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Vorstellungsgespräch: Was tun bei unerlaubten Fragen?

Vorstellungsgespräch: Was tun bei unerlaubten Fragen?

© Jeanette Dietl - Fotolia.com

Fragen über Fragen – im Vorstellungsgespräch bekommen Sie es mit der geballten Neugier der Personalverantwortlichen zu tun. Dabei steht mehr zur Debatte als nur die nüchternen Fakten aus Anschreiben und Lebenslauf: Unternehmen interessieren sich auch für Ihre Persönlichkeit. Doch nicht alles ist erlaubt. Manche Privatangelegenheiten dürfen grundsätzlich nicht angesprochen werden, andere nur dann, wenn sie für die ausgeschriebene Stelle unmittelbar relevant sind.

Erlaubt oder nicht?

Fragen zu welcher Partei man sympathisiert, wie man zu religiösen Fragen steht, ob man sich in seiner Karriere gewerkschaftlich engagiert – diese Umstände im Vorstellungsgespräch sollten kein Problem darstellen, sofern sie keine Extreme andeuten. Es sei denn, man bewirbt sich auf Jobs bei sogenannten Tendenzbetrieben: Dazu zählen unter anderem parteiliche oder kirchliche Einrichtungen, Zeitungen, Verlage, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände. Diese Unternehmen können von ihren Bewerbern berechtigterweise bestimmte politische, ethische oder religiöse Einstellungen erwarten.

Nach Vorstrafen, Krankheiten und Vermögensverhältnissen dürfen Arbeitgeber nur dann fragen, wenn die Angaben einen direkten Bezug zur Stelle haben. Ein verurteilter Scheckbetrüger hat beispielsweise als Bewerber schlechte Karten bei einer Bank und ein Schmiermittel-Allergiker kommt als Mechaniker kaum infrage. Fragen Arbeitgeber bei solchen kritischen Punkten nach, sollten Bewerber wahrheitsgemäß antworten.

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Tipps zu Fragen im Vorstellungsgespräch: Jeder Bewerber hat Stärken und Schwächen – in einem anspruchsvollen Vorstellungsgespräch sollte er zu beiden stehen. Selbst, wenn der Arbeitgeber durch direkte Fragen Druck ausübt, sollte ein Bewerber ruhig bleiben und sich Nervosität bewusst eingestehen, um nicht unterbewusst dagegen anzukämpfen und sich ablenken zu lassen.

 

Der Kernbereich der privaten Lebensführung ist im Auswahlverfahren grundsätzlich tabu für Unternehmen. Über die sexuelle Identität, die Familienplanung oder bestehende Schwangerschaften müssen Arbeitgeber nicht aufgeklärt werden. Streng genommen gilt das auch für die Themen Hobbys und Freizeit. Wer dazu schweigt, hat die Gunst der Personaler allerdings schnell verspielt: Überlegen Sie sich am besten vorher gut, ob Sie im Vorstellungsgespräch für alle Fälle gewappnet sind.

Wie retten Sie sich aus der Klemme?

Die Interviewer stellen unzulässige Fragen? Und Sie möchten sie nicht vor den Kopf stoßen? Es folgen Verhaltenstipps für heikle Situationen:

  • ¬ Wahren Sie die Fassung.
    Möglicherweise wird vom Unternehmen getestet, wie Sie auf Provokationen reagieren. Versuchen Sie unangenehme Fragen oder Kommentare als Scherz abzutun und verweisen Sie ganz nüchtern auf Ihre Qualifikationen.
  • ¬ Wechseln Sie die Gesprächsebene.
    Antworten Sie vage, lenken Sie die Unterhaltung schnell zurück zu Ihrer Bewerbung. Hartnäckige Nachfragen lassen sich höflich, aber konsequent abblocken: „Es tut mir leid, aber mir ist noch nicht ganz klar, inwiefern das mit der Stelle zusammenhängt. Könnten Sie mir das genauer erklären? Ich wüsste jetzt nicht, wie ich darauf antworten sollte.“
  • ¬ Sie haben das Recht zu lügen.
    Ohne Frage, Arbeitgeber müssen nicht jedes Detail wissen. Bei unzulässigen Fragen im Vorstellungsgespräch dürfen Sie zur Notlüge greifen. Aber wägen Sie die Folgen Ihrer Flunkerei ab – wie wahrscheinlich ist es, dass sie auffliegt? Welche Konsequenzen könnte das haben? Wenn Sie nichts zu befürchten haben, sollten Sie natürlich bei der Wahrheit bleiben.

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag des Ausbildungspark Verlags. Der Ausbildungspark Verlag veröffentlicht Ratgeber speziell für die Ausbildungsbewerbung, u. a. das Handbuch „Das Vorstellungsgespräch zur Ausbildung“. Auf dem Online-Portal www.ausbildungspark.com finden Berufseinsteiger Infos und Tipps rund um die Berufswahl, den Einstellungstest, das Vorstellungsgespräch und das Assessment Center.

 

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