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Tabufragen im Vorstellungsgespräch – Personaler und Bewerber

Was ist legitim und was nicht?

Tabufragen im Vorstellungsgespräch gelten für die Seite des Arbeitgebers bzw. des Personalers in einem rechtlich abgesteckten Rahmen. Für Sie als Bewerber nehmen Tabufragen eine gesonderte Rolle ein. Mehr dazu erfahren Sie im Folgenden!

Tabufragen im Vorstellungsgespräch – die Seite der Personaler

In einem Bewerbungsgespräch gibt es Themen, die aus rein gesetzlicher Sicht unter die sprichwörtliche Gürtellinie gehen und damit Ihre Persönlichkeitsrechte angreifen. Tipps zum richtigen Verhalten bei eben solchen Fragen gibt es bereits in diesem Beitrag. Um welche Tabufragen es sich seit der Verabschiedung des AGGs 2006 handelt wird folgend genauer betrachtet.

Müssen Sie solche Fragen im Bewerbungsgespräch beantworten?

Ja und nein. Grundsätzlich gilt es, dass Sie diese Fragen nicht wahrheitsgemäß beantworten müssen (s. Ulf Weigelt in der Zeit). Da aus Datenschutzgründen ein Weiterreichen von Informationen von Unternehmen untereinander nicht erlaubt ist, darf Ihre Aussage für andere etwaige Jobs keine Konsequenzen nach sich ziehen. Es gibt jedoch Fragen, so unangenehm diese auch sein mögen, die Sie vor einem bestimmten Hintergrund beantworten müssen. Hierzu drei Beispiele:

Tabufragen im Vorstellungsgespräch: Drei Frauen im Anzug unterhalten sich

© Tim Gouw

Beispiel Nummer 1: Sie haben sich um eine Stelle als Arzt/Ärztin, Krankenpfleger/in, Altenpfleger/in oder eine ähnliche Position aus dem Kranken- und Pflegebereich beworben. In diesen Berufen ist es sowohl für Ihre Sicherheit als auch für die Sicherheit der Patienten wichtig zu wissen, ob Sie gegebenenfalls schwanger sind oder eine ansteckende Krankheit haben (Infektionsrisiko).

Beispiel Nummer 2: Nach Ihrer Bewerbung um eine Position im Bankwesen wurden Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Dort werden Sie nach etwaigen Schulden bzw. finanziellen Problemen gefragt. In diesem Fall ist es zwingend notwendig, dass Sie wahrheitsgemäß antworten.

Beispiel Nummer 3: Sie bewerben sich bei der Bundeswehr. Nicht erst im Vorstellungsgespräch, sondern bereits bei der Bewerbung müssen Sie Angaben zu eventuellen Schulden oder Vorstrafen machen. Es handelt sich dabei um entscheidende Auswahlkriterien, die bei Ihnen als Bewerber berücksichtigt werden müssen.

Insofern die Ihnen gestellte Frage relevant für Ihre Gesundheit oder die Ausübung Ihrer künftigen Arbeit ist, so müssen Sie wahrheitsgemäß antworten. Sollten Sie in diesen Punkten lügen, so kann diese Schwindelei Sie nicht nur die Karriere im neuen Job kosten, sondern ebenfalls rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Diese Fragen sind für einen Arbeitgeber allgemein im Vorstellungsgespräch unzulässig:

  • Welche Religionszugehörigkeit haben Sie?
  • Können Sie nähere Informationen zu Ihrer ethnischen Herkunft geben?
  • Welche Partei wählen Sie? Empfinden Sie eher links- oder rechtsorientierte Ansichten als richtig?
  • Sind Sie Mitglied in einer Partei?
  • Haben Sie Alkohol- oder Drogenprobleme?
  • Aus welchem Grund haben Sie Ihrem alten Arbeitgeber die Kündigung ausgesprochen?
  • Wie steht es um Ihre sexuelle Orientierung?
  • Was haben Sie bisher verdient und in welche Vermögenswerte investierten Sie?
  • Sind Sie in einer Gewerkschaft?
  • Wie steht es um Ihr Privatleben? Welchen Familienstand haben Sie?
  • Wie steht es um Ihre Familie und Ihre Familienplanung? Haben Sie Kinder oder planen Sie in naher Zukunft Kinder zu bekommen?
  • Sind Sie vorbestraft?
  • Haben Sie ansteckende Krankheiten?
  • Sind Ihre Eltern pflegebedürftig?
  • Bei welchen Unternehmen haben Sie sich noch beworben?
  • Haben Sie eine Behinderung?

Tabufragen im Vorstellungsgespräch – die Seite des Bewerbers

Tabufragen im Vorstellungsgespräch -Tabus als Bewerber

© Christa Lind

Nicht nur Unternehmen können sich mit Tabufragen im Gespräch aus der Auswahl des neuen Arbeitnehmers katapultieren. Sie als Bewerber können ebenfalls das ein oder andere Tabu begehen, bewusst oder unbewusst, indem Sie einfach falsch auf Fragen reagieren. Schnell können Sie damit unbewusst die Chance auf einen neuen Job und damit auf die Karriere bei einem potenziellen Arbeitgeber ruinieren.

Bei den folgenden Fragen handelt es sich zumeist um Antworten, die im Bewerbungsgespräch gegeben werden. Im Gegensatz zu den unzulässigen Fragen seitens der Personaler, sind diese Aussagen rein rechtlich erlaubt. Allerdings – und da muss unterschieden werden – stellen Sie diese Entgegnungen mehr schlecht als recht dar:

  • „Was kann ich denn alles bei Ihnen als [Position] machen?“

    Diesbezüglich sollten Sie sich unlängst über die Stellenanzeige informiert haben. Diese Antwort zeigt, dass Sie sich entweder wahllos bei verschiedenen Unternehmen beworben haben, oder dass Sie zu viele Bewerbungen geschrieben haben und sich keine einzelne Stellenbeschreibung merken können.

  • „Ach, das gehört alles zu Ihrem Angebot?“

    Diese Frage erübrigt sich bei einem informierten Bewerber. Schließlich sollten Sie sich, spätestens mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch, nicht nur mittels der Homepage über das Unternehmen informiert haben. Letztlich sollte ein Arbeitgeber damit rechnen können, dass ein Bewerber weiß, worauf er sich einlassen möchte.

  • „Steht das etwa auch bei Ihnen auf der Homepage?“

    (s. vorherige Frage)

  • „Zählt Fast Food auch als größte Schwäche?“

    Wenn Sie in einem Bewerbungsgespräch nach Ihren Schwächen gefragt werden, so zielt die Frage darauf ab, Ihre fachlichen Kompetenzen abzustecken. Vorlieben für Fast Food, Schuhe, Schokolade o. ä. sind nicht relevant.

  • „Hmm … Eventuell?“

    Wird Ihnen eine Ja / Nein – Frage von Ihrem potenziellen Arbeitgeber gestellt, so ist eine abwägende Frage als Antwort definitiv verkehrt und zeugt nicht von Kompetenz. Entsprechend sollten Sie nicht mit „Circa?“, „Vielleicht?“, „Möglich?“ o. ä. antworten.

Insofern Ihnen keine der oben angeführten Tabufragen gestellt wird, sollten Sie den Tipp beherzigen und richtige Antworten im Bewerbungsgespräch geben. Selbst wenn Ihnen innerhalb eines Vorstellungsgesprächs eine der unzulässigen Fragen gestellt wird, sollten Sie diese Situation anders lösen, als mit Gegenfragen.

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