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Kurzfristiges Vorstellungsgespräch: Ein Leitfaden für Eilige

Geschäftsmänner in Eile für kurzfristiges Vorstellungsgespräch

Mitunter kommt die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch sehr kurzfristig. Ein Jobinteressierter erkundigt sich am Telefon bei einem Unternehmen nach einer ausgeschriebenen Stelle. Während des Telefonats mit dem Personaler herrscht gegenseitige Sympathie. Unverhofft folgt die spontane Einladung: „Kommen Sie doch einfach direkt morgen zu einem Gespräch vorbei.“ Wem die Zeit für eine gründliche Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch fehlt, dem sei unser Leitfaden für Eilige ans Herz gelegt.

Insbesondere bei einem beliebten Arbeitgeber steht man als Bewerber selten alleine da. Es gilt, den Arbeitgeber oder beauftragten Headhunter von den eigenen Qualifikationen zu überzeugen. Wer seine Karriere in einem gefragten Unternehmen beginnen bzw. selbige dort fortsetzen möchte, darf nicht zimperlich sein.

Egal, wie kurzfristig die Einladung erfolgt: Den Termin zu verschieben, wird sich nicht positiv auswirken. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind Sie nicht der einzige Kandidat für die freie Stelle im Unternehmen. Außerdem haben Sie zu diesem Zeitpunkt bereits einen Fuß in der Tür, ansonsten hätte man Sie schließlich erst gar nicht eingeladen. Eine Absage kommt also ebenfalls nicht in Frage. Schnappen Sie sich Ihren Lebenslauf und nehmen Sie eventuell noch das aktuellste Arbeitszeugnis mit zum Vorstellungsgespräch. Eine vollständige Bewerbung kann in den meisten Fällen einige Tage nach dem Gespräch noch nachgereicht werden.

Smalltalk zum Einstieg in das Gespräch: Vorsicht!

Bevor es im Bewerbungsgespräch ans Eingemachte geht, soll zu Beginn erst einmal das sprichwörtliche Eis gebrochen und Nervosität abgebaut werden. Ziel ist es, eine möglichst angenehme Atmosphäre zu schaffen.

Ganz zu Anfang – passend zur Bezeichnung „Vorstellungsgespräch“ – stellen sich die Teilnehmer des Gesprächs kurz untereinander vor. Ist dieser erste Schritt getan, folgt in der Regel oftmals eine einleitende Frage bzw. Aufforderung vom Personaler, Headhunter oder potenziell zukünftig Vorgesetzen. Diese gestaltet sich in der Art von „Erzählen Sie uns etwas über sich“.

Sie dürfen hier nicht den Fehler machen, auf allgemeinen Smalltalk auszuweichen. Erzählen Sie keine Anekdoten, keinen Schwank aus Ihrer Jugend und gehen Sie nicht auf zu viel Privates ein. Gab es Konflikte mit Ihrem ehemaligen oder noch aktuellen Arbeitgeber, dürfen Sie diese im Gespräch mit einem eventuell neuen Arbeitgeber nicht thematisieren. Zu einem Konflikt gehören immer mindestens zwei Seiten und Sie können nur Ihre eigene Sichtweise darstellen. Diese Einseitigkeit wirkt auf Personaler nie positiv, wird bestenfalls als Rechtfertigung angesehen und kann im schlimmsten Fall als bloße Nörgelei bzw. Lästerei abgestempelt werden. Diesen Eindruck sollte ein neuer Arbeitgeber definitiv nicht von Ihnen bekommen.

Wichtig für einen guten Einstieg und positiven weiteren Verlauf des Vorstellungsgesprächs ist, dass Sie sich auf Berufliches konzentrieren.

Beantworten Sie für sich beispielsweise die folgenden Fragen:
    • Wie lange sind Sie schon als … tätig oder wie lange arbeiten Sie bereits in der Branche?
    • Konnten Sie besondere Erfolge oder Meilensteine erreichen? Welche waren das?
    • Was sind die nächsten geplanten Schritte oder Zielsetzungen für Ihre Karriere?

Den roten Faden für das Vorstellungsgespräch zurechtlegen

Im Idealfall zieht sich ein roter Faden durch das gesamte Gespräch. Die einleitende Beschreibung Ihrer Person sollte sich so gestalten, dass die angestrebte Stelle als logische Konsequenz des bisherigen beruflichen Werdegangs erscheint. Der beginnende Teil aus dem Vorstellungsgespräch ist am besten dafür geeignet, sich in einem guten Licht zu präsentieren. Bei den folgenden, weitaus spezifischeren Fragen der Headhunter, Personaler oder Vorgesetzten haben Sie generell weniger Freiraum für Inhalte, die Sie ansprechen können.

TIPP

Konzentrieren Sie sich von Anfang an darauf, dass Sie den Inhalten Ihrer Bewerbung und Aussagen im letzten Arbeitszeugnis nicht widersprechen und legen Sie sich bestenfalls eine Strategie zurecht. So können Sie beispielsweise bestimmte Aspekte hier nur kurz anreißen und andere dafür später bei den weiteren Fragen ausführlicher darstellen. So besteht ein roter Faden vom Anfang bis zum Ende des Gesprächs.

Vorstellungsgespräch: 7 häufig gestellte Fragen … und Antworten

Im Folgenden führen wir Sie durch sieben der meistgestellten Fragen während eines Vorstellungsgesprächs. Die Reihenfolge ist dabei nicht in Form einer TOP 7 Liste, sondern folgt einem natürlichen Gesprächsverlauf.

Hinweis: In einer bestimmten Form des Vorstellungsgesprächs ist ein natürlicher Gesprächsverlauf eher zweitrangig. Beim strukturierten Interview steht das schematische Abarbeiten zuvor definierter Fragestellungen im Fokus, wenig charmant – aber effizient.

Nachdem sich alle Teilnehmer des Gesprächs (Bewerber, Personalchef und/oder potenzieller Vorgesetzter) miteinander bekannt gemacht haben und die anfängliche Nervosität verflogen ist, beginnt die heiße Phase. Aus dieser möchte jeder Bewerber gern als gefühlter Sieger hervorgehen. Es geht ans Eingemachte:

Frage 1: Welche Stärken zeichnen Sie aus?

Insbesondere hinsichtlich Ihrer Stärken sollten Sie nicht zu überschwänglich und auf keinen Fall überheblich in Form von Superlativen antworten. Allerdings wollen Sie Ihre Gegenüber von sich überzeugen. Sie müssen in der Lage sein, Ihre Stärken selbstsicher zu präsentieren.

Hier können Sie beispielsweise antworten, dass Sie …
    • … sich zügig in neue Themenfelder einarbeiten und erlerntes Wissen schnell in die Praxis umsetzen
    • … sehr zuverlässig sind, sich Prioritäten setzen und stets zielorientiert arbeiten
    • … sehr belastbar sind und in Stresssituationen stets den Blick für das Wesentliche behalten

Teamfähigkeit und eine reibungslose Zusammenarbeit mit anderen Arbeitskollegen werden von vielen Personalchefs und Vorgesetzten zwar als selbstverständlich angesehen, können aber an passender Stelle ebenfalls erwähnt werden. Gerade das erfolgreiche Lösen von Konflikten sorgt hier für einen positiven Eindruck.

Frage 2: Welche Schwächen können Sie bei sich feststellen?

Bei der Preisgabe Ihrer Schwächen sollten Sie nicht zu ehrlich sein. Antworten Sie auf keinen Fall damit, dass es Ihnen schwerfällt, pünktlich zu sein. Ansonsten werden im Härtefall nicht mehr viele Fragen folgen. Die Kunst bei der Beantwortung dieser Frage liegt darin, Ihre vermeintlichen Schwächen wie Stärken wirken zu lassen.

Hier können Sie beispielsweise antworten, dass Sie …
    • … manchmal zu viele Aufgaben auf einmal bewerkstelligen möchten
    • … bei der Anwendung eines speziellen Programms noch Schwächen haben
    • … noch keine weitere Fremdsprache erlernt haben

Vor allem der erste Punkt zeigt, dass Sie sich täglich für Ihren Arbeitgeber engagieren und sich mit Ihren Aufgaben identifizieren – Ihre Schwäche wird zur Stärke. Die beiden anderen Punkte sind ebenfalls positiv auszulegen, da sie den Wunsch nach persönlicher Weiterbildung transportieren. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Weiterbildungskurse und Schulungen an. Lückenhafte Computer- oder Fremdsprachenkenntnisse müssen in aller Regel kein Hinderungsgrund für eine Einstellung sein.

Frage 3: Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?

Mit dieser Frage möchte der Personalentscheider oder der potenzielle Vorgesetzte herausfinden, ob Sie sich selbstkritisch und reflektiert einschätzen können. Neben Ihren Stärken müssen Sie auch ein paar Schwächen aufzählen, wodurch diese Frage eine Kombination der ersten beiden Fragen darstellt.

Zur Beantwortung dieser Frage müssen Sie Folgendes unbedingt im Hinterkopf behalten:
    • Ihr Sozialverhalten und Ihre Charaktereigenschaften sind Ihren Freunden bekannt
    • Ihre Freizeitaktivitäten sind Ihren Freunden bekannt
    • Ihre berufsbezogenen Stärken und Schwächen sind Ihren Freunde nicht bekannt
Mögliche Antworten …
    • … können aus den für Sie typischen, positiv gesehenen Charaktereigenschaften bestehen
    • … müssen idealerweise mit Beispielen aus dem Privatleben belegt werden
    • … sollten nicht nur Ihre Stärken wiedergeben, sondern auch eine bis zwei Schwächen enthalten
Unbedingt vermeiden sollten Sie …
    • … eine reine Aufzählung Ihrer Stärken und Schwächen ohne Beispiele (wirkt unglaubwürdig)
    • … berufsbezogene Stärken oder Erfolge zu nennen, da Ihre Freunde diese normalerweise nicht kennen
    • … Eigenschaften zu nennen, die im direkten Widerspruch zur angestrebten Tätigkeit stehen

Mit Ausnahme der eigenen Familie stehen enge Freunde einem Bewerber am nächsten. Somit kennen diese nicht nur die guten Seiten und sind in der Position, Kritik zu äußern. Für einen Personalverantwortlichen ist es selbstverständlicher Weise interessant, wie Sie mit Kritik umgehen. Dabei spielt es zunächst keine große Rolle, ob die Kritik berechtigt oder unberechtigt ist.

Frage 4: Wieso möchten Sie die Stelle gerne bei uns antreten?

Es ist davon auszugehen, dass Sie sich aus gutem Grund für einen bestimmten Arbeitgeber entschieden haben. Dieser möchte nun sehen, dass Sie Ihre Entscheidung begründen können. Gleichzeitig ist es von großem Interesse, inwieweit Sie Unternehmensphilosophie, Klientel, Prozesse und Arbeitsweisen oder Produkte des Unternehmens kennen.

Im Regelfall müssen Sie sich vor jedem Vorstellungsgespräch intensiv mit dem Unternehmen und den dort gelebten Werten auseinandersetzen. Da wir uns hier jedoch abseits des Regelfalls befinden, folgen jeweils zwei positive und negative Herangehensweisen zur Beantwortung der Frage:

Negativ:
    • Antworten Sie nicht, dass Ihnen die Stellenanzeige vorgeschlagen wurde, weil sie zu Ihrem persönlichen Suchprofil passt
    • Antworten Sie nicht, dass die Stelle zu Ihren persönlichen Neigungen passt – darauf kommt es dem Personalchef sowie auch dem potenziellen Vorgesetzten an dieser Stelle nicht an
Positiv:
    • Beschreiben Sie in Ihren eigenen Worten, inwieweit Sie sich mit dem Unternehmen sowie mit den Leistungen und Produkten identifizieren und wie Sie aktiv zum weiteren Erfolg beitragen möchten
    • Bringen Sie Ihre persönlichen Interessen mit der angestrebten Stelle in Verbindung. Personaler wissen: Bewerber, die eine Anstellung aufgrund persönlichen Vorlieben antreten, sind motivierter bei der Arbeit, engagieren sich stärker und bleiben meist länger im Unternehmen

Selbst wenige Minuten vor dem Vorstellungsgespräch sind in der Regel passende Informationen über ein Unternehmen problemlos zu erhalten (beispielsweise per Smartphone über das Internet). Suchen Sie sich ein bis zwei Aspekte/Themen heraus, die Sie dann mit Ihren eigenen Worten aufgreifen. Hinsichtlich des zweiten Punktes müssen Sie sich gut überlegen, welche persönlichen Neigungen und Interessen Sie nennen möchten. Denn diese müssen Sie plausibel mit der anvisierten Stelle in Verbindung bringen und dabei nicht den Aussagen in Ihrer Bewerbung widersprechen.

Frage 5: Was haben Sie im Zeitraum zwischen … und … gemacht?

Lücken im Lebenslauf sind für die meisten Personalchefs ein rotes Tuch. Wenn Ihr Lebenslauf Lücken aufweist, müssen Sie sich beim Vorstellungsgespräch auf kritische Nachfragen einstellen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie versuchen sollten, eventuell vorhandene Lücken mit allen Mitteln der Kreativität zu füllen. Bei der Beantwortung dieser Frage ist es erneut von größter Bedeutung, dass Sie souverän darauf reagieren können und passende wahrheitsgetreue Antworten parat haben.

Hier können Sie beispielsweise antworten, dass Sie …
    • … die berufliche Auszeit zur beruflichen Weiterbildung genutzt haben oder, um neue Fähigkeiten zu erlernen, die Ihnen im weiteren Berufsleben zugutekommen (z. B. 10-Finger-Schreiben, Erlernen von Kommunikationstechniken, Erstellung von Präsentationen)
    • … während dieser Zeit Ihre Kinder großgezogen oder einen Familienangehörigen gepflegt haben
    • … zwischen zwei Anstellungen einen Auslandsaufenthalt absolvierten, um Ihre Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen / eine neue Fremdsprache zu erlernen

Insbesondere Zeiten der Arbeitslosigkeit sind unangenehme Gesprächsthemen. Jedoch wird dieses Thema, sofern zutreffend, logischerweise während im Vorstellungsgespräch angesprochen. Bereiten Sie nicht ausschließlich eine Antwort auf die Frage vor, warum Sie arbeitslos waren, sondern ebenfalls auf eine Beschreibung, wie Sie diese Zeit aktiv genutzt haben.

Frage 6: Wieso sollten wir gerade Ihnen die Stelle geben?

Eine Frage, die sehr häufig gestellt wird und mit großer Vorsicht zu genießen ist. Wieso sollte der neue Arbeitgeber sich ausgerechnet für Sie und nicht für einen der anderen Bewerber entscheiden? Hier geht es nicht darum, dass Sie besser als alle anderen sind. Selbst wenn dies zutreffen sollte, können Sie dies zum momentanen Zeitpunkt nicht wissen. Wenn Sie Ihre Antwort in diese Richtung gestalten, verlieren Sie eher an Glaubwürdigkeit und wirken wenig sympathisch.

Für den Personalverantwortlichen ist Ihre Reaktion auf diese Frage meist wichtiger als der Inhalt Ihrer Antwort. Mit dieser Frage soll getestet werden, wie Sie sich in einer stressigen Situation verhalten. Behalten Sie die Nerven, bleiben ruhig und reagieren souverän oder geraten Sie ins Stottern?

Bei der Beantwortung dieser Fragen können Sie …
    • … noch einmal in Kürze auf die persönlichen Stärken oder bisherige berufliche Erfolge eingehen
    • … Ihre Lernbereitschaft und Ihr Streben nach Weiterentwicklung betonen
    • … Ihre Identifikation mit dem Unternehmen unterstreichen

Das Unterstreichen Ihrer Identifikation mit dem Unternehmen bildet dann auch gleichzeitig einen guten Anknüpfungspunkt für eine der häufigsten Fragen zum Ende eines Bewerbungsgesprächs:

Frage 7: Haben Sie noch Fragen an uns?

Halten Sie Abstand davon, sich nach der Arbeitszeit, flexiblen Arbeitszeitmodellen oder Urlaubstagen zu erkundigen. Fragen in diese Richtung lassen vermuten, dass Ihr Interesse lediglich der Freizeitgestaltung abseits des Berufslebens gilt.

Hier können Sie beispielsweise antworten, dass Sie gerne wissen möchten …
    • … welche Weiterbildungsmöglichkeiten das Unternehmen seinen Mitarbeitern anbietet
    • … ob die berufliche Weiterentwicklung von Mitarbeitern oder auch ein interner Abteilungswechsel gefördert / gern gesehen wird
    • … ob die Möglichkeit besteht, sich kurz mit den potenziellen neuen Arbeitskollegen zu unterhalten

Der wichtigste Aspekt hierbei ist, dass Ihre Fragen in Richtung Weiterbildungs- und/oder Karrieremöglichkeiten innerhalb des jeweiligen Unternehmens gehen. Auf diese Weise zeigen Sie von Beginn an Engagement und unterstreichen Ihre Motivation. Jeder Unternehmer weiß: Mitarbeiter, die sich fortbilden möchten, bringen das Unternehmen nach vorne. Schließlich setzen Sie das neu erworbene Wissen für Ihren Arbeitgeber ein und somit profitieren beide Seiten langfristig.

Die Bewerbungsschreiber wünschen Ihnen viel Erfolg und gute Gespräche!
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