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Einstieg als Trainee: Ausbeutung oder Karrierespungbrett?

Das Studium ist geschafft, die Lehrjahre sind vorbei – endlich arbeiten und Geld verdienen. Doch neben einem klassischen Direkteinstieg bieten viele Unternehmen den Einstieg als Trainee an. Für Trainee Programme existiert jedoch keine einheitliche Grundlage in Sachen Dauer, Ablauf oder Gehalt. Des Weiteren kursieren inzwischen auch mehrere Negativberichte durchs Netz. So sehen einige Absolventen die Position als Trainee eher als getarnte Praktikumsstelle an und warnen davor, sich für ein Traineeship zu bewerben. Obwohl die Kritik durchaus ernst zu nehmen ist, darf Sie nicht pauschal auf alle Unternehmen angewendet werden, die Trainee Programme anbieten.

Was ist ein Trainee Programm?

Die grundlegende Ausrichtung und Zielsetzung eines Trainee Programms ist vergleichsweise klar: Es sollen die Führungskräfte von morgen ausgebildet werden. Ein Trainee ist in der Regel für einen Zeitraum von 12 bis zu 24 Monaten in einem Unternehmen beschäftigt. Jedoch handelt es sich bei einem Traineeship nicht um eine geschaffene Planstelle, sondern um ein oftmals mehrstufiges Programm. Trainees durchlaufen meist mehrere Abteilungen und werden dabei nicht selten an unterschiedlichen Standorten oder sogar zeitweise im Ausland eingesetzt.

Gehalt als Trainee

Das durchschnittliche Gehalt von Trainees liegt bei ca. 39.000 Euro im Jahr. Die Unterschiede bei der Gehaltszahlung sind mit einer Spanne von 23.000 Euro bis 52.000 Euro allerdings als durchaus groß zu bezeichnen. Das tatsächliche Jahresgehalt ist stark von der jeweiligen Branche abhängig. Wer es auf ein möglichst hohes Einstiegsgehalt als Trainee abgesehen hat, sollte einen geeigneten Platz im Bankensektor, in der Chemie oder Pharmaindustrie finden. In der Automotive Branche, der Stahlindustrie sowie im Maschinenbau ist das Gehalt für einen Trainee ebenfalls höher angesiedelt. Weniger Gehalt erhalten Trainees in der Tourismus Branche sowie in den Bereichen Marktforschung und Werbung.

Als Direkteinsteiger verdienen Sie zwar mit durchschnittlich 42.000 Euro von Beginn an etwas mehr, allerdings investiert das Unternehmen bei Trainees durch fortlaufende Weiterbildungen und Spezialisierungen in das menschliche Kapital. Nicht zuletzt soll dadurch auch bereits auf eine möglichst langfristige Mitarbeiterbindung hingearbeitet werden. Dazu kommt der Charakter der unternehmensinternen Ausbildung: Ähnlich dem Verlauf einer Berufsausbildung verdient ein Trainee im zweiten Jahr bereits mehr als im ersten.

Erfolgt nach dem Abschluss des Trainee Programms eine Übernahme durch den Arbeitgeber, wird ein neuer Vertrag aufgesetzt und ebenso das Gehalt neu verhandelt.

Unterschiedliche Auffassungen von Trainee Programmen

Durch die unternehmensinternen Weiterbildungen können Trainees ihr Fachwissen im praxisnahen Umfeld vertiefen und in ihrer gewählten Fachrichtung zu wahren Experten werden. Zudem ist das Durchlaufen unterschiedlicher Unternehmensbereiche sowie der Einsatz eines Trainees an verschiedenen Standorten für zwei wesentliche Aspekte fördernd: Erstens kann ein Trainee hierdurch bereits ein weitreichendes professionelles Netzwerk aufbauen und zweitens die für eine angehende Führungskraft wichtigen sozialen Kompetenzen schulen.

Trainee-Einstieg - Absolventen sitzen ungewiss auf Felsen

Manchen Absolventen mag jedoch gerade der Gedanke an eine Ausbildung nach dem Studium zuwider sein. Diese haben schließlich bereits eine akademische Ausbildung abgeschlossen und nun soll das Wissen aus der Theorie über einen längeren Zeitraum in der Praxis getestet werden.

Auf Menschen, die nach dem universitären Abschluss endlich beruflich durchstarten wollen, wirkt ein Trainee Programm weniger interessant.

Doch auch andere Faktoren können die Entscheidung zwischen Traineeship und Direkteinstieg beeinflussen: Absolventen können durch familiäre oder andere Verpflichtungen ortsgebunden sein und sich an den wechselnden Einsatzorten stoßen.

Einblicke in unterschiedliche Abteilungen, Geschäftsreisen ins Ausland, Kontakt zu sehr vielen Personen innerhalb des Unternehmens – was für manche Absolventen nach einer spannenden Herausforderung klingt, wirkt auf andere nicht ansprechend oder ist schlichtweg nicht realisierbar.

Für wen eignet sich ein Trainee Programm?

Viele Unternehmen bieten den Einstieg als Trainee für Absolventen eines Bachelorstudiums an, andere verlangen den Masterabschluss als Einstiegsqualifikation. Für Bachelor-Absolventen ist es mitunter verlockend, den Weg in die Praxis zu wählen und zu testen, wie die im Studium gewählten Schwerpunkte und Interessensgebiete sich im Arbeitsumfeld darstellen. Anschließend kann eine spätere Spezialisierung durch das Masterstudium noch gezielter erfolgen, da die Karriereplanung zu diesem Zeitpunkt bereits vorangeschritten ist.

Nichtsdestotrotz ist es natürlich immer eine Frage des Typs und der persönlichen Erwartungshaltung an den Karrierestart.

Der Einstieg als Trainee eignet sich, wenn Sie
    • in Ihrer fachlichen Ausrichtung noch nicht festgelegt sind bzw. eher Generalist sind
    • wissbegierig und karriereaffin sind
    • kontaktfreudig sind und es verstehen, Kontakte in Ihrem Netzwerk zu pflegen
    • eine Kombination aus Verantwortung und Sicherheitsnetz bevorzugen
    • reisefreudig, mobil und ortsungebunden sind
Der Einstieg als Trainee eignet sich nicht, wenn Sie
    • sich aufgrund Ihrer fachlichen Ausrichtung eher als Spezialist bezeichnen
    • möglichst schnell große Projekte bearbeiten und Verantwortung übernehmen möchten
    • großen Wert auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag und ein hohes Einstiegsgehalt legen
    • lieber an einem festen Standort bleiben möchten bzw. ortsgebunden sind

Es lohnt sich also, die verschiedenen Möglichkeiten zu vergleichen und die positiven sowie negativen Aspekte gegeneinander abzuwägen. Erst dann sollte eine Entscheidung getroffen werden.

Trainees im Unternehmen: Konkurrenten oder Co-Worker?

Insbesondere größere Unternehmen stellen oft mehrere Trainees ein. Hier stellt sich vielen Absolventen die Frage, wie die Verhaltensregeln sind. Sind andere Trainees als Konkurrenten im Rennen um eine Führungsposition anzusehen?

Die Antwort lautet nein. Da das wesentliche Ziel eines Traineeships darin liegt, eine oder vielleicht sogar mehrere Führungskräfte auszubilden, sind Teamfähigkeit und die Begabung, andere Mitarbeiter zu führen, ein wesentliches Bewertungskriterium. Gehen Sie davon aus, dass beurteilt wird, wie Sie sich in Meetings sowie im Rahmen der Arbeit mit Ihren Kollegen verhalten. Wenn Sie lediglich Ihren Willen durchsetzen wollen, kann das zwar von Stärke zeugen – aber eben nicht unbedingt von Charakterstärke.

Trainee - Zusammenarbeit ist wichtiger als Konkurrenzkampf

Andere zu Wort kommen lassen, verschiedene Ansätze zulassen und gemeinsam den besten Lösungsansatz umsetzen – darauf kommt es an. Als strikter Einzelgänger verbauen Sie sich schnell den Weg nach oben.

Pflegen Sie die Beziehungen zu Ihren Trainee Kollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Nutzen Sie die Chance, ein stabiles Netzwerk aufzubauen. Schließlich können diese Kontakte für Ihren beruflichen Werdegang einen hohen Stellenwert einnehmen und Ihnen von großem Nutzen sein. Wenn Sie sich lediglich auf Ihre Arbeit stürzen und dabei das Team vernachlässigen, vergeben Sie Ihre Chance auf eine spätere Übernahme sowie die Aussicht auf eine Führungsposition.

Worauf bei Trainee Programmen zu achten ist

Wer auf eine Führungsrolle aus ist, hat meist die größeren Unternehmen im Blick. Doch auch bei kleineren Unternehmen, vielleicht sogar gerade dort, eröffnen sich Chancen, die einem Konzern Trainee eventuell versperrt bleiben. Des Weiteren kann es bei einem kleinen Unternehmen leichter fallen, als Quereinsteiger durch das Absolvieren eines Trainee Programms Fuß zu fassen.

Nicht selten pflegen kleinere Unternehmen flache Hierarchieebenen, wodurch dann wiederum der Kontakt zur Geschäftsführung vereinfacht ist. Außerdem bringt die engere Verzahnung einzelner Abteilungen durch kürzere Entscheidungswege weitere Vorteile mit sich: Die Kommunikation ist direkter und ein Trainee kann sich einfacher abteilungsübergreifend einbringen. Dadurch lässt sich wertvolles Allround-Wissen aufbauen und man erhält einen detaillierten Einblick in sämtliche Prozesse und Zusammenhänge. Auf diese Weise lernt man als Trainee schnell, wie ein Unternehmen strukturiert ist und funktioniert – wichtiges Hintergrundwissen für Führungskräfte.

Allerdings können bei kleineren Unternehmen auch Nachteile auf einen Trainee warten. Neben einen vergleichsweise geringeren Gehalt können auch die Chancen auf eine spätere Übernahme bei einem kleinen Unternehmen geringer ausfallen. Ebenfalls kann die Betreuung bzw. das Mentoring eines Trainees und dessen Weiterbildung weniger im Fokus des Unternehmens liegen.

Ob ein Trainee Programm vielversprechend ist, lässt sich im Vorfeld eher schlecht erkennen. Stellenanzeigen sind inhaltlich zumeist nach einer gleichbleibenden Struktur aufgebaut – hier sind auch Trainee Ausschreibungen keine Ausnahme: Das Unternehmen stellt sich vor, beschreibt die Aufgaben und nennt die Anforderungen an die Kandidaten.

Deswegen ist es wichtig, bereits im Vorstellungsgespräch viele Fragen zu stellen und genaue Informationen zu den Konditionen des Traineeships einzuholen. Es ist durchaus erlaubt zu fragen, wie die Zusammenarbeit abläuft und wie die Aussichten auf eine spätere Übernahme sind. Wenn Sie zu diesen Themen nur vage Antworten bekommen, suchen Sie sich besser ein anderes Unternehmen.

Bewerbung als Trainee

Sollten Sie ein Trainee Programm ins Auge gefasst haben, müssen Sie sich auch hier mit Ihrer Bewerbung gegen andere Kandidaten durchsetzen. Bei Ihrer Bewerbung sollten Sie ein paar wesentliche Punkte beachten, damit Sie aus der breiten Masse herausstechen und positiv im Gedächtnis bleiben.

Viele Bewerber für Trainee Programme fokussieren in ihrer Bewerbung ausschließlich die bisher erbrachten Leistungen und die sich daraus ergebende Qualifikation. Allerdings ist dieser Ansatz für eine Trainee Bewerbung nicht unbedingt förderlich.

Ohne eine aussagekräftige Einbindung sozialer Kompetenzen spiegelt das Bewerbungsschreiben zu wenig von der eigenen Persönlichkeit wieder. Genau diese ist jedoch ein wesentlicher Faktor, wenn Unternehmen einen passenden Trainee aus mehreren potenziell geeigneten Kandidaten auswählen muss.

Haben Sie keine Angst, Schwäche zu zeigen! Als Trainee durchlaufen Sie unterschiedliche Abteilungen innerhalb des Unternehmens und werden dabei an wechselnde Aufgabenbereiche herangeführt. Wenn Sie bisher ungenutzte Potenziale in Ihrer Bewerbung erkennen lassen, senden Sie auch das Signal, dass Sie lernbereit sind und sich weiterentwickeln möchten.

Außerdem beweisen Sie damit Selbstbewusstsein und Ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion. Beides sind enorm wichtige Fähigkeiten bzw. notwendige Charakterzüge einer (angehenden) Führungskraft.

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