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Diskriminierung von Bewerbern – Deutschlands Personaler

Das Wort Toleranz im Wörterbuch markiert

© Marco2811 - Fotolia.com

Die Gründe für die Absage einer Bewerbung können vielfältig sein. Es kann an einer mangelnden Qualifikation liegen, an schlechten Bewerbungsunterlagen – und manchmal war ein Mitbewerber einfach besser. Den tatsächlichen Grund erfährt ein Bewerber selten. Neben diesen Faktoren spielt das persönliche Empfinden des Personalentscheiders eine bedeutende Rolle. Doch ab wann ist dieses berechtigt und wann spricht man von Diskriminierung?

Gefühle im Schussfeld

Bewerbungsabsagen sind im Regelfall sachlich. Sie bestehen aus vorgefertigten Texten und können je nach Bewerber an seine Kontaktdaten angepasst werden. Ihre Aussage: „Tut uns leid, aber wir haben uns anderweitig entschieden.“ Damit schmeicheln sich Unternehmen nicht gerade bei den aussortierten Kandidaten ein. Ein richtiger Grund wäre angebracht. Bewerber wollen ihre Schwächen schließlich ausmerzen und seien wir mal ehrlich, irgendwie leidet das Ego immer mit. Auf der anderen Seite sollte ein Bewerber diese unpersönliche Zurückweisung positiv sehen.

Denn hier gilt:

«Aus den Augen, aus dem Sinn. Auf zur nächsten Bewerbung!»

Es gibt jedoch Härtefälle die neue Maßstäbe in puncto Diskriminierung setzen und weder nachvollziehbar sind, noch eine vertretbare Kritik am Bewerber ausüben. Die folgenden drei Beispiele sind wirklich passiert und stehen jeweils für einen Fall, aus dem ein Bewerber unhaltbarer Weise abgewiesen wurde:

  1. Die Herkunft

    In unserem ersten Beispiel wurde der Bewerber gleich wegen zweier Faktoren seiner Bewerbung abgelehnt – oder eher vor den Kopf gestoßen. Ein Herr bewarb sich dabei auf eine Stelle als Chemiker. Auf seine Bewerbung bekam er jedoch keine offizielle Absage, sondern eine unglückliche Rundmail der Personalentscheiderin. Diese war an „alle“ gerichtet und begründete die Absage des Bewerbers, mit seinem Alter (Jahrgang 1949) und seiner Herkunft (Ostdeutschland). Zwei Faktoren, die bei einer Bewerbung nicht ausschlaggebend sind.

  2. Das Gewicht

    Im zweiten Fall wurde das Gewicht der Bewerberin in den Mittelpunkt ihrer Absage gestellt. Sie bewarb sich bei einem deutschen Verein, der sich mit den Themen Borreliose und FSME auseinandersetzt. Nach dem Jobinterview sollte sie sich hingehend Ihres Gewichtes rechtfertigen, obwohl die Chance auf eine Einstellung mittlerweile gleich null schien. Zu einer Einstellung kam es letztendlich nicht und die Bewerberin verklagte den Verein. Auch das Gewicht des Bewerbers ist, sofern es den Bewerber nicht bei der Arbeit beeinträchtigt, kein entscheidendes Kriterium.

  3. Das Geschlecht

    Das Geschlecht ist wohl das bekannteste aller No-Gos bei der Auswertung eines Bewerbers. Ein aussagekräftiges Beispiel bot ein Herr, seines Zeichens Rechtsanwaltsfachangestellter, der sich auf eine Stelle als Sekretärin in einem Immobilienunternehmen beworben hatte. „Als Sekretärin?“, fragen Sie. Richtig, denn egal wie merkwürdig der Berufswunsch des Bewerbers im ersten Moment erscheinen mag, ob Mann oder Frau darf dabei keine Rolle spielen. Normalerweise wird in einem Stellenangebot angegeben, dass nach Interessenten unabhängig des Geschlechtes gesucht wird (z.B. Bewerber (m/w)).

    Manche Firmen verzichten auf diesen Zusatz, schreiben nur die männliche Form aus, sind aber dennoch auf der Suche nach Bewerbern und Bewerberinnen. Ein Bewerber sollte sich also stets nach der genauen Intention des Unternehmens erkundigen. Sollte das Unternehmen den Job dennoch geschlechterspezifisch anbieten, dann könnte dies das Unternehmen teuer zu stehen kommen.

Tabu oder Ansichtssache?

Durch die Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) 2006 wurden die Bedingungen für Arbeitgeber und Unternehmen geschärft. Nach ihm dürfen Bewerber weder wegen ihrer Rasse, ihrer ethnischen Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, noch ihres Alters und sexuellen Identität, benachteiligt werden.

Eine Abweisung aufgrund der oben genannten Faktoren ist somit ein absolutes Tabu.