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Tätigkeiten in der Bewerbung: Was will ich? Was kann ich?

Tätigkeiten in der Bewerbung

© Trueffelpix - Fotolia.com

Die Kompetenzen eines Bewerbers sind die Aushängeschilder einer jeden Bewerbung. Heutzutage ist es üblich zu prahlen und Selbstsicherheit für sich sprechen zu lassen. Sind also bestimmte Fähigkeiten gefordert, ist ein Bewerber erst einmal das Nonplusultra auf dem Arbeitsmarkt. Wer ansagt, muss jedoch auch liefern. „Was kann ich beziehungsweise was habe ich bereits gemacht?“, lauten die Kernfragen. Eine sichere Antwort liefern dabei die Wenigsten ab. Zwischen Selbstdarstellung und Veränderungswunsch geraten Bewerber ins Straucheln.

Angabe und Aussage

Mit Blick auf die genannten Kernfragen stellt sich die Frage, welche Fehler an diesem Punkt überhaupt möglich sind. Schließlich weiß jeder selbst am besten, wo er bis jetzt gearbeitet hat und was unter seinen Tätigkeitsbereich gefallen ist. Dies in eine Bewerbung einzubinden, sollte eigentlich ein Klacks sein. Dennoch hinterfragen zu wenige Menschen ihre Angaben und welchen Eindruck sie beim Personalentscheider hinterlassen könnten.

Bezeichnung von einer Stelle im Lebenslauf: Financial Controller (Versicherer); 08/2009

Die oben angegebene Stelle stammt aus einem fiktiven Lebenslauf und steht für eine Angabe, wie sie NICHT in einer Bewerbung zu finden sein sollte. Hinter einem Financial Controller verbirgt sich ein Angestellter, der sich um das interne Rechnungswesen eines Unternehmens kümmert. Die Berufsbezeichnung ist korrekt, jedoch fehlt die Beschreibung der Tätigkeit. Nicht jeder Personalentscheider ist mit den heutigen Berufsbezeichnungen vertraut, zumal sich diese frei von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden können und dürfen. Kurze, stichwortartige Beschreibungen genügen (Beispiel: Bullet Points, legitim im Lebenslauf).

Der Arbeitgeber sollte ebenso genau genannt werden. Eine Beschreibung des Unternehmens ist nicht von Nöten – der genaue Unternehmensname sollte jedoch Teil der Angabe sein. Auch das Datum ist in diesem Fall falsch – oder eher unvollständig. Sofern der Aspirant seinen letzten Job nicht nur im August 2009 ausführte, hat er entweder das Einstiegs- oder Ausstiegsdatum für seine Bewerbung gewählt. Ein Beschäftigungszeitraum ist nicht ersichtlich. Der Personalentscheider wäre in der Realität wahrscheinlich verwirrt.

gluehbirne

Tipps für das Anschreiben: Nicht nur im Lebenslauf kommt es auf Aussagekraft an. Das Anschreiben ist das Flaggschiff einer jeden Bewerbung. Hier spielt die Motivation des Bewerbers eine große Rolle. Wollen Sie nur EINEN Job oder nur DIESEN? Wollen Sie nur ihre Fähigkeiten einbringen oder wissen Sie auch wie? Es geht um den feinen Unterschied, der inhaltlich untermalt werden muss.

 

Tätigkeiten im Anschreiben

Natürlich spielt die Angabe der Tätigkeiten auch im Anschreiben eine bedeutende Rolle. Hier kommt es vor allem auf ihre Beschreibung an. Viele machen gerade im Anschreiben lediglich einfache Angaben und verzichten dabei völlig auf eine nähere Schilderung ihrer Fähigkeiten. Dabei ist es wichtig, eine Brücke zwischen den ausgeführten Tätigkeiten und dem umworbenen Unternehmen zu bauen. Wie kann ich mich ins neue Arbeitsumfeld einbringen? Kann diese Frage durch die Darstellung des Geleisteten beantwortet werden, ist man auf einem guten Weg in ein Beschäftigungsverhältnis.

gluehbirne

Tipps für das Motivationsschreiben:Bewerben Sie sich für eine Stelle? Dann lassen Sie Arbeitgeber und Personaler wissen, welche Motivation in Ihnen steckt. Unterschiedliche Unternehmen und verschiedene Jobs erfordern individuelle Maßnahmen. Das Motivationsschreiben bietet Ihnen die optimale Möglichkeit, den nächsten Schritt Ihrer Karriere zu begründen. Ob Umzug, berufliche Umorientierung oder bessere Aufstiegschancen, duch die richtige Darlegung Ihrer Motivation überwinden Sie jede Hürde zum Vorstellungsgespräch.

Selbstdarstellung durch Kompetenzen

Wer in der Bewerbung von seinen Fähigkeiten schwärmt, muss diese nicht nur belegen können, sondern vor allem ehrlich sein. Winkt ein attraktives Stellenangebot, das mehr fordert als der Bewerber auf dem Kasten hat, dann gerät ein solcher schnell in die Versuchung einer Notlüge. Schließlich ist ihm der Fachbereich nicht fremd, er hat eine gute Auffassungsgabe und kann sich das notwendige Know-how schon irgendwie beibringen. Abgesehen von dem hohen Risiko, eine lediglich kurze Zeit im Wunschunternehmen verbringen zu dürfen, ist dies auch anderweitig keine empfehlenswerte Herangehensweise an die Erstellung einer Bewerbung. Ein Bewerber verkauft sich erstrangig durch seine Kompetenzen.

Was er kann und wie gut er es kann, weiß er allein am besten. Fakt ist: Solange er alle Anforderungen eines Stellenangebotes erfüllt, sollte er seine Karten so gut ausspielen, wie er kann – immer vorausgesetzt, dass er sich im Job gleichermaßen durchsetzt. Viele Bewerber begehen jedoch den Fehler der Zurückhaltung. „Eigentlich will ich ja NUR einen Job.“ „Muss ich wirklich so motiviert tun? Das kann ich im Jobinterview doch gar nicht verkaufen.“ Genau dort liegt das Problem: Wieso sollte ein Unternehmen lediglich den zweitbesten Kandidaten auswählen? Kann ein Bewerber sich nicht als die beste Wahl verkaufen, dann hat er keine Chance sich zu beweisen. Die Qualifikationen müssen stimmen, doch die Motivation entscheidet.

Veränderungswunsch: Job

Ein Veränderungswunsch geht nicht selten mit einem Bedürfnis nach neuen Herausforderungen einher. Wenn ein Jobwechsel in derselben Branche durchgeführt wird, ist dies nicht immer gegeben. Letztendlich bleibt folgende Frage: „Wie kann ich in meiner Bewerbung klar machen, dass ich meine alten Tätigkeiten nicht mehr ausführen möchte, um mich neue Aufgaben zu konzentrieren?“ Die Antwort lautet: Das Motivationsschreiben. Im Anschreiben passt die Äußerung dieses Wunsches lediglich in Maßen ins Gesamtbild. Das Motivationsschreiben ist jedoch perfekt geeignet, da schon der Name den ausschlaggebenden Faktor nennt. In der sogenannten dritten Seite der Bewerbung kann die Motivation des Bewerbers somit im vollen Maße dargestellt und der Jobwechsel ausreichend begründet werden.

Die Angabe von Tätigkeiten in der Bewerbung ist ein wichtiges Thema und die Ursache für viele gescheiterte Bewerbungen. Mit mehr Sorgfalt, kann einer frühen Ablehnung im Bewerbungsprozess entgegengewirkt werden.