Der Sperrvermerk in der Bewerbung

Sperrvermerk

Ein Sperrvermerk ist ein kurzer Hinweis im Bewerbungsschreiben, die Unterlagen vertraulich zu behandeln. Dieser dient dazu, dass Ihr aktueller Arbeitgeber nichts von Ihrer Bewerbung bei einem anderen Unternehmen erfährt.

Dabei müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass ein solcher Hinweis einen negativen Eindruck bei dem kontaktierten Unternehmen hinterlassen könnte. Ein solches Verfahren ist inzwischen nämlich weit verbreitet. Ein Sperrvermerk ermöglicht Ihnen somit einen möglichst unkomplizierten Jobwechsel.

Im folgenden Artikel finden Sie Informationen zu der korrekten Platzierung des Sperrvermerks, der Anonymisierung Ihres aktuellen Arbeitgebers im Anschreiben sowie weitere hilfreiche Tipps, um einen reibungslosen Ablauf Ihres Jobwechsels zu ermöglichen.

Platzierung und Beispielformulierungen

Die richtige Platzierung und Formulierung des Sperrvermerks ist entscheidend. Er darf weder zu forsch wirken noch in der Bewerbung untergehen. Damit der Sperrvermerk wahrgenommen und nicht überlesen wird, sollte er idealerweise an einer der folgenden Stellen eingefügt werden:

Sie können den Hinweis auf die Vertraulichkeit Ihrer Unterlagen im Betreff oder dem Schlussteil Ihres Bewerbungsschreibens platzieren. Bei der Bewerbung per E-Mail fügen Sie den Vermerk in der ersten Zeile des Textes der E-Mail ein, noch vor der persönlichen Anrede. Orientieren Sie sich bei der Erstellung des Sperrvermerks gerne an unseren Beispielen:

  • Sperrvermerk im Betreff des Bewerbungsschreibens: „Vertraulich: Meine Bewerbung als XY“
  • Sperrvermerk im Schlusssatz der Bewerbung: „Da ich mich momentan in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinde, bitte ich Sie, meine Bewerbung vertraulich zu behandeln.“
  • Sperrvermerk in der E-Mail: „Bitte vertraulich behandeln!“

Anonymisierung des Arbeitgebers

Je nach Tätigkeit und Arbeitgeber kann es hilfreich oder gar notwendig sein, Ihren bisherigen Arbeitgeber zu verschweigen. Das Anonymisieren des aktuellen Arbeitgebers im Lebenslauf und dem Bewerbungsschreiben erfolgt, indem dieser nicht namentlich genannt, sondern umschrieben wird.

Ein Beispiel könnte folgendermaßen aussehen: In der Bewerbung wird aus der Daimler AG „ein renommierter deutscher Automobilhersteller“.

Wenn Sie Ihren Arbeitgeber in Ihrer Bewerbung anonymisieren, sollten Sie im Anschreiben darauf verweisen, beispielsweise folgendermaßen: „Ich bitte um Ihr Verständnis, dass ich aus Gründen der Vertraulichkeit meinen aktuellen Arbeitgeber nicht namentlich nenne.“

Halten sich Unternehmen an den Sperrvermerk?

Sobald Sie einen Sperrvermerk in Ihrer Bewerbung einfügen, besteht für den kontaktierten Arbeitgeber eine Verschwiegenheitspflicht. Sollte Ihr momentaner Arbeitgeber trotz des Sperrvermerks von Ihrer Bewerbung erfahren, können Sie Anspruch auf Schadensersatz erheben.

Ein solcher Verstoß kann jedoch nur selten zu dem jeweiligen Unternehmen zurückverfolgt werden. Die meisten Unternehmen halten sich allerdings an ihre Verschwiegenheitspflicht und behandeln die Informationen der Bewerber vertraulich.

Weitere Tipps für den Bewerbungsprozess

Nutzen Sie private Kontaktdaten

Geben Sie in Ihrer Bewerbung niemals Ihre dienstliche E-Mail-Adresse oder Rufnummer an. Die Situation kann sonst schnell unangenehm werden, wenn Kollegen oder Vorgesetzte etwas von Ihrer Suche nach einem neuen Job mitbekommen. Außerdem sollten Sie nur Ihren privaten Computer oder Ihr eigenes Smartphone verwenden. Von der Stellensuche oder gar dem Verfassen von Bewerbungen am Arbeitsplatz ist gänzlich abzusehen.

Geben Sie Kontaktzeiten an

Wenn Sie während der Arbeit einen Anruf vom potenziellen neuen Arbeitgeber erhalten, ist für Ihren Gegenüber schnell klar, worum es in dem Telefonat geht. Teilen Sie deshalb im Schlussteil Ihres Anschreibens mit, zu welchen Zeiten Sie kontaktiert werden möchten:

  • „Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne per E-Mail sowie telefonisch zur Verfügung. Am besten erreichen Sie mich morgens vor 9 Uhr oder nachmittags ab 16 Uhr.“
  • „Aufgrund meines ungekündigten Arbeitsverhältnisses erreichen Sie mich telefonisch von 14 bis 19 Uhr.“

Halten Sie Ihre Bewerbung geheim

Erzählen Sie niemandem von Ihrer Jobsuche, der etwas an Ihre Kollegen oder Vorgesetzte weitersagen könnte. Auch wenn Sie Ihre Lieblingskollegen gerne über den beruflichen Wechsel informieren wollen – Gerüchte verbreiten sich in einem Betrieb rasend schnell und gelangen so möglicherweise an die falschen Personen.

Verhalten Sie sich unauffällig und freundlich

Auch, wenn Sie bereits eine Zusage für den neuen Job haben oder noch auf Rückmeldung warten gilt, dass Sie Ihre Arbeit wie bisher fortsetzen sollten. Sollten Sie plötzlich nichts mehr tun oder sogar übereifrig arbeiten, schöpfen Mitarbeiter und Vorgesetzte gegebenenfalls Verdacht.

Ihrem Chef, wie auch Ihren Kollegen gegenüber, sollten Sie sich bis zum Ende der Beschäftigung freundlich und respektvoll verhalten. Schließlich wollen Sie ein gutes Arbeitszeugnis erhalten.

Damit Ihre Kündigung keine unerwartete Neuigkeit für Ihren Chef darstellt, sollten Sie im Vorfeld ein persönliches Gespräch mit diesem suchen. Dabei können Sie Ihre Zukunftsaussichten im Unternehmen ansprechen oder auch Ihre mangelnden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Wenn Ihr Vorgesetzter sich bereits über Ihre Unzufriedenheit bewusst ist, wird er Ihre Entscheidung besser nachvollziehen können. 

Schlechtes Arbeitszeugnis erhalten?

Wir helfen Ihnen gerne! Wir arbeiten mit einer Rechtsanwaltskanzlei zusammen, deren Tätigkeitsschwerpunkt im Arbeitsrecht liegt. Ein Rechtsanwalt kümmert sich persönlich um Ihr Arbeitszeugnis. Fordern Sie jetzt die Überprüfung, Korrektur oder Erstellung Ihres Arbeitszeugnisses an!

Kündigen Sie erst nach einer festen Zusage

Warten Sie unbedingt ab, bis Sie eine feste Zusage für Ihre neue Stelle haben, bevor Sie Ihre aktuelle kündigen. Mündliche Zusagen sind nicht verbindlich und so kann es sein, dass aus dem neuen Job im letzten Moment doch nichts wird. Um im Notfall nicht arbeitslos zu sein, empfehlen wir Ihnen dringend, Ihre aktuelle Stelle nicht vorschnell zu kündigen.

Sperrvermerk in der Bachelor- oder Masterarbeit

Viele Studierende schreiben ihre Abschlussarbeit in Verbindung mit der Tätigkeit in einem Unternehmen. Da Sie dabei mit vielen vertraulichen Daten in Kontakt kommen, ist ein Sperrvermerk notwendig. Das Unternehmen möchte so vermeiden, dass sensible Daten und Betriebsgeheimnisse an die Öffentlichkeit oder gar die Konkurrenz gelangen könnten.

Anders als bei einer Bewerbung, gilt der Sperrvermerk in der Bachelor- oder Masterarbeit für einen bestimmten Zeitraum. Dies ist die sogenannte Sperrfrist. Während dieser Zeit dürfen Sie Ihre wissenschaftliche Arbeit nicht veröffentlichen und lediglich dem Prüfungsausschuss vorlegen. Wie lange die Sperrfrist andauert, hängt individuell vom Unternehmen und dem gewählten Thema ab. Von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren sind verschiedene Zeiträume möglich.

Den Sperrvermerk platzieren Sie in Ihrer Abschlussarbeit direkt nach dem Deckblatt, noch vor dem Inhaltsverzeichnis. Der genaue Wortlaut des Vermerks ist hingegen nicht festgelegt. Einige Universitäten und Hochschulen bieten Vorlagen für den Sperrvermerk auf ihren jeweiligen Internetseiten an, an welchen Sie sich orientieren können.