Als Werkstudent arbeiten – Was müssen Sie beachten?

Wenn Sie studieren, haben Sie sich vielleicht schon einmal überlegt, einem Werkstudentenjob nachzugehen. Die Vorteile des Werkstudenten-Daseins liegen auf der Hand: Man füllt nicht nur das Portemonnaie ein bisschen auf, sondern sammelt auch wichtige praktische Erfahrungen. Aber was genau ist ein Werkstudent eigentlich und was müssen Sie beachten, wenn Sie Werkstudent sein möchten? Hier erklären wir Ihnen, was Sie über Werkstudentenjobs wissen müssen.

Wer darf als Werkstudent arbeiten?

Um als Werkstudent tätig zu werden, müssen Sie an einer Universität oder Fachhochschule immatrikuliert sein. Dabei gilt kein Teilzeitstudium, Promotionsstudium oder duales Studium. Auch während eines Urlaubssemesters dürfen Sie nicht mehr als Werkstudent arbeiten. Im Klartext bedeutet das: Nur ein aktiver Vollzeitstudent darf als Werkstudent tätig sein.

20-Stunden-Regel

Werkstudent Informationen - Mann schaut auf seine Uhr am Handgelenk

Als Werkstudent ist es wichtig zu beachten, dass Sie nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten dürfen. Ansonsten werden Sie nicht mehr primär als Student angesehen, da angenommen wird, dass Sie mehr Zeit in den Job, als in das eigene Studium stecken. Die 20-Stunden-Regel gilt übrigens auch, wenn Sie mehreren Beschäftigungen nachgehen oder nebenbei noch selbstständig oder ehrenamtlich tätig sind. Die Stunden werden dann einfach addiert.

Ausnahmen
Diese Regel hat ihre Ausnahmen: In den Semesterferien dürfen Sie Vollzeit arbeiten, wenn Sie das möchten. Dadurch bekommen Sie erste Erfahrungen im Ablauf eines Vollzeitjobs. Außerdem werden Ausnahmen gemacht, wenn Sie Ihrem Job in den Abend- bzw. Nachtstunden oder am Wochenende nachgehen. Insgesamt dürfen Sie die 20-Stunden-Regel nicht mehr als 26 Wochen im Jahr überschreiten.

Dauer

Werkstudenten werden normalerweise für einen längeren Zeitraum eingestellt. Von 6 Monaten bis zu mehreren Semestern ist alles möglich. Dabei wird man meist einem bestimmten Projekt zugeteilt, für das man Mitverantwortung übernimmt.

Steuern & Versicherung

Generell sind Sie als Werkstudent nicht steuerpflichtig, solange Sie unter dem Grundfreibetrag von 9.000 € bleiben. Dazu kommt, dass Sie von Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung befreit sind. Dadurch bekommen Sie jedoch auch kein Arbeitslosengeld. Die einzige Abgabe, die Sie tatsächlich zahlen müssen, ist der Rentenversicherungsbeitrag von 9,35% des Bruttogehalts.

Familienversicherung
Sind Sie über Ihre Eltern familienversichert, müssen Sie beachten, dass Sie nur einen 450-Euro-Job haben oder maximal 435 € verdienen dürfen. Ansonsten müssen Sie sich möglicherweise selbst eine Krankenversicherung zulegen.

Gehalt

Werkstudent Informationen - Ansammlung von Münzen

Einer der größten Vorteile eines Werkstudentenjobs ist, dass Sie meist besser bezahlt werden als Praktikanten. Der Mindestlohn für Werkstudenten liegt momentan bei 8,84 € die Stunde. Das heißt, wenn Sie den Mindestlohn erhalten und 20 Stunden pro Woche arbeiten, verdienen Sie circa 710 € brutto im Monat.

Durchschnittlich bekommen Bachelor-Studenten einen Stundenlohn von 9,16 €, während Master-Studenten im Durchschnitt 10,68 € verdienen. Das kann aber natürlich immer etwas variieren und durch die richtige Gehaltsverhandlung beeinflusst werden. Je nach Unternehmen kann das Monatsgehalt auch schon mal bis auf 2.500 € hochgehen. Wenn das Unternehmen zum Beispiel ungünstig bzw. außerhalb gelegen ist, kann man ruhig etwas mehr veranschlagen, um Fahrtkosten usw. zu kompensieren.

BAföG
Wenn Sie BAföG erhalten, sollten Sie sich unter Umständen erst überlegen, ob es sich finanziell für Sie lohnt, einen Werkstudentenjob anzunehmen. Denn wenn Sie den Freibetrag überschreiten, kann Ihr BAföG-Satz schnell sinken. Also sollten Sie am besten erst nachrechnen, wie sich der Werkstudentenjob auf Ihren BAföG-Betrag auswirken könnte und ob sich der Zeitaufwand dann auch wirklich lohnt.

Fazit

Als Werkstudent bekommen Sie einen guten ersten Einblick in die Berufswelt und sammeln wertvolle Erfahrungen. Dazu kommt, dass Sie als Werkstudent vergleichsweise gut bezahlt werden und kaum Abgaben zahlen müssen. Es gibt zwar ein paar Dinge, wie die 20-Stunden-Regel, den BAföG Freibetrag und die Krankenversicherung, die Sie beachten sollten, aber wenn Sie sich daran halten, können Sie mit einem Werkstudentenjob viel gewinnen.

Ein Gastartikel von Alicia Schlack von StudentJob

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