• Über 98% zufriedene Kunden
  • Bearbeitbare MS Word-Dokumente
  • Zufrieden oder Geld zurück

Bewerben mit Behinderung

Bewerbungstipps für Menschen mit Behinderung

Bewerben mit Behinderung – klingt auf Anhieb ganz leicht. Schließlich sagt eine Behinderung noch nichts über die Qualifikation einer Person aus. Doch müssen Sie Ihre Behinderung zwangsläufig in der Bewerbung angeben? Wir verraten Ihnen alles, was Sie zu diesem Thema wissen müssen.

Frau im Rollstuhl
© StockPhotoPro – Fotolia

Arbeitgeber sind in Deutschland ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl laut Sozialgesetzbuch dazu verpflichtet, schwerbehinderte Menschen – sei es nun körperlich oder geistig – einzustellen. So müssen beispielsweise ab 20 Mitarbeitern private Unternehmen 5 % und öffentliche Unternehmen 6 % der Positionen mit einem schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Sollten Firmen dieser Verpflichtung nicht nachkommen oder Personaler keine entsprechenden Bewerbungen erhalten, so muss eine Ausgleichsabgabe für jede nicht besetzte Position von der Firma bezahlt werden.

Als schwerbehindert gelten Menschen, grob für dieses Thema heruntergerissen, mit einer Behinderung von mindestens 50 %. Bei einem Grad der Behinderung ab 30 % gilt eine Person als leicht behindert. Es besteht jedoch die Möglichkeit für leicht behinderte Menschen einen Antrag zu stellen auf eine Bescheinigung der Behinderung von 50 %. Diese Option gilt für diejenigen, die befürchten diskriminiert zu werden, da die Sonderregelungen zur Gleichstellung für eine schwere Behinderung bei ihnen nicht gelten.

Dennoch erschließt sich daraus für einen Bewerber noch lange nicht, ob eine Erwähnung der eigenen Behinderung in den Bewerbungsunterlagen vorgenommen werden soll.

Hierbei entsteht für viele nämlich die folgende Problematik:

… haben einige Bewerber Angst, dass die Behinderung ihrerseits – sei sie nun im Anschreiben oder im Lebenslauf genannt – Mitleid beim Personaler erzeugt. Schließlich möchte niemand aus diesem Grund, sondern wegen seiner Qualifikationen eingestellt werden.

… andere befürchten wiederum, dass die spezifische Behinderung eine zu große Herausforderung für den Vorgesetzten darstellt (evtl. Anpassungen des Arbeitsplatzes, mögliche Hemmungen im Team etc.). Schließlich erhalten Arbeitnehmer mit einer Behinderung gesonderten Urlaubsanspruch sowie einen besonderen Kündigungsschutz.

Trotz dieser Befürchtung müssen Sie sich letztlich entscheiden, ob und wie Sie eine Behinderung in der Bewerbung mit angeben.

Bewerben mit Behinderung: Muss ich meine Behinderung in der Bewerbung angeben?

Jein. Eine grundsätzliche Antwort kann diesbezüglich nicht gegeben werden. Es kommt letztlich darauf an, welchen Beruf Sie ausführen möchten und welche Behinderung Sie haben. Diesbezüglich gibt es verschiedene Fälle:

Option 1: Ihre Behinderung schränkt Sie nicht ein.

Sobald Sie bei der Ausführung Ihrer Tätigkeit nicht weiter durch Ihre Behinderung eingeschränkt werden, müssen Sie Ihre Behinderung nicht in der Bewerbung angeben.

Ausnahme: Für Ihre Sicherheit bei der Arbeit ist es notwendig, den künftigen Arbeitgeber zu informieren. Stellen Sie sich eine/n Fitnesstrainer/in mit Diabetes vor. Sollte diese/r während der Arbeit stark unter- oder überzuckern, so kann der Vorgesetzte nur adäquat reagieren, wenn er über diese Behinderung Bescheid weiß.

Option 2: Ihre Behinderung schränkt Sie ein.

Sobald Ihre Behinderung Sie bei der Ausübung Ihrer angestrebten Tätigkeit einschränkt, so ist es ratsam, dass Sie einen Arbeitgeber darüber im Vorfeld informieren. So kann Ihr Arbeitsplatz im Vorfeld entsprechend angepasst werden.

Option 3: Bewerbung mit Behinderung im öffentlichen Unternehmen.

Unternehmen im öffentlichen Dienst sind dazu verpflichtet, Menschen mit Behinderung mindestens zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Dementsprechend empfiehlt es sich, die eigene Behinderung mit anzugeben. Insofern Sie dann trotz einer korrekten Angabe Ihrer Behinderung nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, so haben Sie die Möglichkeit, gerichtlich dagegen vorzugehen.

Achtung: Die eigene Behinderung muss im Anschreiben oder im Lebenslauf klar ersichtlich sein! Ein ärztliches Attest, welches Sie den Bewerbungsunterlagen hinzufügen, genügt an dieser Stelle nicht.

Grundsätzliche Empfehlung:

Prinzipiell zeigt sich, dass es für Sie kein eindeutiges „Richtig“ oder „Falsch“ gibt. Für den Fall, dass sich Ihre Behinderung auf den ersten Blick zeigt, ist es ratsam, dies kurz in Ihrem Anschreiben zu erwähnen. So geben Sie dem Personaler die Chance, ein Vorstellungsgespräch entsprechend vorzubereiten. Sollten Sie zum Beispiel eine Gehbehinderung haben, so können leicht zugängliche Räume gewählt werden etc.

Bewerben mit Behinderung – Formulierungen

Grundsätzlich ist es bei Ihren Bewerbungsunterlagen wichtig, dass Ihre Stärken im Vordergrund stehen. In Ihrem Anschreiben sollten Sie Ihre Fähigkeiten mit dem Stellenprofil in Einklang bringen. Ihr Lebenslauf sollte von Ihren Qualifikationen zeugen, indem geordnet Ihre bisherige Karriere offengelegt wird.

Bereits dadurch zeigen Sie, dass Sie positiv denken und Ihnen bewusst ist, was Sie können. Sie geben dem Personaler erst gar nicht die Möglichkeit zu sehen, dass Sie eingeschränkt sein könnten. Doch letztlich kommt in Ihrem Anschreiben der Punkt, an dem Sie Ihre Behinderung offenlegen wollen. Bleibt nur noch die Frage nach der Formulierung offen.

Wir haben dabei die folgenden drei Tipps für Sie:

„Wie Sie dem angefügten ärztlichen Attest entnehmen können, habe ich eine Behinderung. Diese hat mich jedoch in der Ausführung meiner Tätigkeiten bislang in keinster Weise eingeschränkt.“

„Gleichwohl ich auf einen Rollstuhl/Krücken (o. ä.) angewiesen bin, werde ich dadurch nicht in der Ausführung meiner Tätigkeit eingeschränkt.“

„Aufgrund einer ärztlich attestierten Erkrankung kann ich Tätigkeit XY lediglich unter bestimmten, leicht zu erfüllenden Bedingungen umsetzen. Dies beeinträchtigt jedoch weder die Qualität noch die Effizienz meiner Arbeit für Ihr Unternehmen.“

Wie Sie an diesen drei Beispielen erkennen können, sind die Formulierungen immer in eine positive Richtung gelenkt. Sie gehen zum einen offen mit Ihrem Handicap um, zeigen zum anderen aber auch, dass ein Arbeitgeber keine Befürchtungen haben muss, dass Sie den angestrebten Job nicht entsprechend ausführen können.

Mit unseren Tipps gelingt es Ihnen, die passende Formulierung für Ihre Bewerbung zu finden. Für den Fall, dass Sie dennoch unsicher sind und Hilfe in Anspruch nehmen möchten, stehen wir Ihnen gerne für die professionelle Optimierung oder Erstellung Ihrer Bewerbung zur Seite. Kontaktieren Sie uns einfach!

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Bewerbung für Ihren Traumjob!