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bekannt aus

Die Mehrfachbewerbung:

All In am Schreibtisch des Personalmanagers

Mehrfachbewerbung

© contrastwerkstatt – Fotolia

Ein „All In“ ist ein strategischer Zug bei einer der populärsten Pokervariationen, dem No-Limit Texas Hold’em. Der Begriff bezeichnet das Setzen all seiner am Pokertisch verfügbaren Chips auf die momentan gespielte Hand (die Karten). Wer all in geht, ist sich entweder sicher, dass seine Hand unschlagbar ist oder blufft. Hat ein Spieler hingegen zu wenige Chips, um weiterhin mitbieten zu können, geht er all in – wenn er weiterhin im Rennen bleiben will.

In eine ähnliche Situation kann es Bewerber verschlagen: Da gibt es dieses tolle Unternehmen. Doch die Chance, mit nur einer Bewerbung zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, ist gleich null. Mit dieser Erkenntnis kommt die Mehrfachbewerbung ins Spiel.

Um im Bewerbungsprozess mithalten zu können, werden im Rahmen der Mehrfachbewerbung mehrere Bewerbungen für verschiedene Stellen an ein einzelnes Unternehmen versendet.

5 Charakteristiken einer effizienten Mehrfachbewerbung

#1 – Mut zum Risiko

Eine Mehrfachbewerbung mag im ersten Augenblick wie ein hilfloses Himmelfahrtskommando erscheinen. Es ist jedoch nicht die Quantität der Bewerbungen, sondern die zahlreichen Qualitäten des Bewerbers, die es im Bewerbungsschreiben und im Lebenslauf hervorzuheben gilt.

Wer am Schreibtisch des Personalmanagers all in gehen möchte, sollte dies mit der Ausdrucksstärke seiner gesammelten Kompetenzen tun. Eine gesunde Zurückhaltung ist fehl am Platz, wenn ein Bewerber für gleich mehrere ausgeschriebene Stellen qualifiziert ist.

#2 – Klartext in regelmäßigen Abständen

Die Zuhilfenahme einer Mehrfachbewerbung ist keineswegs als unterschwellige Attacke auf die Aufnahmefähigkeit eines Personalmanagers zu verstehen. Vielmehr geht es darum, die eigentliche Message deutlich nach außen hin zu kommunizieren. Sie lautet: „Ich bin qualitativ breit aufgestellt, kann mich in Ihrem Unternehmen in verschiedenen Positionen einbringen und möchte Ihr Team verstärken.“ Dabei ist es besonders wichtig, jede einzelne Bewerbung individuell zu verfassen und aufeinander abzustimmen (mehr dazu in Abschnitt #5).

Mehrfachbewerbung klingt nach einem kollektiven Versand. Jedoch sollten die einzelnen Bewerbungen nicht auf einem Schlag im Unternehmen eintreffen. Das erweckt einen eher hilf- bzw. planlosen Eindruck und die eigentliche Aussage geht verloren. Ein Versand in regelmäßigen Abständen ist somit empfehlenswert.

#3 – All In (One)

Da die einzelnen Bewerbungen einer Mehrfachbewerbung möglicherweise sowieso auf dem gleichen Schreibtisch bzw. beim gleichen Personalmanagers landen, versuchen viele Bewerber, die Mehrfachbewerbung in einer einzigen Anfrage umzusetzen. Das heißt, es wird in nur einem Bewerbungsschreiben auf alle fokussierten Stellen Bezug genommen. Dabei versuchen Bewerber, alle relevanten Informationen in eine Bewerbung zu quetschen. Von dieser Methode sollten Sie keinen Gebrauch machen, denn sonst laufen Sie Gefahr, einen Eindruck mangelnder Motivation und inhaltlicher Oberflächlichkeit beim Personaler zu erwecken. Der kürzere Weg ist nicht immer der Bessere.

Effizienter bewerben

Eine universale Bewerbung für alle infrage kommenden Stellen sollte unbedingt vermieden werden! Es ist schlichtweg unmöglich, sich optimal in einem einzigen, gut aufgebauten Bewerbungsschreiben auf unterschiedliche Stellenangebote zu bewerben. Verfassen Sie für jede Stelle eine individuelle Bewerbung. Das macht einen deutlich besseren Eindruck und Sie bewerben sich schlichtweg effizienter.

#4 – Aus dem Job / In den Job

Manche Bewerber haben ihr Wunschunternehmen längst gefunden. Sie arbeiten sogar bereits dort, sehnen sich aber dennoch nach einer Veränderung. Hier kann eine interne Mehrfachbewerbung ein Risiko sein, wenn sie nicht korrekt kommuniziert wird. Sie könnte den Anschein erwecken, dass der Bewerber seinen Unmut über seine jetzige Position durch einen Stellenwechsel zum Ausdruck will. Bevor eine interne Bewerbung in Erwägung gezogen wird, sollte daher immer zuerst ein klärendes Gespräch mit dem Vorgesetzten erfolgen.

#5 – Schlüssigkeitsprobleme

Die oben bereits angesprochene Abstimmung der einzelnen Bewerbungen, welche unter das Dach einer Mehrfachbewerbung fallen, ist ein enorm wichtiges Kriterium. Da die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass ein Personalmanager mehrere oder alle Bewerbungen des (Mehrfach-)Bewerbers erhält, dürfen sich die Bewerbungen in grundlegenden Informationen nicht widersprechen. Steht in einem Bewerbungsschreiben beispielsweise, dass der Bewerber bereits seit seiner Kindheit Verwaltungsfachangestellter werden wollte, dann darf sich der Kindheitswunsch in einem der anderen Bewerbungsschreiben nicht auf einmal zum Marketing Manager wandeln. Einheitlichkeit ist hier das erste Gebot.

Bewerbungen optimal aufeinander abstimmen

Beziehen Sie sich in Ihrer Bewerbung auf die zur jeweiligen Position passenden Fähigkeiten und Ihre Motivation für die vakante Stelle. Vergleichen Sie die Bewerbungen anschließend unbedingt miteinander. Sie sollten nicht dieselbe Bewerbung in mehrfacher Ausführung, nur mit anderen Formulierungen, schreiben. Ihre Bewerbungen dürfen sich aber, wie gesagt, inhaltlich auf keinen Fall widersprechen.

Fazit

Eine Mehrfachbewerbung kann nicht mittels der Quantität, sondern vor allem durch Qualität überzeugend und effektiv sein. Vorausgesetzt, sie wird hinsichtlich der wichtigsten Kriterien korrekt verfasst. Sind die Werte und Ideale oder das Leitbild eines Unternehmens der Hauptgrund für das Bewerbungsvorhaben, kann die Mehrfachbewerbung in Betracht gezogen werden.

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