• Über 98% zufriedene Kunden
  • 4 von 5 Kunden landen im Vorstellungsgespräch
  • Bearbeitbare MS Word-Dokumente
  • Zufrieden oder Geld zurück
bekannt aus

Bullet Points im Anschreiben – eine gute Idee?!

Blick auf eine Bewerbung mit Brille und Kuli im Bild

© Butch

Glaubt man einigen Experten, so sollen Bullet Points (Stichpunkte) im Anschreiben Ihre Bewerbung zu einem besonderen Eyecatcher machen. Die stichpunktartige Auflistung fachlicher Qualifikationen und persönlicher Stärken im Bewerbungsschreiben gehört zu einem steten Trend, der sich jedoch nie als allgemeingültige, gute Vorgehensweise etabliert. Was alles hinter dieser Methodik steckt und was sie Ihrer Bewerbung bringt, erfahren Sie in diesem Beitrag!

Einige Bewerbungstrainer empfehlen die Verwendung von Bullet Points im Anschreiben. Sie sehen darin viele Vorteile für Bewerber sowie für die Arbeit der Personaler. Andere Bewerbungstrainer erachten diese Herangehensweise beim Verfassen der Stärken sowie dem Matching mit der Stellenanzeige als eher kritisch.

Bullet Points im Anschreiben haben die folgenden Vorteile:

Die Komplexität des Bewerbungsschreibens wird verringert

Aufgrund der Aufzählungszeichen wird die Menge des eigentlichen Fließtextes verringert. Es gibt jeweils einen kurzen Absatz zur Einleitung sowie zum Schluss. Beide Absätze beinhalten nach wie vor wichtige Formulierungen zu Ihrer Motivation und Ihrem Bezug zum Unternehmen sowie Angaben zu Ihrem frühestmöglichen Eintrittsdatum und Ihrer Gehaltsvorstellung. Der komplette Mittelteil zu Ihrer (beruflichen) Erfahrung, Ihren Qualifikationen und sozialen Kompetenzen wird allerdings durch Bullet Points ersetzt und die wichtigsten Informationen werden kurz und knapp aufgelistet.

Das Anschreiben erhält eine neue Strukturierung

Durch die Bullet Points weicht das Dokument, zumindest rein äußerlich, von der sonst üblichen Struktur des Anschreibens ab. Inhaltlich bleibt es bei der bewährten „You-Me-We“-Struktur: Sie beginnen noch immer mit dem Bezug zum Unternehmen (You), gehen dann auf Ihre Gesamtqualifikation ein (Me) und untergliedern dabei auch die Bullet Points im Anschreiben nach Hard Skills (Praxiserfahrung und berufstypische Kompetenzen) und Soft Skills (persönliche Stärken und außerfachliche Kompetenzen). Dadurch wird meist auf einen Blick direkt deutlich, was Sie dem Unternehmen anzubieten haben.

Hierarchisierung des Textes wird deutlicher

Neben der Strukturierung sowie einem Verringern der Komplexität lassen Bullet Points im Anschreiben die Hierarchisierung innerhalb des Textes leichter erkennen. Sie können zuoberst die wichtigsten Punkte nennen, sodass mit einem Blick Ihre Eignung für den Job deutlich wird. Dabei ist die gleiche Vorgehensweise zu verwenden, wie es beim Lebenslauf bzw. Aufbau der Tätigkeitsbeschreibungen üblich ist. Dazu ist es empfehlenswert, mit Reizwörten bzw. sogenannten Keyfacts zu arbeiten, wie sie in der Stellenanzeige zu finden sind, um die bisherige Karriere und Qualifikationen darzustellen. Die Angaben aus der Stellenanzeigen sollten Sie jedoch nicht 1:1 kopieren, mehr dazu im Abschnitt zu den Nachteilen.

Laut der Bewerbungsexperten, welche die Methode der Bullet Points anpreisen, sollen potenzielle Arbeitgeber durch die erhöhte Übersichtlichkeit eingegangene Bewerbungen wesentlich leichter durchsehen können. Dadurch wird dann ebenfalls die Auswahl der Kandidaten für ein Vorstellungsgespräch leichter, so zumindest die Experten. Allerdings stehen den soeben erwähnten Vorteilen auch erhebliche Nachteile gegenüber, die sich aus der Verwendung von Bullet Points im Anschreiben ergeben.

Die folgenden Nachteile ergeben sich durch Bullet Points im Anschreiben:

Persönlichkeit des Autors geht verloren

Ein Bewerbungsschreiben muss immer einen Teil Ihrer Persönlichkeit widerspiegeln. Dies ist zum Beispiel auch ein Grund, warum unsere Bewerbungsschreiber immer den persönlichen Kontakt zu dem einzelnen Kunden suchen. Eine stichpunktartige Auflistung Ihrer Qualifikationen und persönlichen Stärken, gibt jedoch verrät jedoch wenig über Ihre Ausdrucksweise und damit auch wenig über Sie als Person.

Argumente können falsch gewählt werden

Kurz und prägnant alle Informationen auf einen Blick – dieser Plan kann schnell schief gehen. In diesen Punkt spielen mehrere Faktoren hinein:

  • Falsche Argumente in den Bullet Points: Sie sollten sich sowohl bei der Auswahl der Argumente als auch auch bei deren Reihenfolge an der jeweiligen Stellenanzeige orientieren. Die wichtigsten Kriterien für die Auswahl des idealen Kandidaten stehen ganz oben, weniger wichtige Kriterien weiter unten. Allerdings passiert es leider auch viel zu oft, dass wir Bewerbungen sehen, bei denen sich die Bewerber schlichtweg für nicht relevante und somit falsche Argumente entscheiden. Dadurch verlieren Sie als Bewerber schnell an Überzeugungskraft, wodurch die Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch rapide sinkt.
  • Inhalte aus der Stellenanzeige kopieren: Sie können schnell in die Versuchung geraten, den Abschnitt zu den Anforderungen aus einer Stellenanzeige nach dem Copy & Paste (Kopieren & Einfügen) Prinzip in Ihr Bewerbungsschreiben zu übernehmen. Dies sieht man insbesondere sehr häufig, wenn die eigene Qualifikation mit den Anforderungen übereinstimmt. Schließlich können Sie so direkt zeigen, das Sie exakt das mitbringen, was der Arbeitgeber sucht. Das Problem dabei ist nur, dass Sie damit zugleich mangelnde Kreativität unter Beweis stellen.
  • Inhalte aus dem Lebenslauf 1:1 übernehmen: Sie sollten ebenfalls vermeiden, dass die Beschreibungen Ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit und weiterer Qualifikationen in Ihrem Anschreiben den Formulierungen in Ihrem Lebenslauf gleichen. Je nachdem, welches Dokument sich ein Arbeitgeber zuerst ansieht, kommt bei dem anderen Dokument sehr schnell Langeweile auf. Es entsteht die Wirkung, als hätten nicht viel über sich zu erzählen.

Die Strukturierung wird gestört

Der Bruch zwischen Fließtext und der Liste mit Stichpunkten stört den Lesefluss eines Bewerbungsschreibens. Durch die Bullet Points wird der Blick des Personalers umgelenkt. Anstatt alle relevanten Inhalte der Reihe nach von oben nach unten in einem flüssigen Text aufzunehmen, haben die Augen automatisch am ehesten die Bullet Points im Fokus. Wesentliche Informationen in der Einleitung oder dem Schluss können hierdurch leider schnell untergehen.

Beim Personaler entsteht ein Eindruck von Faulheit

Vielleicht sind Sie zu faul zum Schreiben? Und wenn Sie schon zu faul zum Schreiben sind, wie motiviert sind Sie dann bei der Arbeit? Was nach einer bösartigen Unterstellung klingt, kann sich als Eindruck über Sie als Arbeitnehmer beim Personaler festigen. Als Bewerber möchten Sie natürlich genau das Gegenteil erreichen. Vor allem, wenn ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben von Ihnen erwartet wird, ist die Verwendung von Bullet Points sehr nachteilig.

Sie können Ihre Qualifikationen nicht belegen

Bullet Points im Anschreiben meinen wirklich nur einzelne Stichpunkte, die aus ein paar einzelne Wörter oder kurzen Halbsätzen bestehen. Entsprechend schwierig wird es dann für Sie, Ihre Qualifikationen zu belegen und Beispiele aus der Praxis anzubringen. Somit stehen Ihre Argumente zunächst einmal als vergleichsweise leere Behauptung im Raum. Ob Sie dann eine Chance bekommen, beim Vorstellungsgespräch überzeugen zu können, ist fraglich – mit einem Hinweis im Bewerbungsschreiben in der Art von „Weitere Informationen zu meiner Tätigkeit entnehmen Sie bitte meinen Arbeitszeugnissen“ wird es jedenfalls eher nicht funktionieren.

Fazit

Die Verwendung von Bullet Points im Anschreiben will also gründlich überlegt sein. Grundsätzlich lässt sich im Vorfeld nicht sagen, welche Wirkung Sie damit erzielen. Es gibt zudem einzelne Fälle, bei denen eine stichpunktartige Auflistung der Qualifikationen sinnvoll ist – beispielsweise bei Menschen, die sehr viele Informationen angeben müssen und in Form des Fließtextes den maximalen Rahmen einer DIN A4-Seite überschreiten würden. Aber Sie sollten immer über die Folgenden Aspekte nachdenken:

  • Welche Informationen sind für die aktuelle Bewerbung tatsächlich relevant?
  • Was muss definitiv im Bewerbungsschreiben erwähnt werden?
  • Welche Inhalte eignen sich besser für ein persönliches Gespräch?
  • Wie könnte mein Bewerbungsschreiben auf den Empfänger wirken? (Personen, die beruflich viel mit Texten arbeiten, sollten besser keine Bullet Points nutzen?
  • Wie Sie sehen, sollten Sie der Verwendung von Bullet Points im Anschreiben auf keinen Fall bedenkenlos gegenübertreten. Aus den genannten Gründen finden Sie in den von uns erstellten Bewerbungsschreiben üblicherweise keine Bullet Points.

Sie haben Probleme bei der Erstellung Ihres Anschreibens? Kontaktieren Sie uns einfach ganz unverbindlich über das Kontaktformular! Die Bewerbungsschreiber helfen Ihnen gerne weiter!

  • Ihre Daten werden SSL-verschlüsselt übertragen und selbstverständlich streng vertraulich behandelt.

  • Pflichtfelder sind mit * markiert
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Die Bewerbungsschreiber hat 4,81 von 5 Sterne | 922 Bewertungen auf ProvenExpert.com