keine Spur der Nervosität und unser Gegenüber scheint eine angenehme Atmosphäre schaffen zu wollen. Man ist sich sympathisch, ein rundum gelungener Einstieg. Im weiteren Verlauf des Gesprächs werden wir nicht gefragt, warum die Personalentscheider uns nicht einstellen sollten oder wo wir unsere größten Schwächen sehen. Selbst die teilweise üblichen Fangfragen bleiben aus.

Da das Gespräch aus unserer Sicht sehr positiv verläuft und wir bisher nur mit einem Mitarbeiter aus der Personalabteilung gesprochen haben, fragen wir nach einer Möglichkeit, die zukünftigen Kollegen und Vorgesetzten aus der Fachabteilung kennenzulernen. Dieser Wunsch wird uns gewährt und wir werden vorgestellt. Wir lernen Vorgesetzte und Kollegen kennen und sprechen kurz über den bevorstehenden Einstieg. Eine studentische Aushilfe und ein Schüler, welcher gerade ein Praktikum in dem Unternehmen absolviert, werden uns ebenfalls kurz vorgestellt. Zum Abschluss sehen wir unseren zukünftigen Arbeitsplatz und sind rundum zufrieden, wie der Bewerbungsprozess in unserem Fall verlaufen ist.

Wir sind erleichtert, denn zuvor lasen wir Berichte darüber, wie kompliziert doch alles sei. Andere Reisende, denen wir während der Jobsuche begegneten, erzählten von komplizierter Bürokratie, von unpersönlichen Formularen und aussortierten Bewerbungen, weil die Jobnummer nicht in den Unterlagen vermerkt war. Erzählungen wie diese kursieren wie Gruselgeschichten am Lagefeuer. Aber es steckt viel Wahres in diesen Geschichten. Nicht immer verläuft der Bewerbungsprozess so reibungslos wie in unserem Fall. Und so schätzen wir uns glücklich, dass wir nicht zu den 41% der Menschen gehören, die einen Job ablehnen, weil der Bewerbungsprozess zu kompliziert ist (Quelle: StepStone Trendstudie 2016).

Der Einstieg – Die Reise endet und beginnt von vorn

Wir berichten Familie und Freunden davon, dass wir ab jetzt Karriere machen werden. Selbst entfernten Bekannten aus England schmettern wir ohne jegliches Gefühl der Peinlichkeit ein laut schallendes „I make career now“ per Skype entgegen. Wir freuen uns auf den ersten Arbeitstag in einem neuen Job – für den wir glücklicherweise keinerlei Fremdsprachenkenntnisse benötigen.

Bewerbungsprozess - Immer auf der Reise

© Bluehousestudio (fotolia)

Wir sind endlich am Ziel unserer Reise angekommen. Von Strapazen wurden wir weitestgehend verschont und bekamen streckenweise sogar wertvolle Unterstützung.

Mit dem ersten Tag an unserem neuen Arbeitsplatz stellt sich ein Gefühl der Zufriedenheit ein, welches sich wie eine wohlig gemütliche Decke über die Schultern legt.

Doch das Fernweh packt uns erneut. Wir sind Reisender aus Überzeugung. Wir sprachen von Entwicklungsmöglichkeiten, wollten selbige wahrnehmen und Chancen nutzen. Also bereiten wir uns vor und Ergebnisse in Präsentationen auf. Wir leisten ausgezeichnete Arbeit und engagieren uns für das Unternehmen sowie für das Team um uns herum. Wir sind in Aufbruchsstimmung.

Eine neue Reise beginnt …

Anmerkung

Frei nach Blaise Pascal möchte ich mich für die außerordentliche Länge dieses Artikels entschuldigen, aber ich hatte leider keine Zeit, mich kürzer zu fassen. Die Vorweihnachtszeit und der bevorstehende Jahreswechsel stimmen besinnlich und so schweifen die Gedanken gerne aus.

Sollten Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich für das kommende Jahr Veränderungen vorgenommen haben, so wünsche ich Ihnen, dass Sie anschließend glücklich und zufrieden sind. Sollte ein Jobwechsel zu den von Ihnen angestrebten Veränderungen gehören, so können wir Ihnen beim Kurswechsel Ihrer Reise behilflich sein, sodass Sie alle Stolpersteine auf dem Weg umgehen können und sicher an Ihr Ziel gelangen.

Eine Reise ist immer besser, wenn man treue Begleiter an seiner Seite hat. Das sehe und erlebe ich hier jeden Tag im Büro.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine möglichst stressfreie Vorweihnachtszeit und bereits jetzt entspannte Feiertage.

Lassen Sie es sich gut gehen, tun Sie anderen etwas Gutes und lassen Sie Ihre Lieben wissen, was sie Ihnen bedeuten.

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