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Selbstauslöser – ohne Reflexion kein Erfolg

selbstreflexion

© Minerva Studio – Fotolia.com

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Dann, ein paar Tage später, schuf er den Menschen und höchst individuell. Das war ein kreativer Kraftakt. Wir aber versuchen heute das genaue Gegenteil.

Die Lebensläufe der Bewerber gleichen sich an und heraus kommen Klone: Studium an einer Spitzenuniversität in Rekordzeit, Auslandspraktika, Fremdsprachenkenntnisse, gebleachtes Lächeln, modischer Kurzhaarschnitt, Partner – aber ungebunden. Solche Nachwuchskräfte wollen hoch hinaus, haben die Laufbahn optimiert, ihren Lebenslauf genauso sorgfältig geplant wie die Radtour durchs australische Outback. Das alles mag strategisch sinnvoll und taktisch klug sein. Doch wird das wichtigste dabei übersehen: die Persönlichkeit.

Sind Sie eine Intelligenzbestie?

Fachwissen, strategisches Denken, praktische Erfahrungen – daran mangelt es heute kaum einem Berufseinsteiger. Schon vor Jahren haben sich die Universitäten den Wünschen der Wirtschaft angepasst, haben Fallstudien, Pflichtpraktika und Rhetorikkurse in ihre Studienpläne integriert, weil deren Bedeutung bei der Bewerberauswahl steigt. Beschäftigt und befördert werden so aber nur brillante Analytiker, deren Sozialkompetenz jedoch selten mit ihrem Ego und Intellekt Schritt hält. Es sind Intelligenzbestien im Wortsinn.

Zum Glück gibt es auch die Gegenbewegung: Unternehmen, die nach Charakter statt nach Inselbegabung suchen. Akademische Brillanz beflügelt nicht zwangsläufig Kreativität, mit sozialem Geschick steht sie gelegentlich sogar auf dem Kriegsfuß. Dabei werden die folgenden Fähigkeiten immer wichtiger:

  • Konzepte moderieren
  • Teams organisieren
  • Projekte strukturieren
  • Abläufe modernisieren
  • Mitarbeiter/Kollegen motivieren

Wer an der Uni reüssiert kann im Team dennoch scheitern, wenn er Konflikten mit 0815-Methoden begegnet.

Karrieristen denken zu linear.

Sie haben gelernt ihre Ziele geradlinig zu verfolgen, zur Not mit dem Kopf durch die Wand. Fatal! Je höher ein Mitarbeiter aufsteigt, desto mehr repräsentiert er das Unternehmen und dessen Werte. So lange alles glatt geht, reicht vielleicht auch eine glatte Führungsfigur. Sobald aber Spannungen auftauchen, zählt Substanz.

Und die zeigt sich in der Persönlichkeit: Was Unternehmen erfolgreich macht sind eben nicht hoch bezahlte Arbeitstiere und Windkanal optimierte Mutanten, sondern Menschen, die nicht nur mit dem Verstand führen, sondern auch mit Empathie – die Vorbild sind, Werte leben, quer denken und visionieren.

Gute Arbeitgeber und Chefs wissen das – und sie achten auf entsprechende Indizien in den Bewerbungen. Was immer Sie dort von sich darstellen und womit Sie für sich sprichwörtlich werben: Achten Sie nicht nur auf analytische Brillanz, lassen Sie es auch noch genug menscheln…

Dies ist mittlerweile der zweite Gastbeitrag von Jochen Mai, der den Blog karrierebibel.de betreibt. Jochen Mai, Jahrgang 1968, studierte in Köln Volkswirtschaft und Politik und schrieb u.a. für Magazine wie „Forbes“, „Focus“ oder die „WirtschaftsWoche“. Zudem arbeitet er heute als Social Media Manager. 2008 erschien sein Bestseller „Die Karriere-Bibel“, 2009 folgte „Die Büro-Alltags-Bibel“ – ebenfalls ein Bestseller.

 

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