Typische Fehler und strittige Punkte bei der Erstellung des Lebenslaufs
Trotz des an sich klaren strukturellen Aufbaus, schleichen sich einige Fehler immer wieder in den Lebenslauf ein:
1.) Veraltete Informationen:
Wie alles andere auch, haben sich Aufbau und Inhalt des Lebenslaufs mit der Zeit verändert. So waren früher z.B. detaillierte Informationen über die Eltern oder auch die Religionszugehörigkeit fester Bestandteil des Lebenslaufs. Nimmt man solche Punkte auch heute noch auf, erweckt man beim Personaler sofort einen negativen Eindruck, da man sich nicht über Neuerungen informiert hat.
2.) Hobbys:
Hobbys und Interessen sind Unarten, die sich, wahrscheinlich um diesen zu strecken, immer wieder in den Lebenslauf einschleicht. In einem professionellen Lebenslauf haben Hobbys zu 99 % nichts zu suchen. Die einzige Ausnahme bilden Hobbys, die einen direkten Bezug zum angestrebten Beruf haben, wobei man auch hier nicht von Hobbys, sondern eher von ehrenamtlichen oder sonstigen Tätigkeiten sprechen sollte. So ist, bei einer Bewerbung mit sozialem Hintergrund, ehrenamtliches Engagement in der Freizeit, z.B. als Jugendfußball-Trainer, von Vorteil. Das umgekehrt auch Rad und Ski gefahren wird interessiert aber niemanden, als letzten den Personaler. Auch die lebhaften Diskussionen über gute und schlechte Hobbys für den Lebenslauf, wie sie in vielen Bewerbungsforen geführt werden, sollte man ignorieren. Hat es Bezug zum Job kann es rein, ansonsten nicht. Auf keinen Fall sollte versucht werden, durch, eventuell sogar erfundene, Hobbies Rückschlüsse auf die Persönlichkeit in den Lebenslauf einzubauen.
3.) Persönliche Stärken:
Häufig werden auch persönliche Stärken, wie Teamfähigkeit, Engagement oder ähnliches, im Lebenslauf erwähnt. Das ist falsch. Persönliche Qualitäten werden im Bewerbungsschreiben und ggf. im Motivationsschreiben abgehandelt. Der Lebenslauf besteht nur aus fachlichen Qualifikationen.
Die Meinungen gehen auseinander.
Neben klaren Fehlern gibt es auch einige Elemente des Lebenslaufs, bei denen die Meinungen auseinander gehen:
1.) Foto oder kein Foto?:
Bis vor einigen Jahren stellte sich diese Frage noch nicht. Ein seriöses Bewerbungsfoto war obligatorisch. Mittlerweile hat sich dies aber teilweise geändert. Der Grund hierfür ist die Annährung des Bewerbungsverfahrens an das amerikanische Prinzip, speziell bei großen, international agierenden Unternehmen. Da in Amerika schon immer gerne und viel geklagt wurde, sehen sich dortige Unternehmen mit einer hohen Anzahl von Klagen durch abgelehnte Bewerber konfrontiert. Hauptsächlich geht es dabei um die Benachteiligung von Minderheiten. Um dem vorzubeugen sind Bewerbungen in Amerika von allem befreit, was auf Herkunft, Hautfarbe oder ethnische Zugehörigkeit schließen lässt. Dazu gehört auch das Foto.
Da anonymisierte Bewerbungen in Deutschland bisher nur in einzelnen Pilotprojekten getestet werden, sollte man jedoch (noch) nicht grundsätzlich auf das Bewerbungsfoto verzichten. Besonders Bewerbungen an kleine oder mittelständische Firmen dürften ohne Foto so gut wie keine Aussicht auf Erfolg haben. Bewirbt man sich allerdings bei großen, internationalen Unternehmen, speziell bei solchen mit Ihrem Hauptsitz in den USA, sollte vorher genau recherchiert werden, welche Bewerbungskriterien dort angewendet werden.
2.) Standard Foto oder lieber etwas Extravaganz?:
In den letzten Jahren wird vermehrt dazu übergegangen Bewerbungen mit Fotos abseits des standardisierten Passbildformats zu gestalten. So bieten professionelle Fotographen beispielsweise Bilder im Querformat, mit angeschnittenem Kopf, einem asymmetrischen Verhältnis zum Hintergrund oder auch in schwarz-weiß an. Auch hier gilt, dass es ganz vom Unternehmen abhängt, ob solche Bilder die Erfolgschancen steigern oder nicht. Besonders bei Unternehmen mit seit langem etablierten Strukturen sollte eher zum seriösen Passbild im Format 4×6 cm gegriffen werden, wohingegen bei jungen Firmen vielleicht andere Formate oft besser ankommen.